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Fraunhofer fusioniert in Dresden Institute

Organische Leuchtdioden beim Test in der Ulbrichtkugel, einer Messeinrichtung im COMEDD. Abb.: Jürgen Lösel, COMEDD

Organische Leuchtdioden beim Test in der Ulbrichtkugel, einer Messeinrichtung im COMEDD. Abb.: Jürgen Lösel, COMEDD

Ab Sommer 2014 nur noch 9 statt 12 Einrichtungen

Dresden, 10. Dezember 2013: Die Fraunhofer-Gesellschaft (FHG) legt weitere Institute in Dresden zusammen. Ab dem Sommer 2014 wird es demnach in der sächsischen Landeshauptstadt nur noch neun statt einst zwölf – mehr oder minder eigenständige – Fraunhofer-Einrichtungen geben. Nachdem bereits das Nanoelektronikzentrum CNT seine Selbstständigkeit verloren hatte und als bloße Abteilung ins Photonikinstitut IPMS integriert wurde, sind nun das Organikelektronikzentrum Comedd und das „Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren“ IZFP fällig.

Organikelektronik-Zentrum verliert erst Chef, dann Selbstständigkeit

Das erst in diesem Jahr aus dem IPMS mit großen Hoffnungen ausgegründete Comedd hatte kürzlich seinen Chef Prof. Karl Leo an die Araber verloren. Zudem erfüllten sich bisher die hochgesteckten Erwartungen an einen wirtschaftlichen Durchbruch für die Organiktechnologien nicht ganz. Daher wird das Zentrum mit seinen 75 Mitarbeitern nun ins Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP integriert. FEP-Professor Volker Kirchhoff soll bereits am 1. Januar 2014 die kommissarische Leitung des Comedd übernehmen, im Juli soll die Fusion vollstreckt sein.

Fraunhofer-Vorstand sieht Synergie-Chancen

Reimund Neugebauer. Abb.: FHG

Reimund Neugebauer. Abb.: FHG

Der FHG-Vorstand und FHG-Präsident Reimund Neugebauer begründeten die Zusammenlegung mit der Hoffnung auf Synergieeffekte: „Mit diesem Schritt wollen wir den Fraunhofer-Standort Dresden im Bereich der Oberflächenbeschichtung und Entwicklung von flexiblen Bauelementen weiter voranbringen und so auch auf geänderte Marktentwicklungen bei der organischen Elektronik reagieren“, erklärte Neugebauer.

Prüfinstitut wird Keramikern zugeschlagen

Das 90-köpfige IZFP wiederum wird zum Jahresbeginn 2014 in das recht erfolgreiche Keramikinstitut IKTS eingegliedert. Auch hier machte die FHG viele Berührungspunkte aus. Der Vorstand sieht in der Fusionswelle eine Stärkung der Forschungsstadt Dresden, die zu den wichtigsten Fraunhofer-Standorten bundesweit gehört.

Sachsen stellt sich hinter Fusionswelle

Sachsens Forschungsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) stellte sich hinter die Entscheidungen der FHG. „Fraunhofer wird auch in Zukunft wichtiger Partner der Wirtschaft sein und vielfältige Forschungs-, Entwicklungs- und Pilotfertigungsmöglichkeiten, insbesondere für OLED-Beleuchtung, organische Solarzellen, OLED- Mikrodisplays und Sensoren bieten können“, erklärte sie. Autor: Heiko Weckbrodt

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