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DVD „Railroad Tigers“: Action-Eisenbahner machen Invasoren in China die Hölle heiß

Die beiden Hauptdarsteller in "Railroad Tigers": Jackie Chan als Partisan Ma Yuan und im Hintergrund eine der effektvoll inszenierten historischen Dampfloks. Szenenfoto: Koch-Film

Die beiden Hauptdarsteller in “Railroad Tigers”: Ein – diesmal vergleichsweise ernsthafter – Jackie Chan als Partisan Ma Yuan und im Hintergrund eine der effektvoll inszenierten historischen Dampfloks. Szenenfoto: Koch-Film

Action-Komödie mit Jackie Chan über den Partisanenkampf gegen die japanische Armee

Wie gab es uns schon Tolkien zu verstehen? Manchmal sind es die „kleinen“ Leute, die das Schicksal eines Landes wenden. Solch eine Geschichte erzählt der chinesische Regisseur Ding Sheng auch in seiner prominent besetzten Actionkomödie „Railroad Tigers“, die inzwischen in Deutschland fürs Heimkino erschienen ist.

Die Story: Robin Hood auf Chinesisch

Historischer Hintergrund ist die japanische Okkupation Chinas durch das japanische Kaiserreich im II. Weltkrieg. Als die Japaner eine strategisch wichtige Eisenbahnlinie im eiskalten Ostchina einnehmen, werden die Bahnarbeiter zu Partisanen nach dem Prinzip „Soldat Schwejk“: Tagsüber verbeugen sie sich lächelnd vor den Invasoren, spielen die braven und stets pflichtbewussten Eisenbahner – um sich nachts dann um so wilder zu gebärden: Sie überfallen Militärzüge, rauben Waffen und verteilen erbeutete Lebensmittel an Otto Normalchinese. Unter der Führung von Ma Yuan (Jackie Chan) werden ihre Guerilla-Aktionen immer schlagkräftiger – bis sie sich an ein allzu ehrgeiziges Ziel wagen…

Stilistik: Mix aus Chan-Slapstick, Nationalepik und Animation

Ding Sheng erzählt all dies in Crossover-Manier, die verschiedene Stilistiken aufnimmt: Da steckt viel von der Rasanz und Slapstick-Komik vieler Jackie-Chan-Filme darinnen, aber auch die eher epische rotchinesische Filmschule. Sehr hübsch, wenn auch sicher eher Budgetzwängen geschuldet: Besonders ausufernden Gefechte und Hintergrund-Geschichten sind einer sehr schönen Trickfilmtechnik im Rotoskopie-Stil inszeniert. Hier wie auch in der Kapitel-Einteilung des Films schimmert auch ein wenig „Kill Bill“-Anleihe durch.

Überstilisierung und Overacting dürfen in einem chinesischen Film natürlich nicht fehlen: Der oberböse japanische Geheimdienstoffier ist eine zierliche Frau. Szenenfoto: Koch Film

Überstilisierung und Overacting dürfen in einem chinesischen Film natürlich nicht fehlen: Der oberböse japanische Geheimdienstoffizier ist eine zierliche Frau. Szenenfoto: Koch-Film

Fazit: breit angelegt

„Railroad Tigers“ ist nicht so rasant und ganz und gar auf den Hauptakteur geschnitten wie andere Jackie-Chan-Streifen. Aber das liegt sicher auch am Anliegen des Films, der sich sichtlich bemüht, Nationalstolz auf den chinesischen Kampf gegen das japanische Imperium zu wecken. Glücklicherweise werden da statt pädagogischer Zeigerfinger recht amüsante Unterhaltung und Action geboten. Auch Pufferküsser kommen auf ihre Kosten: Die alten Dampfloks und Züge spielen eine der Hauptrollen hier. Kurz: Auch wegen seiner stilistischen Breite sind die „Eisenbahntiger“ durchaus sehenswert, wobei womöglich Jackie-Chan-Fans etwas enttäuscht sein werden, weil ihr Idol nicht ganz so im Zentrum steht wie in seinen anderen Filmen.

Die Boni:

In der Bonussektion der DVD erfährt man im Übrigen auch, dass gerade dieser Superstar aus Hongkong als guter Kumpel am Set gilt: Während der Dreharbeiten im Nordosten Chinas herrschten Temperaturen um die -18 Grad – worauf Jackie-Chan warme Teigtaschen für alle anschleppte, damit sich „alle wie Brüder fühlen“. Außerdem finden sich unter den „Extras“ kleine Dokus über die Spezialeffekte, über den Modellbau, der ganze Eisenbahnzüge 1 zu 4 nachkonstruierte, sowie Versprecher am Film-Set.

DVD im Überblick:

  • Titel: „Railroad Tigers“
  • Genre: Action-Komödie
  • Produktionsland und -jahr: China 2016
  • DVD-VÖ in Deutschland: November 2017
  • Regie: Ding Sheng
  • Schauspieler: Jackie Chan, Huang Zi Tao, Jaycee Chan
  • Spielzeit: 119 Minuten
  • Extras: Dokus „Hinter den Kulissen“, über die Story-Entwicklung, Spezialeffekte und Versprecher (21 Minuten)
  • Alterseinstufung: FSK 12

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

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