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Sachsen spannt Honigfallen gegen Hacker auf

Die sächsischen Landesbehörden wollen auch durch neue Abwehrtechniken den Abfluss wichtiger Daten verhindern. Abb. aus: Jahresbericht Informations- und Cybersicherheit in Sachsen
Die sächsischen Landesbehörden wollen auch durch neue Abwehrtechniken den Abfluss wichtiger Daten verhindern. Abb. aus: Jahresbericht Informations- und Cybersicherheit in Sachsen

Behörden planen auch einen Identitätsklau-Radar

Dresden, 10. April 2016. Angesichts großer digitaler Ausspäh-Risiken wollen die sächsischen Landesbehörden mit innovativen Pilotprojekten ihre Abwehrkräfte gegen Hacker und Cyberkriminelle stärken: Sie werden einerseits neue digitale Honigfallen aufstellen (Projekt „Honeysens“) und eine Art Radarsystem (Projekt „Identity Leak Checker“) installieren, das Alarm schlägt, wenn auf Hacker-Seiten abgeflossene Zugangsdaten zu Landesbehörden auftauchen. Das hat Innen-Staatssekretär Michael Wilhelm als „Beauftragter für Informationstechnologie“ (CIO) des Freistaates Sachsen heute angekündigt.

Automatische Fallen für automatische Angreifer: Der Freistaat möchte die elektronischen Honigfallen der TUD einsetzen, um Verseuchungen im sächsischen Verwaltungsnetz aufzuspüren. Foto: Heiko Weckbrodt
Automatische Fallen für automatische Angreifer aus dem Internet: Auch der Freistaat möchte die elektronischen Honigfallen der TUD einsetzen, um Verseuchungen im sächsischen Verwaltungsnetz aufzuspüren. Foto: Heiko Weckbrodt

„Honey Sens“ an TU Dresden entwickelt

Hinter „Honeysens“ stecken einfach konstruierte Einplatinen-Computer, die der Informatik-Student Pascal Brückner an der TU Dresden entwickelt hat. Sie können an beliebigen Stellen in potenziell bedrohten Netzwerken schnell eingestöpselt werden und gaukeln Cyberkriminellen und Hackern vor, sie seien angreifbare PCs im Netzwerk. Sie zeichnen dann die Attacken mit und übergeben die gesammelten Angreifer-Infos automatisch an die menschlichen Administratoren.

ID-Klau-Radar vom Plattner-Institut Potsdam

Auch das Projekt „Identity Leak Checker“ hatte der Freistaat in einer Forschungseinrichtung in Auftrag gegeben: Das Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam entwickelte einen Warndienst, der die „üblichen Verdächtigen“ unter den Hackerseiten im Internet automatisch absucht. Dieser Identitäts-Klau-Radar soll stetig überwachen, ob dort E-Mail-Adressen beziehungsweise elektronische Zugänge von Landesbehörden zum Verkauf angeboten werden. „So sollen einerseits kurzfristige Gegenmaßnahmen wie Löschanträge bei den jeweiligen Providern ermöglicht, andererseits aber auch ein Überblick über die aktuelle Gefährdungslage gewonnen werden“, heißt es im jetzt vorgestellten sächsischen „Jahresbericht Informationssicherheit 2014/15“.

Staatssekretär: Wir sind immer nur der Hase

„Es muss konstatiert werden, dass die Abmilderung der Risiken immer ein Spiel von Hase und Igel darstellt“, schätzte CIO Michael Wilhelm ein. „Dabei ist der Verteidiger immer in der Position des Hasen, denn wir können auf Bedrohungen immer nur reagieren. Allerdings gibt es Wege, die Angriffsmöglichkeiten spürbar zu reduzieren.“

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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