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Langer Weg zum Brunnen: Astronomen finden über 12 Milliarden Lichtjahre entferntes Wasser

Durch die dünne Luft auf der Hochebene ist der Sternenhimmel über ALMA ziemlich klar. Foto: ESO/C. Malin

Durch die dünne Luft auf der Hochebene ist der Sternenhimmel über ALMA ziemlich klar. Foto: ESO/C. Malin

Kosmos, 17. März 2013: Mit dem neuen Superteleskop „ALMA“ (Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array) in Chile haben Max-Planck-Astronomen extrem weit entfernte und alte Galaxien gefunden – darunter eine mit dem am weitesten von der Erde entferntesten Wasser. Sie ist über zwölf Milliarden Lichtjahre* von uns entfernt. Da diese Entfernungseinheit gleichzeitig angibt, wie lange das Licht zu uns unterwegs war, muss diese Sternenanhäufung relativ kurz nach dem Urknall vor etwa 13,7 Milliarden Jahre entstanden sein.

Neues ALMA-Instrument kombiniert Dutzende Teleskope

Die Bilder kombinieren Aufnahmen naher Galaxien (blau) durch das Hubble-Weltraumteleskop mit den ALMA-Aufnahmen ferner Sterennhaufen, die hier als rote Einsteinringe um die näheren galaktischen Linsen zu sehen sind. Abb.: ESO/ Y. Hezaveh et al.

Die Bilder kombinieren Aufnahmen naher Galaxien (blau) durch das Hubble-Weltraumteleskop mit den ALMA-Aufnahmen ferner Sterennhaufen, die hier als rote Einsteinringe um die näheren galaktischen Linsen zu sehen sind. Abb.: ESO/ Y. Hezaveh et al.

Möglich wurden diese Entdeckungen durch das neue, 1,1 Milliarden Euro teure Forschungsinstrument ALMA, das vor wenigen Tagen auf der chilenischen Hochebene Chajnantor offiziell in Betrieb ging. Im Endausbau soll es 54 Radioteleskope mit je zwölf Metern Durchmesser umfassen, die Strahlen mit Wellenlängen unter einem Millimeter auffängt. Das von den USA, Europa und Japan gemeinsam finanzierte Instrument fokussiert sich vor allem auf den kalten Raum zwischen den Galaxien, die Forscher sprechen deshalb auch von einem „Blick in Gefriertruhe des Universums“.

Bei den jüngst entdeckten Galaxien handelt es sich um Objekte, in denen in gewaltigen Schüben Sterne aus Staub und Gas entstanden. Zu sehen sind sie nur dank der Hilfe natürlicher kosmischer Linsen: Auf ihrem weiten Weg zur Erde eilt ihr Licht an dunkler Materie, großen Galaxien und anderen Objekten vorbei, deren Schwerkraft die Stahlen wie in einem optischen Linsensystem verstärken und bündeln. Und weil sich das Universum selbst ausdehnt, werden die Lichtwellen zudem „auseinandergezerrt“: Ihr Farbton verschiebt sich ins Rötliche. Anhand dieser Rotverschiebung können die Astronomen dann die Entfernung der beobachteten Sternenhaufen schätzen. Heiko Weckbrodt

* Lichtjahr: astronomische Entfernungseinheit, ein Lichtjahr ist die Distanz, das Licht (Tempo: knapp 300.000 Kilometer je Sekunde) in einem Jahr zurücklegt (fast zehn Billionen Kilometer)

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