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Thalias neue Tolino-Tablets im Test: Solide Antwort auf Amazon-Konkurrenz

Der kleinere Tolino-Tablettrechner mit 7-Zoll-Bildschim. Foto: Thalia

Der kleinere Tolino-Tablettrechner mit 7-Zoll-Bildschim. Foto: Thalia

Nach eReadern nun auch Tablettrechner beim Buchhändler

Zum Start des diesjährigen Weihnachtsgeschäft hat die Buchhandelskette „Thalia“ neben Büchern und eReadern auch die „Tolino Tabs“ ins Programm genommen – und damit gibt es auf dem deutschen Markt neben Apple und Amazon nun einen dritten schlagkräftigen Kombi-Anbieter, der sowohl Tablettrechner wie auch die Inhalte dazu verkauft. Ähnlich wie beide Konkurrenten stellt Thalia die Rechner nicht selbst her, sie werden von der deutschen TrekStor GmbH in zwei Größen bezogen. Mit 7- und 8,9-Zoll-Bildschirm. Und wie unsere Oiger-Tests gezeigt haben, liegt der Buchhändler damit in etwa auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Vernünftiges Tempo

So tritt der kleinere 7“-Tolino vor allem gegen Amazons Tablet „Kindle Fire HD“ an, wobei dieser in mehr Varianten verfügbar ist. Mit 335 Gramm ist der Tolino Tab7 etwa gleichschwer wie der Kindle, hat eine etwas bessere Bildschirmauflösung, aber einen schnelleren Vierkern-Prozessor. So kam der Tolino im plattform-übergreifenden Tempotest „3DMark“ von Futuremark in der „Ice Storm Extrem“-Messung auf 2750 Punkte. Das liegt zwar deutlich hinter der Apple-Konkurrenz, aber vor dem Basismodell von Amazon. Damit ist der – mit dem noch jungen „Android 4.2.2“-Betriebssystem ausgestattete – Tolino-Tab zum Beispiel für Spiele besser geeignet. Ähnlich wie das Basis-Kindle-Tablet hat er auch nur eine Kamera auf der Frontseite – was ihn auch Skype-tauglich macht.

Mehr Freiheit für Leser

Das deutlichste Argument für den Tolino ist seine Bereitschaft, auch Thalia-fremde Bücher aufzunehmen: Da als unbeschränktes Android-Tablet ausgeliefert, stehen dem Nutzer alle Apps aus Googles „Playstore“ zur Verfügung, damit werden – außer Apple-Büchern – so gut wie alle Formate unterstützt, bis hin zu Amazon-Büchern (per Kindle-App) und Leih-eBooks (per Onleihe-App). Beim Kindle Fire HD hingegen ist dies erst möglich, wenn man die Amazon-Sperren per „Rooting“ ausgeschaltet hat, was nicht jedermanns Sache ist.

Preislich zwischen Amazon und Apple

Auch liegt der Tolino beim Lesen dank seiner geriffelten Rückseite gut in der Hand und hat alternativ zur Gestenbedienung auch Blättertasten eingebaut. Mit bis zu zwölf Stunden Akku-Laufzeit steht er etwas besser da als die Konkurrenz. Im puncto Finish, praktischer Handhabung und flüssigen Seitenumblättern muss er sich nur Apples iPad Mini geschlagen geben, das allerdings auch deutlich teurer ist. Zum Vergleich: Der „Tolino Tab 7“ kostet 179 Euro, das aktuelle Kindle Fire HD von Amazon allerdings nur 129 Euro, Apples iPad Mini dafür gleich 389 Euro.

Videoimpressionen (Heiko Weckbrodt):

Immer noch kein Wörterbuch in Lese-App

Noch immer nicht so recht ausgereift ist leider die von Werk aus aufgespielte Lese-App von Thalia: Der mangelt es an einem integrierten Wörterbuch, das man – wie bei der Konkurrenz längst üblich – per Fingertipps auf ein Wort aufrufen könnte. Auch die so hübsch analog anmutende Umblätteranimation wie in Apples „iBooks“ sucht man vergebens.

Größerer Tolino-Bruder überzeugt nicht ganz so

Der größere Bruder „Tolino Tab 8,9“ ist ähnlich ausgestattet, hat aber neben dem größeren Bildschirm mit Full-HD-Auflösung zusätzlich zum Beispiel noch eine Kamera auf der Rückseite. Dieser größere Tablettrechner liegt mit 537 Gramm allerdings schon spürbar schwerer in der Hand, was gerade für Vielleser zu bedenken ist. Zudem bietet Amazon in dieser Klasse noch bessere Auflösung, mehr Tempo und Ausstattung.

Fazit:

Berücksichtigt man, dass Thalia inzwischen auch seine eReader-Reihe modernisiert hat, steht die Buchhandelskette im wachsenden Segment des elektronischen Lesens mit seinen neuen Tablett-Computern nun deutlich konkurrenzfähiger da – insbesondere mit Blick auf den Angstgegner Amazon. Vor allem das kleinere 7“-Tablet macht einen guten Eindruck, fesselt es den Leser – anders als der Kindle – eben nicht an eine eBuch-Plattform. Die quersubventionierten Kampfpreise von Amazon kann er freilich nicht toppen. Zwar kann Thalia zunächst nur den Basismodellen der Wettberber Vergleichbares entgegensetzen, auch wünscht man sich bei der Leseapp noch einiges an Finish. Aber das Unternehmen zeigt: Der Buchhandel verschläft den Zug in die neue Zeit nicht. Autor: Heiko Weckbrodt

Technische Daten:

Tolino Tab 7:

Display: HD-Display 7 Zoll 1.440 x 900, Gestensteuerung

Gewicht: 335 g

Akkulaufzeit: bis zu 12 Stunden

Speicher: 16 GB interner Speicher, erweiterbar um 64 GB

Formate: EPUB, PDF, mit und ohne DRM, per App auch Amazon-Formate, Bücher werden in Thalia-Cloud abgelegt

Konnektivität: WLAN, Bluetooth, GPS, Wifi-Direct

Prozessor / RAM: Quad-Core, 1,6 GHz / 1 GB

Kamera: Frontkamera (2MP)

Betriebssystem: Android 4.2.2

Preis: 179 Euro

 

Tolino Tab 8,9:

Display: Full-HD-Display, 8,9 Zoll, 1920 x 1200, Gestensteuerung

Gewicht: 535 g

Kamera: Frontkamera, Rückkamera (5 MP)

Speicher, Prozessor, Akku, Konnektivität, Android: siehe oben

Preis: 249 Euro

Mehr Infos hier

Zum Weitelesen:

Apple iPad Mini vorgestellt

Kindle Fire HD im Test

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