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Uni Leipzig plant Firma, die Plaste aus Pflanzen produziert

Dr. Christian SonnendeckerInstitut für Analytische Chemie im Labor. Foto: Uni Leipzig
Dr. Christian Sonnendecker
Institut für Analytische Chemie im Labor. Foto: Uni Leipzig

Forscher arbeiten derweil weiter an biologischer Zersetzung von PET-Flaschen

Leipzig, 12. April 2023. Um unsere Umwelt von Plastemüll zu entlasten, forschen Chemiker der Uni Leipzig zweigleisig: Einerseits verbessern sie derzeit ein Enzym, das alte PET-Flaschen auf biologischem Wege zersetzt. Anderseits wollen sie demnächst ein Unternehmen ausgründen, das Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen statt aus Erdöl oder anderen fossilen Kohlenstoffverbindungen herstellen soll. Das geht aus einer Mitteilung der Leipziger Universität hervor.

„Technologische Alternative zur fossil-dominierten Plastikwirtschaft“

Denn Dr. Christian Sonnendecker vom Institut für Analytische Chemie sieht Plasteprodukte keineswegs aussterben. Aber die Zukunft gehöre Biokunststoffen aus Pflanzen, die von vornherein leichter biologisch abbaubar seien als ihre Erdöl-Brüder. „Damit etablieren wir mittelfristig eine technologische Alternative zur fossil-dominierten Plastikwirtschaft und schaffen künstliche CO2-Speicher“, meint Sonnendecker.

KI hilft bei der Suche nach dem besten Enzym

Derweil wollen er und seine Kollegen aber eben auch ihr Enzym-Recycling für erdölbasierte Plasteflaschen verbessern, um es rasch in die Wirtschaft überführen zu können. Dafür setzen die Leipziger Wissenschaftler inzwischen auch verstärkt auf „Künstliche Intelligenzen“ (KI), die womöglich rascher als ein Mensch die optimale Enzymformeln finden können.

PET-Flaschen landen teils im Ofen, auf der Deponie, im Schredder oder in der Pyrolyse

Bisher werden PET-Flaschen im ungünstigsten Falle verbrannt oder deponiert, oft aber geschreddert und dann wieder in die Plasteflaschen-Schmelze geworfen. Außerdem ist es möglich, Kunststoffe in sogenannten Pyrolyse-Anlagen bei Temperaturen unterhalb des Brennpunktes in Wachse, Öle und andere kurze Kohlenwasserstoff-Moleküle zu zerlegen, damit Plastefabriken daraus dann wieder neue Produkte herstellen können. Die biologische Zerlegung durch Enzyme, wie sie die Uni Leipzig favorisiert, ist ein noch junger Recyclingpfad.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Uni Leipzig, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger