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Gegen Ärztemangel: TU Dresden bildet Mediziner nun auch in Chemnitz aus

Medizinstudenten an der an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden. Künftig wollen die Dresdner Professoren auch in Chemnitz Studenten unterrichten. Foto: Stephan Wiegand für die TUD

Medizinstudenten an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden. Künftig wollen die Dresdner Professoren auch in Chemnitz Studenten unterrichten. Foto: Stephan Wiegand für die TUD

Das Modellprojekt „MEDiC“ ist für 50 Studenten ausgelegt.

Dresden/Chemnitz, 10. April 2020. Um mehr Ärzte in Sachsen auch dezentral ausbilden zu können, startet die TU Dresden im Wintersemester 2020/21 einen externen Studiengang an der TU Chemnitz. Das haben die Dresdner Uni und das Klinikum Chemnitz nun angekündigt. Der Modell-Studiengang „MEDiC“ wird 50 Studienplätze umfassen. Die Idee dabei ist, angehenden Medizinern eine Ausbildung in der Region zu ermöglichen, in der sie gerne leben wollen.

Prof. Michael Albrecht. Foto: hw

Prof. Michael Albrecht. Foto: hw

Antwort auf Ärztemangel vor allem auf dem Lande

Wegen des Ärztemangels haben die beiden TUs „ein Modell entwickelt, das potenzielle Medizinstudierende in der Region anspricht, um sie hier zu halten und ideal auf ihre künftige Tätigkeit in ländlicheren Strukturen vorzubereiten“, erklärte Professor Michael Albrecht, der medizinische Vorstand des Uniklinikums Dresden. „Von dem hohen Praxisanteil im Modellstudiengang profitieren Patienten und Mitarbeiter unmittelbar“, schätzte Dirk Balster ein, der Chef des Klinikums Chemnitz. „Auch die Stadt Chemnitz wird erheblich von dieser Erweiterung des studentischen Angebots profitieren.“

Sachsen gibt 21,5 Millionen Euro, Bund legt 20,5 Millionen oben drauf

Der Freistaat Sachsen will diesen „Modellstudiengang Humanmedizin der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden in Chemnitz“ (MEDiC) bis 2023 mit insgesamt 21,5 Millionen Euro fördern. Auch das Bundesgesundheitsministerium habe dieser Idee der Dresdner und Chemnitzer zugestimmt, informierte die TUD. “Im gleichen Förderzeitraum beteiligt sich der Bund zusätzlich in Höhe von 20,5 Millionen Euro”, ergänzten die Chemnitzer.

Dekan: Corona zeigt, wie sehr wir gut ausgebildete Mediziner brauchen

MEDiC sei „die sächsische Antwort auf die drohende medizinische Unterversorgung der ländlichen Region Südwest- und Mittelsachsen, die durch die Zunahme versorgungsintensiver Erkrankungen einer alternden Bevölkerung und dem wachsenden Ärztemangel im ländlichen Raum entsteht“, heißt es in der TUD-Mitteilung. Die aktuelle Corona-Pandemie zeige erneut, wie wichtig intaktes Gesundheitssystem mit ausreichend Ärzten sei, betonte Professor Heinz Reichmann, der Dekan der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden. „Die wichtigste Ressource dafür sind gut ausgebildete Mediziner.“

Autor: Oiger

Quellen: Medizinische Fakultät der TUD, Klinikum Chemnitz