Künstliche IntelligenzzAufi

Bald TÜV-Plaketten für KIs?

Bosch und die Konsortialpartner von "progressivKI" wollen künftig "Künstliche Intelligenzen" einsetzen. um immer komplexere Autoelektronik zu entwerfen. Da KI auch für die Steuerung autonomer und vernetzter Fahrzeuge benötigt wird, kann das in letzter Instanz dazu führen, dass die KI immer neue Tochter-KIs entwirft. Grafik: Bosch
„Künstliche Intelligenz“  in einer Bosch-Visualisierung

TÜV-Forsa-Umfrage: Viele fürchten Diskriminierung, Manipulation und Intransparenz

Berlin, 24. November 2022. Die meisten Deutschen sind dafür, „Künstliche Intelligenzen“ (KI) staatlich zu regulieren, wie in der geplanten KI-Verordnung der EU geplant. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbandes aus Berlin hervor. Demnach sind 82 Prozent der Befragten dafür, dass vor allem KIs bestimmte Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllen müssen – und dies auch kontrolliert wird.

Die meisten Deutschen wollen Künstliche Intelligenzen regulieren

„Die Europäische Union leistet mit der KI-Verordnung weltweit Pionierarbeit“, meint TÜV-Präsident Axel Stepken. „Der AI Act wird für mehr Rechtssicherheit sorgen und dazu beitragen, die enormen Potenziale Künstlicher Intelligenz besser auszuschöpfen.“ Ganz uneigennützig ist diese Argumentation durch den Überwachungsverein nicht: Der TÜV würde offensichtlich gerne ähnlich wie bei Autos KIs kostenpflichtig überprüfen. „So sollten vor allem KI-Systeme mit einem hohen Risiko für die Bevölkerung von unabhängigen Stellen geprüft werden, bevor sie in der EU auf den Markt kommen dürfen“, heißt es in der TÜV-Stellungnahme.

Einsatz im Finanzwesen und Online-Geschäften längst Standard

KIs kommen in immer mehr Lebenssphären zum Einsatz: Banken analysieren damit Wertpapiere, übernehmen die Sprach- und Gesichtserkennung in Smartphones, planen Fahrrouten, setzen Internetladen-Besucher zielgerichtet Werbung vor, steuern aber auch Autos, Medizintechnik und Waffensysteme

Laut Umfrage sehen zwei von drei Befragten insbesondere die Gefahr, dass Menschen durch automatisierte Entscheidungen diskriminiert oder benachteiligt werden könnten. „Das kann zum Beispiel bei der Personalauswahl, der Kriminalitätsbekämpfung oder der Bewertung der Kreditwürdigkeit von Personen der Fall sein“, hieß es vom TÜV. Daneben fürchten viele Deutsche, dass KIs manipuliert werden oder undurchsichtige Entscheidungen fällen könnten. Gerade KIs für riskante und kritische Aufgaben oder eben solche, bei denen Menschen ganz unmittelbar betroffen sind, bedürften daher einer besonderen Regulierung, so der Überwachungsverein.

Autor: hw

Quelle: TÜV

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger