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China stößt in Halbleiter-Top-10 vor

Die Huawei-Tochter HiSilicon verfügt über keine eigenen Fabriken, sondern ist auf Chipdesign spezialisiert. Foto: HiSilicon
Die Huawei-Tochter HiSilicon verfügt über keine eigenen Fabriken, sondern ist auf Chipdesign spezialisiert. Foto: HiSilicon

Huawei-Tochter „HiSilicon“ verdrängt Infineon

Scottsdale, 10. Mai 2020. Mit der Huawei-Tochter „HiSilicon“ ist erstmals ein chinesisches Unternehmen die Liste der zehn umsatzstärksten Mikroelektronik-Konzerne aufgestiegen. Das geht aus einem Bericht des US-amerikanischen Marktforschungs-Unternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale hervor. Aus der Top 10 verschwunden ist hingegen der deutsche Halbleiterkonzern „Infineon“.

Die Liste der zehn umsatzstärksten Hableiterunternehmen im ersten Quartal 2020. Abb.: IC Insights
Die Liste der zehn umsatzstärksten Hableiterunternehmen im ersten Quartal 2020. Abb.: IC Insights

Huawei bastelt an neuen Chip-Lieferketten

Der Neuzugang aus China ist eine Chipdesign-Tochtergesellschaft des Smartphone-Herstellers „Huawei“ – und ist an dessen Verkaufserfolge gekoppelt. In Zukunft wird „HiSilicon“ mutmaßlich weiter an Gewicht gewinnen: US-Präsident Donald Trump (Republikaner) will die Chinesen nicht nur von US-Patenten und Märkten fernhalten, sondern auch von Halbleiter-Bezugsquellen wie TSMC abschneiden. Daher baut Huawei bereits seit einiger Zeit seine eigenen sowie alternative Bezugsquellen für Smartphone- und Netztechnik aus. Ziel: Unabhängiger von US-Schaltkreisen und -Anlagen werden.

Die Aufträge von HiSilicon aus China machen für TSMC einen wachsenden Anteil am Umsatz aus. Abb.: IC Insights
Die Aufträge von HiSilicon aus China machen für TSMC einen wachsenden Anteil am Umsatz aus. Abb.: IC Insights

Jeder siebte Schaltkreis von TSMC ist für Huawei

Nicht nur für die Chinesen, sondern auch für Auftragsfertiger TSMC aus Taiwan wäre ein Erfolg von Trump ein ernstes Problem: Denn „HiSilicon“ hat keine eigenen Fabriken, sondern entwirft die Chips für die Mutter „Huawei“ nur und lässt sie dann von den Taiwanesen bauen. Das Unternehmen ist inzwischen ein sehr wichtiger Geschäftspartner. Machten die Aufträge von HiSilicon – und damit letztlich Huawei – im Jahr 2017 rund fünf Prozent der TSMC-Umsätze aus, wuchs dieser Anteil bis 2019 auf 14 Prozent. Derzeit ist TSMC das drittgrößte Mikroelektronik-Unternehmen und die größte Foundry weltweit.

Autor: hw

Quelle: IC Insights

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger