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Krimi „Das Objekt“: Nerds, der Mond und eine Söldnerarmee

Die Visualisierung zeigt, wie eine mit 3D-Druckern erzeugte Mondbasis etwa aussehen könnte. Abb.: Foster
Abb.: Foster

„Extraleben“-Autor schickt Schröder und Harry den alten Geheimnissen hinterher

Ein ewiges Muttersöhnchen fängt daheim in der deutschen Provinz einen Kopfschuss, als er sich im Netz gerade uralte Nasa-Fotos von den Mondlandungen ansieht. Zufall oder war er da einer ganz großen Sache auf der Spur? Die Suche nach Antworten führt den Computerforensiker Schröder und seine neue Kollegin Harriet („Harry“) bis in die USA, zu einem alten Nasa-Computerexperten mit dem bezeichnendem Namen von Neumann – und bald darauf haben sie alle eine Sölderarmee auf den Fersen. All dies erzählt Autor Constantin Gillies, der sich schon mit seinen „Extraleben“ eine Fangemeinde erschrieb, in dem Nerd-Krimi „Das Objekt“.

Lustig, spannend und nur manchmal superheldisch

Und das ist, wie von Gillies gewohnt, spannend, amüsant und wenig superheldisch geschrieben. Nerds eben, die sozial ein wenig unbeholfen sind, aber voll aufdrehen, wenn ihnen das Schicksal eine finstere Verschwörung und Retrocomputertechnik vor die Nase setzt. Anders als bei „Extraleben“ ist das aber diesmal keine reine Männer-Kumpel-Sache: Mit Harriet alias „Seven of Nine“ kommt eine begabte Assembler-Token-Programmiererin und vor allem ein Korrektiv ins Spiel, das den Herren Nerds manchmal auch ganz gut tut.

Constantin Gillies. Foto: CSW-Verlag
Constantin Gillies. Foto: CSW-Verlag

Viele Details für Kenner der 80er und 90er eingestreut

Und natürlich spickt der Autor all dies mit vielen Details aus der Populärkultur der 1980er und 1990er Jahre, die der Leser nicht zwingend erkennen muss, um der Thriller-Story zu folgen, die aber das Herz aller Geeks, Nerds und Retro-Gamer öffnen. „Als bekennender Nerd weiß ich“, so schreibt Gillies in seinem Nachwort, „dass es einige wenige gibt, die genau diese Kleinigkeiten mögen“.

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Kurzinfos:

  • Autor: Constantin Gillies
  • Titel: „Das Objekt – Ein Fall für Schröder“
  • Genre: Nerd-Krimi
  • Verlag: Goldmann / Random House
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • E-Buch-Preis: neun Euro
  • Paperback; 10,30 Euro
  • ISBN: 978-3-641-14369-5
  • Umfang: 384 Seiten
  • Leseprobe: hier
  • Nachfolge-Buch: „00:01

 

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger