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Die Affäre Herrnstadt-Zeisser: Wie der Aufstand 1953 Ulbricht „rettete“

Sowjetischer Panzer in Leipzig am 17. Juni 1953: Der missglückte Aufstand rettete Ulbricht den Kopf. Abb.: Bundesarchiv, Wikipedia

Sowjetischer Panzer in Leipzig am 17. Juni 1953: Der missglückte Aufstand rettete Ulbricht den Kopf. Abb.: Bundesarchiv, Wikipedia

Noch weitestgehend umstritten ist bis zum heutigen Tage die Frage, in welchem Maße die verflossene DDR in ihrer Entwicklung von Vorgaben aus Moskau bestimmt wurde, wieweit die ostdeutsche Partei- und Staatsspitze in ihren Entscheidungen autonom – und damit auch verantwortlich – war bzw. ob sie eigene Vorstellungen verwirklichen konnte. Diese Fragen müssen sicher für jeden Abschnitt der DDR-Geschichte differenziert beantwortet werden. Zumindest für die Anfangsjahre der „Republik“ werfen seit 1990 erstmals veröffentlichte Unterlagen wie das Herrnstadt-Dokument und eine sowjetische Analyse der Lage vom Mai `53 ein neues Licht auf die Umstände, unter denen die SED im Juni 1953 den sogenannten „Neuen Kurs“ verkündete, der wenige Tage später von der Arbeiterschaft mit Demonstrationen und Streiks beantwortet wurde. Die Dokumente zeigen auch, dass der Arbeiteraufstand indirekt dafür sorgte, dass der bereits wackelnde SED-Chef Walter Ulbricht an der Macht blieb – weil die Russen kalte Füße bekamen.

1. Entwicklungslinien und Vorgeschichte zum 17. Juni
1.1. Neuorientierung der sowjetischen Innen- und Außenpolitik nach Stalins Tod

Mit der Notwendigkeit konfrontiert, die im Westteil des Landes zerstörte Industrie wieder aufzubauen und vom Willen getrieben, im militärischen Potenzial den Westmächten in nichts nachzustehen, setzte Stalin nach dem Krieg auf eine erneute „ursprüngliche sozialistische Akkumulation“ (7) in der SU. Er forcierte die Entwicklung der Schwer- und Rüstungsindustrie, während er der Leichtindustrie nur vergleichsweise niedrige Planaufgaben stellte (8). Auf Kosten der völligen Ressourcen-Ausschöpfung des Landes konnten tatsächlich beachtliche Steigerungsraten in der Stahl- und Kohleproduktion erreicht werden, während die Bevölkerung ein materiell elendes Dasein fristete (9). Hinzu kamen Transformationsprobleme der Landwirtschaft, in der ein dekretierter Konzentrationsprozess stattfand. Etwa 240.000 Kollektivwirtschaften wurden zu schließlich 93.000 verschmolzen. Im Ergebnis der Stalinschen Bauernpolitik sank die Getreideernte von 95 Mio t 1940 auf 80 Mio t 1953 (10).

Mit dieser Linie enttäuschte Stalin weitverbreitete Erwartungen auf einen steigenden Lebensstandard in der SU nach dem gewonnenen Krieg. Zudem verschärfte er wieder den Terror im Lande, der schließlich sogar antisemitische Züge annahm, (als Beispiel sei der vorbereitete „Ärzteprozess“ genannt). In – angesichts seiner unbestrittenen Machtstellung – kaum noch rational nachvollziehbarer Weise richtete sich der Terror auch gegen Weggefährten und Kommunisten im Ostblock, man denke an die aufsehenerregenden Prozesse gegen Reijk, Slansky u. a. Außenpolitisch manövrierte er sich mit Berlinblockade und Koreakrieg in eine schwierige Lage, die die Sowjetunion mit beträchtlichem Imageverlust im Ausland bezahlte (11).

Der gefürchtete Geheimdienstchef Lawrenti Berija um 1940. Abb.: Wikipedia

Der gefürchtete Geheimdienstchef Lawrenti Berija um 1940. Abb.: Wikipedia

Nach Stalins Tod im März `53 einigten sich die Spitzenfunktionäre Malenkow, Molotow, Berija und Chruschtschow auf eine kollektive Führung, zusammengeschmiedet durch die Einsicht, dass es wie unter Stalin nicht mehr weitergehen konnte. Malenkow, der Ministerpräsident wurde, fühlte sich zweifellos als legitimer Nachfolger Stalins. Er hatte seit 1948 den ZK-Apparat in der Hand gehabt (12) und auf dem letzten Parteikongress unter Stalin das Hauptreferat gehalten – ein Zeichen, dass ihm Stalin sein Vertrauen schenkte (13). Molotow hingegen hatte 1949 den Posten als Außenminister abgeben müssen und an Einfluss eingebüßt (14). Nachdem Stalin Politbüro und Zentralkomitee im Oktober 1952 zahlenmäßig erweitert hatte (entweder, um deren Einfluss noch weiter zu verringern oder um es von potenziellen Konkurrenten zu säubern (15)), zeigte Stalin gar Bestrebungen, Molotow und Mikojan den Prozess zu machen (16).

Moltow wurde nun, nach Stalins Tod, wieder Außenminister, verlor jedoch anscheinend bald an Bedeutung. Berija wiederum, dessen Einfluss anscheinend schon Stalin misstraute (17) und der im Politbüro gehasst wurde (18), behielt das Innenministerium und unterstellte sich wieder den Geheimdienst (19). Chruschtschow wiederum übernahm von Malenkow den ZK-Apparat und konnte später auch die Armee als Stütze gewinnen (20).

Diese in ihren Karrieren und ihrem Machtrückhalt so unterschiedlichen Männer also übernahmen die kollektive Führung der SU. Es ist durchaus vorstellbar, dass die politischen Vorstellungen, mit denen sie bald darauf an die Öffentlichkeit traten, nicht unbedingt alle auf der Basis eines gemeinsamen Konsenses beruhten, sondern – wenigstens teilweise – gedacht waren, um die Popularität eines Einzelnen unter ihnen zu erhöhen und damit einen Anspruch auf eine alleinige Führerschaft zu begründen (21).

Die angestrebte neue Politik wurde durch vorsichtige Entspannungssignale gen Westen eingeleitet (22). Für das Inland verkündete Malenkow ab dem 15. März den „Neuen Kurs“ (23). Dieser sah eine Neuorientierung auf eine Verbesserung des Lebensstandards vor, weiter die Entwicklung der Leichtindustrie, bessere Versorgung der Stadtbevölkerung, Steuererleichterungen für die Bauern (diese durften nun auch privates Land wieder stärker nutzen), eine Milderung der Strafjustiz (der unter Stalin eingefädelte „Ärzteprozess“ wurde fallen gelassen, die Rolle der Staatsanwaltschaft gegenüber anderen Ermittlungsbehörden gestärkt) und auf kulturellen Gebiet wurde die Gängelung von Künstlern weniger restriktiv gehandhabt (24). Diese Kursänderung wurde alsbald auch den Bruderparteien im Ostblock anempfohlen (25).

1.2. Konfliktpotenzial in der DDR durch den „Aufbau des Sozialismus“

Auch in der DDR gestaltete sich die Versorgungslage schwierig, wenn auch in geringeren Größenordnungen als in der SU. Nach der II. Parteikonferenz 1952 nun unter dem offiziellen Etikett „Aufbau des Sozialismus“ wurde – „mit Billigung“ der Sowjetunion (26) – auch hier die Entwicklung der Schwerindustrie favorisiert, die Leichtindustrie hingegen vernachlässigt. 60 % des Zuwachses des Kapitalstockes kamen 1951-53 der Schwerindustrie. zugute, während die Leichtindustrie. sich mit 2% begnügen musste (27). Schon ab April 1953 erhielt die SED aus Moskau Hinweise, sich auf diesen Kurs nicht zu versteifen (28), in der SU würden bereits Maßnahmen zur Förderung der Leichtindustrie und einer Erhöhung des Lebensstandards vorbereitet (29).

Dies blieb jedoch zunächst ohne Folgen. Der Staatshaushalt wurde durch den Aufbau eigener Streitkräfte mit zusätzlichen 1,5 Mrd. Mark belastet, die vom Konsum und der Sozialversicherung abgezwackt werden mussten (30). Durch Reparationen und die Probleme, die verbliebenen 33 SAG-Betriebe in den ostdeutschen Wirtschaftskreislauf zu integrieren (bereits 1947 hatte der sächsische Wirtschaftsminister Selbmann deshalb bei den Russen interveniert (31)) erstanden der Wirtschaft zusätzliche Probleme, vom politischen Schaden für das Ansehen der SED einmal abgesehen.

Der Kollektivierungsdruck auf die Bauern, der Lebensmittelkarten-Entzug für private Unternehmer und der gegen die Kirche entfesselte Kulturkampf ließen die Flüchtlingszahlen rapide ansteigen. Flüchteten 1950-53 monatlich etwa 15 000 Menschen gen Westen, waren es im 1. Halbjahr 1953 monatlich etwa 37 500 (32). Der Arbeitskräfteverlust, die brachliegenden Äcker (Insgesamt 13 % der Anbaufläche lagen Ende 1952 brach (33)) und die zusätzlich gestellten Planaufgaben destabilisierten zunehmend Wirtschaft und Finanzen, die Versorgungslage verschlechterte sich und besonders die pauschal verordneten 10-prozentischen Normerhöhungen in der Industrie führten zur Unzufriedenheit in der Arbeiterschaft, die sich um die Frage nach dem Erhalt des Lebensstandards konzentrierte (34).

1.3. Fraktionierung der SED-Führung
Walter Ulbricht. Abb.: hw

Walter Ulbricht. Abb.: hw/ Stasimuseum Berlin

Ulbrichts selbstgefälliger Führungsanspruch und seine Machtanhäufung divergierten seit spätestens 1951 (35) in unterschiedlichem Maße mit den Ansichten anderer SED- Spitzen, so Anton Ackermann, der allerdings schon mit der Rücknahme des „Besonderen deutschen Weges zum Sozialismus“ im September 1948 einen Dämpfer erhielt (36), Franz Dahlem (als Kaderchef potenzieller Rivale Ulbrichts, der aber schon im Vorfeld des Neuen Kurses verhaftet wurde (37)), MfS-Chef Zaisser, der sich wiederholt für eine kollektive Führung aussprach, ND-Chefredakteur Herrnstadt sowie Elli Schmidt und Hans Jendretzky.

Unter diesen Vorzeichen reisten Ulbricht, Grotewohl und Oelßner Anfang Juni nach Moskau, wo sie völlig überraschend (38) mit einer sowjetischen Analyse der Lage in der DDR konfrontiert wurden. Unter anderem hieß es dort „der Kurs auf eine Forcierung des Aufbaus des Sozialismus in der DDR“ sei „nicht richtig“ gewesen. Angeführt wurden die hohen Flüchtlingszahlen, die ernste Versorgungslage und „Fehler in Bezug auf die Geistlichen“ (39).

Die Detailkenntnis der Formulierungen im Dokument lässt darauf schließen, dass sich die Sowjets über die Verhältnisse in Ostdeutschland gründlich informiert hatten (40). Sie empfahlen den deutschen Genossen u.a. den Verzicht auf weiteren Kollektivierungsdruck, die vorläufige Förderung kleiner Privatunternehmer, ein Zurückdrehen der Steuerschraube und die Lockerung des „überspannten Tempos“ bei der Entwicklung der Schwerindustrie. Interessanterweise wurde die SED auch aufgefordert, ihren Einfluss „unter den breiten Arbeitermassen und anderen demokratischen Schichten in Stadt und Land bedeutend zu vergrößern“ (41), wovon nach dem 17. Juni nicht mehr die Rede war.

Zögerliche Proteste der Deutschen gegen das Papier wurden, besonders von Berija, scharf zurückgewiesen. Oelßner berichtete später, gerade Ulbricht sei alles andere als überzeugt gewesen von der Forderung der Russen, einen Neuen Kurs auch in der DDR einzuführen (42). Sicherlich deshalb wurde der Neue Kurs nach der Rückkehr nach Berlin übereilt und ohne nähere Erläuterungen am 11.6. der DDR-Bevölkerung präsentiert, was zur Verunsicherung besonders der Partei führte (43). Herrnstadt, der sich gemeinsam mit Zaisser in seinen Bedenken gegen den Ulbrichtschen Führungsstil bestätigt fühlte, verfasste die Dokumente zum Neuen Kurs.

Walter Ulbricht (l.) und sein Widersacher Rudolf Herrnstadt. Abb.: Sturm, Bundesarchiv, WIkipedia

Walter Ulbricht (l.) und sein Widersacher Rudolf Herrnstadt. Abb.: Sturm, Bundesarchiv, WIkipedia

In zähen Diskussionen gewann Herrnstadt gemeinsam mit Zaisser zeitweilig die Mehrheit im Politbüro. Bis zum 7. Juli, also über den Juniaufstand hinaus, wurde Ulbricht immer mehr isoliert, offenbar mit Billigung des an mehreren Politbürositzungen teilnehmenden sowjetischen Hohen Kommissars Semjonow, den die Russen wohl mitgeschickt hatten, um die Umsetzung des Neuen Kurses zu überwachen. Herrnstadt und Zaisser schlugen die Beschneidung der Macht des ZK-Sekretariats vor (44), die Aufwertung des Politbüros zu einer kollektiven Führung in Form eines Präsidiums (45) und die Absetzung Ulbrichts als 1. Sekretär. Vermutlich sollte Herrnstadt seinen Part übernehmen, wenngleich mit geringerer Machtfülle.

2. Verlauf des Volksaufstandes

Unabhängig davon gärte es in der DDR-Bevölkerung, der Neue Kurs wurde als Schwäche der Regierung aufgefasst und hatte, da die Normerhöhung nicht zurückgenommen wurde, nicht die erhoffte entspannende Wirkung. Vielfach wurde angenommen, dass Ulbricht bald abtreten würde, sogar, dass bald die Amerikaner einmarschieren würden und die Wiedervereinigung bevorstände (46): Denn allzu rasch wurde die Linienänderung gegenüber der Öffentlichkeit vollzogen (47). Von der Arbeiterschaft wurde anscheinend oft argumentiert, der Neue Kurs bringe nur den Großbauern und Kapitalisten etwas (48). Die bis dahin nur vereinzelten Streiks gegen die Normerhöhungen (49) kulminierten in der Hauptstadt, ausgelöst durch den Marsch der Bauarbeiter der Stalinallee zum Regierungsgebäude und dem Aufruf zum Generalstreik am 16. Juni. Einmal auf den Straßen, erhielt die Bewegung Massencharakter und entfaltete eine Eigendynamik, die die ursprünglich wirtschaftlichen Forderungen zu politischen werden ließen (50). Die Rücknahme der Normerhöhung wurde nicht mehr wahrgenommen.

Katalysiert wurde die Ausbreitung der Streik- und Demonstrationsbewegung im ganzen Lande zum einen durch die gegenseitige Solidarität der Arbeiter, erklärlich aus den Traditionen der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht erloschen waren (51). Zweitens wäre zu nennen die informelle Unterstützung besonders durch den RIAS, der sein Programm schnell auf die Geschehnisse in Ostdeutschland umstellte und laufend über die Geschehnisse berichtete (52)) . Weiterhin versorgte das Ostbüro der SPD, wie Wolfgang Buschfort 1991 belegen konnte, (demnach hatte das Ostbüro schon vor dem Juniaufstand Tausende von Flugblättern gedruckt und in die DDR eingeschleust, bzw. nach dem Aufstand Flüchtige mit gefälschten Passagierscheinen ausgestattet (53)) und die Kampfgruppe für Unmenschlichkeit die Demonstrierenden mit Flugblättern, die in der Regel neben wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiter auch politische enthielten (54).

Durch die offensichtliche Unfähigkeit der Regierung, die Situation in den Griff zu bekommen, breitete sich der Aufstand in der ganzen Republik aus (Schwerpunkte: Berlin, Mitteldeutsche Industrieregion, Bitterfeld, Leipzig, Halle, Gera, Jena, Magdeburg, Görlitz, Dresden, Brandenburg – alles Orte mit Großbetrieben und reger Bautätigkeit (55)).

Nach der Sozialstruktur der später Verhafteten zu schließen (die natürlich nicht repräsentativ für die tatsächlichen Streik- und Demonstrationsteilnehmer sein muss, andererseits wohl auch nicht völlig willkürlich zustande gekommen ist), handelte es sich nicht nur um eine Arbeitererhebung, sondern einen Volksaufstand. 65 % von 5296 Verhafteten waren Arbeiter, 13 % Angestellte und 4,5 % Selbstständige. Unterrepräsentiert waren die Bauern mit 2,6 % (56). Die technische Intelligenz in den Betrieben nahm teilweise in Führungsposition an den Streiks und Aufmärschen teil (57), während die Intellektuellen, die in Instituten und Universitäten angesiedelt waren, sich eher abwartend verhielten (58).

Der Polizei gelang es aus eigenen Kräften nicht, den Aufstand zu unterbinden. Gründe dafür sind in der mangelnden Koordinierung, der fehlenden einheitlichen Führung (59) und nicht zuletzt in der Tatsache zu sehen, dass von der Schusswaffe auf Anweisung der Russen (und auch Zaissers) bis zum Zeitpunkt der russischen Intervention nicht Gebrauch gemacht werden durfte (60).

Erst nach auffällig langen Zögern verhängten die Sowjets den Ausnahmezustandes über weite Teile der DDR ab dem Mittag des 17. Juni. Unter anderem könnte dies auch in einem Informationsdefizit der Russen über die laufenden Vorgänge (61), bedingt durch die laufende Umstrukturierung der russischen Geheimdienststrukturen in der DDR (62), begründet sein. Vermutungen, die Russen hätten den Aufmarsch der Bauarbeiter von der Stalinallee für eine von der SED inszenierte Unterstützungskundgebung für den „Neuen Kurs“ gehalten (63), lassen sich hingegen nicht belegen.

Nachdem sich die Russen jedenfalls zum Eingreifen entschlossen hatten (die Entscheidung wurde laut Herrnstadt in Moskau gefällt (64)), konnten eilends zusammengezogene Panzereinheiten die Demonstranten relativ schnell von den Straßen verjagen und die Arbeiter teilweise zur Arbeitsaufnahme zwingen. Damit enttäuschten sie die weitverbreitete Hoffnung der Demonstrierenden, die Russen würden nicht eingreifen (65). Sicher aus wirtschaftlicher Interessiertheit heraus wurden besonders schnell die streikenden SAG-Betriebe besetzt (66). In einigen Regionen erreichte der Aufstand erst am 18. Juni seinen Höhepunkt, erst nach Wochen hörten auch kleinere Streiks auf (67).

3. Folgen und Rezeption des Volksaufstandes
3.1. Modifizierte DDR-Politik der SU unter dem Eindruck des Volksaufstandes und des Machtkampfes in der KPdSU-Spitze

Der Aufstand in der DDR zeigte der kollektiven Führung der KPdSU die Gefahren des Neuen Kurses mit seinen Entspannungs- und Liberalisierungstendenzen. Hatte es eventuell Überlegungen zur Ablösung Ulbrichts gegeben, kam dies nach dem Schock durch den Aufstand kaum noch in Frage. Zudem führte der Machtkampf der Stalin-Diadochen zu Veränderungen in der kollektiven Führung und Neuakzentuierungen des Neuen Kurses.

Von Chruschtschow und Gromyko wurde Berija später unterstellt, damals die Preisgabe der DDR geplant zu haben. Berija soll laut Gromyko, nachdem er sich in Berlin über den Aufstand vor Ort ein Bild gemacht hatte, im KPdSU-Präsidium abfällig bemerkt haben: „Die DDR ? Was ist das schon, diese DDR ? Nicht einmal ein richtiger Staat. Sie existiert nur aufgrund der sowjetischen Truppen, auch wenn wir sie die „Deutsche Demokratische Republik“ nennen.“ (68). Chruschtschow behauptete 1963, Berija habe die DDR liquidieren wollen (69). Vorstellbar wäre es schon, dass sich Berija außenpolitisch profilieren wollte, indem er den Weg für eine Wiedervereinigung Deutschlands bahnte, um so den Westmächten im Sinne künftiger Entspannung entgegenzukommen.

Aber auch andere sowjetischen Spitzenpolitiker scheinen die Möglichkeit eines Zusammenbruches der DDR im Frühsommer 1953 nicht mehr für indiskutabel gehalten zu haben. Beim Besuch der SED-Delegation in Moskau Anfang Juni soll laut Grotewohl Malenkow sinngemäß gesagt haben: „Nicht Prestige fürchten; wenn wir jetzt nicht korrigieren, kommt Katastrophe“ und Molotow: „So viele Fehler, darum so korrigieren, dass ganz Deutschland es sieht“ (70) und von Semjonow überliefert Herrnstadt den Ausspruch, dass, verzögere die SED den Neuen Kurs, es „in 14 Tagen“ vielleicht keine DDR mehr gebe (71).

Zieht man noch die Passagen in der sowjetischen Analyse zur Lage in der DDR vom Mai `53 hinzu, es sei notwendig, „den Einfluss der SED unter den breiten Arbeitermassen und anderen demokratischen Schichten in Stadt in Land bedeutend zu vergrößern“, sowie die Aufmerksamkeit der Massen auf „die Wiederherstellung der nationalen Einheit Deutschlands“ zu richten (72), so erscheint es durchaus plausibel anzunehmen, die kollektive Führung in der SU habe geplant, die SED zu einer starken Volkspartei umzumodeln (wie es später Herrnstadt und Zaisser als Abweichung vorgeworfen wurde), sowie einer Wiedervereinigung Deutschlands zuzustimmen, das dann durch den Einfluss einer starken Volkspartei SED sowjetischen Interessen aufgeschlossen gegenüber stehen würde. Derartige Rekonstruktionsversuche sind natürlich lediglich Vermutungen, die sich erst durch entsprechendes Aktenmaterial aus der ehemaligen SU verifizieren lassen.

Hatte nun Berija derartige Vorstellungen, so war diese Konzeption nach dem 17. Juni jedenfalls gescheitert. Zudem verkörperte Berija mit der Machtfülle seines Geheimdienstes außerhalb des Parteiapparates, seiner zumindest angenommen Fähigkeit, die anderen Politbüromitglieder zu erpressen und der Verbreitung populärer Entstalinisierungs-Parolen (73) perfekt das ewige bonapartistische Trauma der Bolschewiki. Gestützt auf die Armee wurde Berija am 26. Juni verhaftet und noch bis Ende des Jahres erschossen (74). Nicht uninteressant erscheint letztere Tatsache: Warum wurde Berija erschossen, da man doch mit den radikalen Methoden Stalins brechen wollte ? Neben naheliegender Angst vor der Macht Berijas mag Chruschtschow, Molotow und Malenkow auch die Möglichkeit gereizt haben, dem toten Berija all das in die Schuhe zu schieben, was am Neuen Kurs „danebengelaufen“ war und eine Reihe von stalinistischen Verbrechen dazu, an denen Berija ohnehin genügend Anteil hatte.

