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DDR-Garagengemeinschaften – eine Welt für sich

Garage aus einer Garagengemeinschaft, wie es sich überall in der DDR gab. Foto: Theo Thiesmeier
Garage aus einer Garagengemeinschaft, wie es sich überall in der DDR gab. Foto: Theo Thiesmeier

Technischen Sammlungen Dresden zeigen Fotos von Theo Thiesmeier

Dresden, 16. Oktober 2019. Eine fotografische Langzeitstudie „einer verschwindenden Spezies von Alltagsarchitektur“ der DDR ist in den Technischen Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1, zu sehen: „Garagengemeinschaften“ ist die Ausstellung mit Fotos von Theo Thiesmeier betitelt. Im Fokus: individuelle Bauformen und die Rolle der Garagengemeinschaften als Ort der Geselligkeit.

Die ersten von Thiesmeiers ‚Garagen-Porträts’ entstanden 2011 in Brandenburg, informieren die TSD. Inzwischen seien Hunderte hinzugekommen, in Berlin, Dresden und Ostsachsen. „In der seriellen Abbildung des ähnlichen baulichen Grundtypus zeigt sich die Individualität alltäglicher Gebrauchsarchitektur. Eine abwechslungs- und detailreiche Farbigkeit, Spuren handwerklicher Eingriffe, Verwitterung und Vegetation führen zu bildhaften Oberflächen von größter Unterschiedlichkeit und überraschender Vielschichtigkeit“, schätzen die Kuratoren ein.

Der Fotograf habe während seiner Recherchen mehrere Grundtypen bestimmt, dabei auch ein Modell „Dresden“. „Seine seriellen Aufnahmen entstanden vor allem an Orten im Land Brandenburg. Sie heben die Individualität der gemeinschaftlich geschaffenen Bauten hervor, die Spuren von handwerklichen Eingriffen durch die Nutzer und ihre abwechslungsreiche Farbigkeit. Die verwitterten Farben und rissigen Oberflächen erscheinen in den Fotografien, als wären sie ursprünglich durch geschulte Gestaltungsabsichten geprägt worden.“

Und weiter heißt es von den TSD: „Die kleinen Autohäuser werden oft nur noch als Abstellräume genutzt oder sind verlassen. In ihrem gealterten Zustand können sie auch als Symbole wahrgenommen werden: Denkmale der verstreichenden Zeit.“

Der Eintritt kostet fünf Euro. Öffnungszeiten: Di – Fr  9-17 Uhr sowie Sa / So / Feiertag  10-18 Uhr. Mehr Infos: TSD.de

Autor: hw

Quelle: TSD

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger