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Dresden ist Pilotstadt für universellen Netzausweis „ID-Ideal“

Logo des Projekts "ID Ideal" Grafik: HTW Dresden

Logo des Projekts “ID Ideal” Grafik: HTW Dresden

Bibliotheksanmeldung, Bürgerbeteiligung, Fördermittel: Erste Szenarien für digitale neue Identitäten benannt

Dresden, 28. Juni 2021. Dresden, Leipzig und Mittweida werden die ersten Städte sein, die den neuen Universal-Digitalausweis „ID-Ideal“ unterstützen, den die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden derzeit im Auftrag von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) entwickelt (Oiger.de berichtete).

So werden sich die Dresdner per „ID-Ideal“ im Internet ausweisen können, wenn sie sich in einem Bürgeramt an- oder ummelden, die Städtischen Bibliotheken nutzen oder sich als Bürger bei der Stadtplanung einbringen wollen. Unternehmen werden damit zum Beispiel Fördermittel beantragen und Händlerstellplätze auf Märkten reservieren. Diese ersten Anwendungsszenarien hat heute die Stadtverwaltung Dresden genannt. Laut HTW-Angaben sollen die ersten Modellprojekte Mitte 2022 starten.

Ein Ausweis für alles im Netz

Später sollen alle Deutschen solch eine universelle Identität nutzen können, die das Passwort- und Ausweisnetz in der digitalen Welt ablösen soll. Perspektivisch sollen damit beispielsweise Steuererklärungen, Kinokarten-Bestellungen, Online-Einkäufe, Hotelbuchungen und vieles mehr möglich sein. Auch auf europäischer Ebene gibt es Pläne, einheitliche digitale Ausweise einzurichten, mit denen sich alle EU-Bürger, die dies wünschen, möglichst überall im Internet sicher authentifizieren können.

Altmaier sagt 15 Millionen zu

Insgesamt hat Altmaier für das Projekt „ID-Ideal“ rund 15 Millionen Euro zugesagt, von denen ein Drittel an die federführende HTW Dresden fließt. Weitere Projektpartner sind als Technologieentwickler neben der HTW auch das Blockchain Competence Center an der Hochschule Mittweida, Fraunhofer FIT, SQL Projekt AG, Exxeta AG, Kaprion Technologies GmbH, als kommunale Anwender die Landeshauptstadt Dresden, die Stadt Leipzig und die Stadt Mittweida) , als industrielle Anwender die Jungheinrich AG, StromDAO GmbH, EECC GmbH sowie als Identifikationsdienste die Evan GmbH, Authada GmbH und die Jolocom GmbH.

DE-Mail, Elster, E-Persi: Versuche gab es schon viele

Bisher müssen Netz-Nutzer eine Vielzahl von Passworten, 2-Faktor-Apps, Signaturen, Wallets und anderen Authenifizierungsverfahren parat halten, wenn sie im Netz einkaufen, Übernachtungen buchen, digitale Behördengänge erledigen oder elektronische Tickets verwalten wollen. Alle Versuche, etwa über die Elster-Signatur, die DE-Mail oder den elektronischen Personalausweis zu einem einheitlichen digitalen Ausweis- und Brieftaschenformat auch nur in Deutschland zu kommen, hatten sich bislang nicht breit durchsetzen können.

IT-Eigenbetriebs-Chef Michael Breidung inspiziert das Rechenzentrum unterm Rathaus-Dach. Foto: hw/mb

IT-Eigenbetriebs-Chef Michael Breidung. Foto: hw/mb

IT-Betriebschef Breidung: Bisher hat kein Ansatz “notwendige kritische Masse” erreicht

„So wie wir in der analogen Welt nur einen einzigen Personalausweis haben, soll es künftig ein digitales Pendant geben, mit dem Nutzerinnen und Nutzer medienbruchfreie digitale Services erhalten”, erklärte Michael Breidung, der den “Eigenbetrieb IT” der Stadt Dresden leitet. “Was zunächst einfach klingt, ist ein sehr komplexes Vorhaben. Es existieren zwar Ansätze, jedoch erreichte keiner bisher die notwendige kritische Masse.” Durch das starke ID-Ideal-Netzwerk sieht er nun aber gute Chancen, dass “wir eine Lösung kreieren, die gleichermaßen nutzerfreundlich, vertrauenswürdig und wirtschaftlich ist.“

Autor: hw

Quellen: LHD, Oiger-Archiv

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