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Institute schlagen 600-Milliarden Euro-Zukunftsprogramm für Deutschland vor

Der Finanzierungsbedarf junger Unternehmen in Deutschland steigt. Foto: Heiko Weckbrodt
Foto: Heiko Weckbrodt

Studienautoren verweisen auf verfallende Infrastrukturen und neue Energie-Aufgaben

Köln/Düsseldorf, 14. Mai 2024. Für eine Transformation hin zu einer „zukunftsfähigen Wirtschaft“ müsste Deutschland in den nächsten zehn Jahren rund 600 Milliarden Euro investieren. Das haben das arbeitgeber-nahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln und das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf ausgerechnet.

„Bundesweit wächst der Investitionsbedarf“

„Bröckelnde Straßen, Schienen und Brücken, mangelhafte Bildungsinfrastruktur, veraltete Gebäude, fehlende Infrastruktur für Strom, Wasserstoff und Wärme: Bundesweit wächst der Investitionsbedarf“, warnen die Ökonomen. Mit den vorgeschlagenen Milliarden-Investitionen könne Deutschland jedoch sein Bildungssystem verbessern, den Investitionsstau in den Kommunen beseitigen, Straße und Schiene verbessern und eine Dekarbonisierung ermöglichen. Realisieren soll der Staat dieses Ausgaben auf Pump.

Grafik: IW, IMK
Grafik: IW, IMK

Die Vorschläge

Im Einzelnen schlagen die Studienautoren folgende Programme vor:

  • Rund ein Drittel der Summe – 177 Milliarden Euro – sei nötig, um den Sanierungsstau in Städten und Gemeinden aufzuholen. Hinzu kommen rund 13 Milliarden Euro, die den Kommunen helfen, sich vor extremem Wetter zu schützen, beispielsweise Starkregen oder Hitze.
  • Rund 200 Milliarden Euro veranschlagen die Wissenschaftler für öffentliche Investitionen in Klimaschutz. Als größten Einzelposten machen sie die energetische Gebäudesanierung aus. Weitere wichtige Aufgaben seien der Netzausbau für Strom, Wasserstoff und Wärme, die Erzeugung und Speicherung von Erneuerbaren Energien sowie die Förderung von Energieeffizienz und Innovationen.
  • Rund 127 Milliarden Euro wollen sie für Verkehrswege und ÖPNV reservieren: „Mit knapp 60 Milliarden Euro lassen sich das Schienennetz, für weitere 28 Milliarden der ÖPNV modernisieren und erweitern. 39 Milliarden Euro sind notwendig, um die Fernstraßen auf Vordermann zu bringen“, heißt es in der Studien-Übersicht.
  • Für Bildungsinfrastruktur veranschlagen die Autoren rund 42 Milliarden Euro, davon sollen rund sieben Milliarden in den Ausbau von Ganztagsschulen fließen. Weitere 35 Milliarden Euro decken den Sanierungsbedarf an Hochschulen ab.
  • Schließlich sehen IMK und IW Investitionsbedarf, um den Wohnungsmangel in vielen deutschen Großstädten zu mildern. Über zehn Jahre sollen daher zusätzlich knapp 37 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau fließen.

Schuldenfinanzierter Fonds vorgesschlagen

„Die deutsche Wirtschaft steht vor gigantischen Herausforderungen“, begründet IW-Direktor Michael Hüther die Vorschläge. „Wir brauchen jetzt Mut, um uns vom Stückwerk zu verabschieden und das Land zukunftsfähig zu machen.“ Um das Riesenprogramm zu finanzieren, schlagen die Autoren einen „Infrastrukturfonds“ auf Schuldenbasis, „der wie ein Sondervermögen von der Schuldenbremse ausgenommen wäre“.

Autor: Oiger

Quellen: IW, IMK

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger