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Blackstone baut 3D-Druck-Pilotanlage für Festkörper-Akkus in Sachsen

Prototyp einer gedruckten Festkörper-Akkuzelle. Foto: Blackstone

Prototyp einer gedruckten Festkörper-Akkuzelle. Foto: Blackstone

Schweizer wollen natriumbasierte Energiespeicher 2025 marktreif haben

Döbeln/Baar, 28. März 2022. Das Schweizer Unternehmen „Blackstone Resources“ will künftig im sächsischen Döbel nicht nur 3D-gedruckte Lithium-Akkus herstellen, sondern auch eine Pilotproduktion von Natrium-Festkörper-Akkus per 3D-Drucker starten. Das geht aus einer Mitteilung des im schweizerzischen Baar ansässigen Batterieunternehmens hervor. Blackstone will die neuen Festkörper-Akkus demnach zunächst in einem Elektrobus der Berliner Firma Eurabus testen und sie ab 2025 auf dem freien Markt verkaufen.

32 Millionen Euro für Pilotanlage und Entwicklung

Die Schweizer haben daher nun angekündigt, 32 Millionen Euro in eine Pilotanlage in Döbeln sowie in ein gemeinsames Entwicklungsprojekt mit Forschungs- und Industriepartnern zu investieren. In der nächsten Stufe wollen sie die Kernmaterialien für die neuen Akkus, also die Natrium-Festkörperelektrolyte tonnenweise in ihrem Konzernverbund herstellen. Für diese Vorhaben winken laut Blackstone insgesamt 24,1 Millionen Euro Fördergelder vom Bundeswirtschaftsministerium.

(Aktualisierung vom 29. März 2022:) Das Ministerium hat das Geld inzwischen zugesagt. „Auch wenn bis zum Fahrzeugeinsatz noch einige Schritte zu gehen sind, so hat diese Technik schon jetzt das Potential zum wichtigen Baustein für eine noch nachhaltigere Mobilität Made in Germany zu werden“, erklärte parlamentarische Staatssekretär Michael Kellner (Bündnisgrüne).

Auch Zeiss und Fraunhofer sind dabei

Beteiligt am Entwicklungsprojekt sind unter anderem Eurabus, Zeiss, das in Dresden und Bremen ansässige Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (Ifam), die Außenstelle Forchheim des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) und das Institut für Partikeltechnik (iPAT) der TU Braunschweig.

Mehr Energiedichte und Sicherheit von Festkörper-Akkus erwartet

Wenn es gelingt, Festkörper-Akkus auf Natriumbasis zur Marktreife zu führen, können sich daraus viele technologische und ökologische Vorteile gegenüber der jetzt dominierenden Lithium-Ionen-Technik ergeben: Natrium ist leichter zu beschaffen, umweltschonender zu gewinnen und billiger als Lithium. Außerdem ist von den Festkörper-Akkus eine höhere Energiedichte und ein besserer Brandschutz im Vergleich zu den Lithium-Speichern zu erwarten. Abzuwarten bleibt allerdings, ob das 3D-Druckverfahren von Blackstone die hochgesteckten Erwartungen erfüllt und auch große Akkus ermöglicht, wie sie für Elektroautos und -laster gebraucht werden.

Werbevideo von Blackstone für
die Zellproduktion in Sachsen:

In Döbeln wächst derzeit Fabrik für 3D-gedruckte Lithium-Zellen

Blackstone hatte zuvor bereits begonnen, eine Fabrik für 3D-gedruckte Lithium-Ionen-Akkuzellen in Döbeln zu bauen. „Unsere heutigen Erfahrungen im Drucken von Lithium-Ionen-Batterieelektroden können wir nahtlos auf die Herstellung von Natrium-Ionen-Zellen übertragen“, meint Holger Gritzka, der Chef der Blackstone-Tochter „Blackstone Technology GmbH“. „Damit ist die Grundlage für die sich anschließende Serienproduktion der Natrium-Ionen-Festkörperbatterien in 2025 geschaffen.“

(Aktualisierung vom 29.3.2022): Sachsens Energieminister Wolfram Günther (Bündnisgrüne) hat die Blackstone-Entscheidung ausdrücklich begrüßt: „Darin liegen Chancen für eine stark regional basierte Produktion“, kommentierte er. „Sachsens Industrie und Wissenschaft bieten gute Voraussetzungen, um bei Klimaschutz und Energiewende vorne mitzuspielen. Das stellen Blackstone und die Projektpartner unter Beweis.“

Autor: hw

Quellen: Blackstone Resources AG, Oiger-Archiv, SMEKU, BMWK