Mehr Unfälle mit E-Bikes
Verband: Unfallhäufung steigt nur proportional zur E-Bike-Nutzung
Bad Soden, 11. Januar 2017. Die Unfälle mit Elektrofahrrädern häufen sich: Von Januar bis September 2016 sei die Zahl um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum angestiegen, teilte das Statistische Bundesamt (destatis) in Wiesbaden mit. Dieser Anstieg sei aber durch die wachsende Zahl von E-Bikes auf den Straßen zu erklären, betonte nun der „Zweirad-Industrie-Verband“ (ZIV) aus Bad Soden.
„E-Bikes weisen keineswegs per se ein größeres Unfallrisiko auf als gewöhnliche Fahrräder“, argumentierte der Interessenverband. „Der Anstieg der Unfallzahlen bei E-Bikes ist nach Überzeugung des ZIV hauptsächlich auf den stetig wachsenden Bestand – zum Jahresende 2016 werden bereits über drei Millionen E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs sein – sowie die intensivere Benutzung hinsichtlich zurückgelegter Distanzen und Nutzungshäufigkeit zurückzuführen. Durch die gesteigerte Kilometerleistung steigt das Unfallrisiko proportional.“

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Sagt der „Zweirad-Industrie-Verband“… Ist natürlich als Industrie-Lobby-Organisation sehr glaubwürdig.
Die Fahrradindustrie hat ähnlich wie manch andere ihr Schicksal an immerwährendes Wachstum und kurze Produktzyklen geknüpft, was im klassischen Fahrradmarkt seit einigen Jahren nicht mehr funktioniert und gerade im umsatz- und margenträchtigen Sport-Bereich inzwischen mit einem gewissen Kaufstreik beantwortet wird. Das E-Bike soll mit höherem ASP und Erschließung neuer Käuferschichten dieses Problem lösen.
Wer regelmäßig Fahrrad fährt, wird gerade in diesen neuen Käuferschichten das Problem erkennen. Menschen in ihren 60er Jahren, offensichtlich schon lange nicht mehr auf einem Zweirad gesessen, können jetzt ziemlich mühelos mit 25 km/h fahren. (Natürlich gern auch ohne Helm.) Desaster mit Ansage, das Gegenstück zum „jugendlichen Kampfradler“, wobei letzterer statistisch eher die Ausnahme ist, die neuen E-Biker eher symptomatisch…