Automobilindustrie, Energietechnik, zAufi

Bosch entwickelt Brennstoffzelle für Elektro-Schwerlaster

Den Stack, das Herzstück der Brennstoffzelle, Foto: Bosch

Den Stack, das Herzstück der Brennstoffzelle, Foto: Bosch

System soll 2022/23 in Serie gehen

Stuttgart, 2. September 2020. Während Volkswagen die deutsche Autoindustrie und die Wirtschaftspolitiker auf einen batterieelektrische Zukunft einzuschwören versucht, setzen andere wie etwa Toyota auch auf Brennstoffzellen als Energiequellen für Elektroautos. Und nun hat auch Bosch Farbe in dieser Frage bekannt: Beim Technologiekonzern aus Stuttgart ist man anscheinend überzeugt, dass Schwerlaster besser mit Brennstoffzellen als mit Batterien elektrifiziert werden können. Bosch will solch einen Brennstoffzellenantrieb für Elektrolaster bis 2022/23 entwickeln unddann damit in Serie gehen, wie das Unternehmen heute ankündigte.

Wenig Chancen für batterieelektrischen Schwerlasttransport

“Wie wirtschaftlich ist es, auch Schwerlast-Lkw mit 40 Tonnen Nutzlast über lange Distanzen rein batterieelektrisch zu betreiben?”, fragen die Bosch-Manager rhetorisch und argumentieren: “Allein wegen des Batteriegewichts, der langen Ladezeiten und begrenzten Reichweiten ist der Elektroantrieb mit aktueller Batterietechnik für schwere Nutzfahrzeuge nicht die erste Wahl. Trotzdem werden auch 40-Tonner in naher Zukunft über tausend Kilometer rein elektrisch unterwegs sein können. Der Schlüssel dazu liegt im Brennstoffzellenantrieb von Bosch.”

So stellt sich Bosch den Brennstoffzellenantrieb für Schwerlaster vor. Abb.: Bosch

So stellt sich Bosch den Brennstoffzellenantrieb für Schwerlaster vor. Abb.: Bosch

Brennstoffzellen erzeugen aus Wasserstoff und Sauerstoff in einer langsamen Verbrennung Strom, Wärme und Wasser. Solche Systeme sind allerdings noch teuer und sind in ihrer ökonomischen und ökologischen Bilanz umstritten. Anderseits können Brennstoffzellen-Fahrzeuge ähnlich schnell wie Diesel-Laster betankt werden. Und setzt man dabei Wasserstoff ein, der mit Hilfe von Solar- oder Windenergie erzeugt wurde, wäre eine vergleichsweise umweltfreundlicher Antrieb möglich. Die energetische Bilanz des gesamten Prozesses von der Wasseraufspaltung bis hin zu Wiederverbrennung zu Wasser auch dann bescheiden bleibt.

Dennoch ist man bei Bosch überzeugt, dass Brennstoffzellen-Antriebe in der Zukunft dann auch im Pkw vermehrt zum Einsatz kommen und aus guten Gründen fester Bestandteil des Antriebsportfolios der Zukunft sein” werden. Vor allem die Argumente Reichweite und Tanktempo sprechen demnach für diese Technologie: “Ein Kilogramm Wasserstoff enthält so viel Energie wie 3,3 Liter Diesel”, betonen die Bosch-Ingenieure. “Ist der Tank leer, kann H2, wie bei einem Diesel oder Benziner, in wenigen Minuten aufgefüllt werden und die Fahrt geht weiter.”

Autor: hw
Quelle: Bosch