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Speicher-Markt auf Talfahrt

Wafer mit 3D-XPoint-Speichergittern. Foto: Intel
Foto: Intel

Analysten: dRAM-Umsätze schrumpfen um ein Fünftel

Scottsdale, 15. August 2016. Der Markt für Speicher-Chips wird in diesem Jahr weltweit voraussichtlich um ein Zehntel (11 %) schrumpfen. Das geht aus einer neuen Prognose des Marktforschungs-Unternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale in Arizona (USA) hervor. Besonders gebeutelt werden die Hersteller von flüchtigen Standard-Speichern: Im dRAM-Markt erwarten die Analysten nämlich sogar einen Umsatz-Rückgang um ein Fünftel (19 %).

Selbst Smartphone-Nachfrage schwächelt

Schuld sei vor allem die geringe Nachfrage durch PC- und Notebook-Hersteller, die früher die Hauptabnehmer für dRAM-Speicherchips waren, so „IC Insights“. Aber nicht nur der PC-, sondern auch der Tablet-Markt schwächelt. Und selbst die Nachfrage für Smartphones entwickelt sich nicht mehr so dynamisch wie in den jüngsten Jahren. Damit sinkt auch von diesen bisherigen Markttreibern die Nachfrage sowohl für flüchtige Speicher (dRAM) wie auch für nichtflüchtige Speicherchips (NAND-Flash).

Starkes Auf und Ab im DRAM-Markt üblich

Noch im Jahr 2013 war der dRAM-Markt ganz erheblich gewachsen und hatte weltweit zu einer Umsatz-Steigerung um ein Drittel (33 %) geführt. Im Folgejahr legten die dRAM-Umsätze noch einmal ähnlich stark zu (34 %), um dann im Jahr 2015 bereits um 3 % zu schrumpfen. Zwar war der dRAM-Markt schon immer sehr volatil, also beweglich. Der nun erwartete Abschwung um 19 Prozent in diesem Teilsegment erinnert aber durchaus an die starken Einbrüche 2008. Die hatten damals zu einer dramatischen Marktbereinigung geführt, der unter anderem auch der deutsche Qimonda-Konzern zum Opfer fiel.

Chinesen wollen mehr dRAM-Chips anbieten

Und demnächst werden wohl auch neue Mitspieler am Markt mitmischen: Die chinesischen Halbleiter-Unternehmen „Sino King Technology“ in Hefei and „Fujian Jin Hua“ wollen Ende 2017 oder Anfang 2018 ebenfalls dRAM-Speicher anbieten. Dies dürfte gut für die Konsumenten, aber schlecht für die anderen Speicher-Fabriken weltweit sein. Denn erfahrungsgemäß fluten die Chinesen mit ihren Produkten oft gleich in großen Mengen die Märkte. Dies könnte zu einem weiteren Preisverfall von RAM-Riegeln für PCs und Notebooks führen. hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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