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Fraunhofer startet digitale Dorfzeitungen in Sachsen

Fraunhofer-werbung für die Dorffunk-App. Abb.: Fraunhofer IESE

Fraunhofer-werbung für die Dorffunk-App. Abb.: Fraunhofer IESE

Pilotprojekte „Dorfnews“ und „Dorffunk“ in der Lommatzscher Pflege soll zeigen, wie 5G & Co. das Landleben aufwerten können

Dresden/Lommatzsch, 25. März 2020. Bauer sucht Frau? Frau sucht Traktor? Tranktor sucht Mechaniker? Dies und vieles mehr sollen neue digitale Vernetzungsformate wie die internetgestützten „Dorfnews“ und „Dorffunk“ möglich machen. Damit wollen Fraunhofer-Forscher das Dorfleben auf eine neue Kommunikations-Stufe heben. Und sie möchten so zeigen, wie beispielsweise der Mobilfunk der 5. Generation (5G) Bauern genauso wie Freiberuflern auf dem Lande nützen kann. Diese Dienste haben die Fraunhofer-Initiatoren sowie die Landbewohner selbst und Vertreter des sächsischen Landwirtschaftsministeriums heute in den Dörfern rings um die sächsische Kleinstadt Lommatzsch freigeschaltet.

Minister will Dörfer digital stärken

„Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen, um das Leben auf dem Land auch zukünftig attraktiv und lebenswert zu gestalten“, betonte Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt. „Neben all den Freiheiten und Vorteilen, die das Landleben mit sich bringt, können digitale Dienste Lösungen für die kleinen zusätzlichen Herausforderungen des Lebens im ländlichen Raum anbieten. Der ländliche Raum lebt vom Zusammenhalt und von gegenseitiger Hilfe. Mit den digitalen Diensten können sich die Einwohner noch besser vernetzen. Das stärkt diese Gemeinschaft.“

Auch Feldschwärme geplant

Dorffunk und Dorfnews sind letztlich Apps, mit denen die Dorfbewohner Nachrichten und Hilfsangebote wie auch Nachfragen publizieren können. Dazu gehören Verlautbarungen des Bürgermeisters, Mitfahrgelegenheiten, Reparaturangebote, Veranstaltungsankündigungen und dergleichen mehr. Die Apps sind gratis für iPhones und Android-Telefone verfügbar. Entwickelt haben diese digitalen Lösungen das Fraunhofer-Institute für Experimentelles Software Engineering (IESE) und für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI).

So etwa stellen sich die Sachsen den Feldschwarm vor: Ein bemanntes Fahrzeug umgeben von autonomen Feldmaschinen. Abb.: WTK

So etwa stellen sich die Sachsen den Feldschwarm vor: Ein bemanntes Fahrzeug umgeben von autonomen Feldmaschinen. Abb.: WTK

„Digitale Dörfer Sachsen“ ist ein Projekt unter mehreren Vorhaben, mit denen Wissenschaftler der TU Dresden, des IVI, des IESE und ihre Partner aus der Wirtschaft neue funkgestützte Technologien und Vernetzungslösungen auf dem Dorf erproben. Dazu sollen später auch 5G-vernetzte Schwärme aus teils autonom arbeitenden Erntemaschinen, Drohnen und Begleitfahrzeugen gehören, die viel effizienter die Äcker bestellen sollen als heutige Lösungen.

Autor: hw

Quellen: SMUL, Oiger-Archiv