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Sachsens Wirtschaft erzielt Exportrekord

Das Elektroauto ID5 in der Montage im Fahrzeugwerk Zwickau. Foto: VW Sachsen

Das Elektroauto ID5 in der Montage im Fahrzeugwerk Zwickau – nun aber stehen die Linien still, weil Kabelbäume aus der Ukraine fehlen. Foto: VW Sachsen

Nun aber dämpft der Krieg in der Ukraine die Corona-Erholung

Dresden, 18. März 2022. Trotz Corona, Lieferkettenstörungen und anderen Krisen hat die sächsische Wirtschaft im Jahr 2021 einen neuen Exportrekord aufgestellt. Das geht aus Mitteilungen der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) und des Wirtschaftsministeriums hervor. Demnach legten die sächsischen Ausfuhren um 21 Prozent auf 44,8 Milliarden Euro zu. Damit lagen die Exporte sogar noch neun Prozent über dem bisherigen Allzeithoch im Jahr 2017. „Das war auch für uns eine Überraschung“, räumte WFS-Chef Thomas Horn ein.

Autos und Maschinen Made in Saxony gefragt

Besonders gefragt waren Autos, Elektrotechnik, Elektronik und Maschinen aus Sachsen. Hauptabnehmer war China mit einem Volumen von 7,9 Milliarden Euro, gefolgt von den USA, Großbritannien, Tschechien und Polen.

Noch nicht eingeflossen in diese Statistiken sind die ökonomischen Auswirkungen von Wladimir Putins Angriffskrieges gegen die Ukraine. Aber bereits seit der russischen Okkupation der Krim waren die einst so wichtigen Außenhandelsbeziehungen zwischen Sachsen und Russland stetig und stark geschrumpft. „2021 gingen nur noch 1,3 Prozent der sächsischen Gesamtexporte nach Russland“, berichtete Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) heute in Dresden. Damit sei das Land auf Platz 21 abgerutscht. „Russland ist für uns kein wichtiger Handelspartner mehr.“

Und durch die jüngsten Sanktionen werden die Handelsbeziehungen nach Russland weiter an Gewicht verlieren. Zudem hat die WFS aus Protest gegen den russischen Einmarsch alle Markerschließungsprojekte in Russland gestoppt.

Trotz der gesunkenen Handelsverflechtungen wirkt sich der Krieg in der Ukraine direkt und mittelbar schon jetzt sehr deutlich auf die sächsische Wirtschaft aus: Die hohen Energiepreise setzen Handwerker ebenso wie Taxiunternehmen und große Chemiebetriebe unter Druck. Und Volkswagen verliert derzeit schätzungsweise jeden Tag zweistellige Millionenumsätze, weil wegen ausbleibender Kabelbäume aus der Ukraine die Elektroauto-Produktionslinien in Zwickau und Dresden stellstehen. Kurzfristig sei es dem Unternehmen auch nicht möglich, auf Kabelbäume aus Rumänien oder Afrika umzuschwenken. „Und für manche Maschinenbauer, die sich auf Russland spezialisiert haben, brechen jetzt auch die Geschäfte ein“; weiß der Minister. „All dies bremst die konjunkturelle Erholung aus.“

Minister für pandemische Kurzarbeits-Regeln

Dulig plädiert daher an den Bund, die während der Corona-Krise eingeführten großzügigen Kurzarbeits-Regeln vorerst fortzuführen. Zugleich appelliert er aber auch an die sächsischen Unternehmer, Lehren aus all den Lieferketten-Störungen zu ziehen, die seit über zwei Jahren die Weltwirtschaft und eben auch den Freistaat treffen. „Schon die Corona-Zeit hat gezeigt: Zu starke Abhängigkeit von nur einem Markt ist ein Problem“, argumentierte er. „Wir müssen die Lieferbeziehungen auf neue Beine stellen. Und wir brauchen mehr lokale Wertschöpfung.“ Und wer seine Zulieferungen in Sachsen, Deutschland oder zumindest bei den unmittelbaren Nachbarn in Europa einkaufe, vermeide als Nebeneffekt auch lange Transporte, Spritverbrauch und Abgase, trage also zu einer ökologischer orientierten Wirtschaft bei.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: PK WFS / SMWA