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Fraunhofer Dresden schneidert mit E-Strahlen organische Farbbildschirme

Die Entwickler vom Fraunhofer-Institut FEP in Dresden schmelzen organische Farb-Mikrobildshcirme mit dem elektronenstrahl. Foto: Fraunhofer FEP

Die Entwickler vom Fraunhofer-Institut FEP in Dresden schmelzen organische Farb-Mikrobildschirme mit dem Elektronenstrahl. Foto: Fraunhofer FEP

Mini-Displays sollen für leichtere und brillantere Datenbrillen sorgen

Dresden, 6. August 2018. Fraunhofer-Ingenieure aus Dresden haben einen Weg gefunden, besonders brillante Mini-Farbbildschirme aus organischen Materialien mit Elektronenkanonen zu erzeugen. Vor allem für leichtere Datenbrillen, digitale Medizintechnik und elektronisch aufgerüstete Textilien wären solche dünnen und leistungsstarken Displays sinnvoll einsetzbar, schätzten die Forscher des „Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) aus Dresden ein.

Deutlich komakter (und hübscher) als bisherige Bildschirmbrillen à la "Cinemizer": Die interaktive OLED-Brille soll für den Durchblick in der realen wie der virtuellen Welt sorgen. Abb.: IPMS

Früheres Modell einer interaktiven OLED-Brille von Fraunhofer Dresden. Abb.: IPMS

Ohne Filter und Masken keine OLED-Farbe

Mikrobildschirme werden heute schon beispielsweise in Datenbrillen eingebaut, um dem Träger virtuelle und erweiterte Welten („VR“ und „AR“) vor Augen zu führen. Als besonders interessant dafür gelten Anzeigen aus „organischen Leuchtdioden“ (OLED), die sehr dünne Bauweisen ermöglichen. Damit diese kleinen Displays auch farbige Bilder, Videos und Spiele zeigen können, werden sie allerdings meist mit zusätzlichen Farbfiltern und Schattenmasken versehen. Diese Filter und Masken mindern aber die Leuchtkraft beziehungsweise Auflösung der dargestellten Bilder.

E-Kanone schmilzt durch Schutzschicht hindurch

Nun aber haben die sächsischen Fraunhofer-Experten ein Verfahren gefunden, um mit Elektronenstrahlen die OLEDs direkt mit Farbpixeln zu strukturieren: Sie leiten den Strahl durch die durchsichtige Schutzschicht der OLED hindurch und schmelzen dort Berge und Täler hinein. Dabei verändern sie die Dicke der Ladungsträgerschichten. Dadurch können die organischen Schichten an diesen Stellen unterschiedliche Farben darstellen. „Mit unserem Elektronenstrahl-Verfahren ist es möglich, auch solche sensiblen, organischen Materialien thermisch zu strukturieren, ohne darunterliegende Schichten zu schädigen“, betonte FEP-Entwicklerin Elisabeth Bodenstein.

Präsi in Südkorea

Bis zu serienreifen Datenbrillen mit solchen farbstarken OLED-Bildschirmen ist zwar noch einiger Aufwand zu betreiben. Auch bleibt abzuwarten, auf welches Tempo die Dresdner mit ihrer Elektronenstrahl-Technik kommen. Nun wollen sie aber ihre Ergebnisse erstmals einem Fachpublikum auf der Bildschirmtechnik-Tagung „International Meeting on Information Display“ (IMID) vom 29. bis zum 31. August 2018 in Busan in Südkorea vorstellen.

Autor: Heiko Weckbrodt