Internet & IoT, Wirtschaftspolitik, zAufi

Schnelles Internet: Corona verzögert Ausbau in Sachsen

Glasfaser-Netze gelten neben dem Mobilfunk der 5. Generation (5g) als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft - also Datenverbindungen mit Geschwindigkeiten über einem Gigabit pro Sekunde, die ganz neue Dienste im Netz ermöglichen. Auch in Dresden setzen kommunale wie provate Ausbau-Akteure in hohem Maße auf glasfasergestützte Breitband-Lösungen. Foto: VodafoneGlasfaser-Netze gelten neben dem Mobilfunk der 5. Generation (5g) als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft - also Datenverbindungen mit Geschwindigkeiten über einem Gigabit pro Sekunde, die ganz neue Dienste im Netz ermöglichen. Auch in Dresden setzen kommunale wie provate Ausbau-Akteure in hohem Maße auf glasfasergestützte Breitband-Lösungen. Foto: Vodafone

Glasfaser-Netze gelten neben dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft. Foto: Vodafone

Dennoch können nun acht von zehn Haushalte 100-Megabit-Anschlüsse bekommen

Dresden, 3. Januar 2020. Corona und der folgende Ausnahmezustand haben noch deutlicher gemacht, wie wichtig eine stabile und schnelle Internetversorgung für alle ist – sei es nun für den Fernunterricht, die Heimarbeit oder für die Hol- und Bringdienste, mit denen sich manches Restaurant über Wasser zu halten versucht. Doch in der Praxis hat die Pandemie auch viele Breitband-Ausbauprojekte in Sachsen verzögert. Das hat der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) heute eingeräumt. Allerdings habe der Freistaat in puncto schnelles Internet in den vergangenen Jahren auch deutliche Fortschritte geschafft.

Wirtschaftsminister: Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Breitband-Ausbau ist

„Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig eine schnelle Breitbandverbindung für unsere Bürger, Unternehmen und Schulen ist. Wir haben deswegen als Landesregierung viel Geld bereitgestellt, damit der Glasfaserausbau nicht mehr an den fehlenden Eigenmitteln der Kommunen scheitert“, betonte Dulig. „Die Staatsregierung hat weiterhin das Ziel, eine flächendeckende Versorgung mit gigabitfähigen Infrastrukturen zu erreichen.“ Dabei setzt Sachsen stark auf Glasfaser-Leitungen.

1,7 Milliarden Euro Zuschüsse bewilligt

Derzeit befinden sich 69 geförderte Internet-Ausbauprojekte im Bau. „Viele von ihnen wurden durch die Pandemie oder die Aufnahme zusätzlicher Haushalte in den Ausbau verzögert, darunter die Großprojekte in den Landkreisen Nordsachsen und Bautzen“, hieß es vom Wirtschaftsministerium in Dresden. Für weitere 75 Projekte habe das Land Zuschüsse bewilligt beziehungsweise sie haben gerade begonnen. Insgesamt sollen hier 30.197 Kilometer Glasfaser und 11.870 Kilometer Leerrohre für rund 180.000 Haushalte verlegt werden.

Um diese und weitere Vorhaben zu fördern, habe der Freistaat bisher 578 Millionen Euro Zuschüsse bewilligt. Weitere 1,19 Milliarden Euro stelle der Bund für den Internetausbau in Sachsen bereit. Hinzu kommen die – meist nicht genau bezifferten – Investitionen der Deutschen Telekom, von Vodafone und anderen Telekommunikations-Unternehmen in ihre sächsischen Netze.

42 Prozent der Haushalte für Gigabit ertüchtigt

Mitte 2020 waren laut Ministeriums-Angaben 79 Prozent der Haushalte in Sachsen so ausgerüstet, dass sie Netzanschlüsse mit einem Ladetempo von mindestens 100 Megabit je Sekunde bestellen konnten – soweit sie das wollten. Zum Vergleich: Mitte 2018 lag diese Versorgungsquote bei 51,7 Prozent. Der Abdeckungsgrad mit Gigabit-Anschlüssen legte von 31,5 auf 42,5 Prozent.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: SMWA