Stasi-Chef Wilhelm Zaisser. Abb.: hw/ Stasimuseum Berlin

Stasi-Chef Wilhelm Zaisser. Abb.: hw/ Stasimuseum Berlin

Falls Berija, Herrnstadt und Zaisser sich über die Attacke auf Ulbricht tatsächlich abgestimmt hatten, was von Ulbricht später behauptet (75) und durch die besonderen Geheimdienstkontakte der beiden Ulbrichtgegner (76)) und ihre Karriere außerhalb des Parteiapparates nicht auszuschließen ist, so hatten Herrnstadt und Zaisser damit einen wesentlichen Rückhalt verloren. Auf jeden Fall ebnete die Verhaftung Berijas Chruschtschow den Weg zur Alleinherrschaft. Chruschtschow jedoch war, ähnlich wie Ulbricht, im Parteiapparat aufgestiegen, hatte das Sekretariat hinter sich und bevorzugte, wie sich später zeigen sollte, ähnlich wie Ulbricht, im Sinne des Militärs (77) die „Schwerindustrie-Linie“ (ein Jahr später stürzte er den „Leichtindustrie“-Verfechter Malenkow (78)) und einen weniger radikalen Neuen Kurs. Die daraus schließbare verwandte Ausrichtung der beiden Funktionäre mag Ulbricht den Rücken gestärkt haben.

Unabhängig davon sahen die Sowjets durchaus ein, dass sie am Desaster des „Aufbaus des Sozialismus“ in der DDR Mitschuld trugen. Um die ostdeutsche Wirtschaft zu stärken, wurden der DDR bis dato verweigerte (79) Lebensmittellieferungen (80) und Kredite zugesagt (81). Hatten die Russen von ursprünglich über 200 SAGs (82) bereits im Frühjahr 1947 74 (vermutlich unrentable) Firmen an die DDR zurückgegeben, und Mitte 1952 noch einmal 66, so gaben sie nun die restlichen 33 SAG-Betriebe an die DDR zum 1.1.54 zurück (83), mit Ausnahme der Wismut, die in eine Sowjetisch-Deutsche AG umgewandelt wurde.

Diese Rückgaben dürften die ostdeutsche Wirtschaft nicht unerheblich entlastet haben, denn zwischen 1946 und 1953 hatte die DDR etwa sechs Milliarden Mark an direkten und indirekten Subventionen an die SAGs zahlen müssen (84). Nicht darin eingerechnet ist der logistische Schaden, der durch die bevorzugte Belieferung der SAGs mit Material und Rohstoffen entstanden war (85). Damit wurde also eine Rückgabepolitik fortgesetzt, die bereits vor dem 17. Juni eingeleitet worden war. Zum einen dürfte der SU klar geworden sein, dass die Ausbeutung eines „Bruderstaates“ durch gemischte Gesellschaften nicht mehr in die politische Landschaft passte (86). Aber auch der Ärger mit den Streiks im Juni, die vorzugsweise in SAG-Betrieben (die zumeist Großbetriebe waren) ausbrachen sowie der Wille, die DDR nach den Unruhen zu stabilisieren (87), mag die Rückgabeabsichten noch bestärkt haben.

Außerdem verzichtete die SU auf die noch ausstehenden Reparationen in Höhe von 2,5 Mrd. Dollar (88). Auch politisch wertete die SU die DDR auf, indem sie 1955 auf die meisten Besatzerrechte verzichtete.

3.2. Konsequenzen der SED aus dem 17. Juni

Um nicht noch einmal, wie am 17. Juni, überrumpelt zu werden, fasste die SED eine Reihe organisatorischer Beschlüsse. Verstärkt wurde der Aufbau eigener Streitkräfte in Angriff genommen, die politische Schulung der Kasernierten Volkspolizei intensiviert (89) und ausschließlich zur Unterdrückung von inneren Aufständen gedachte Kampfgruppen aufgebaut (90). Um eine einheitliche politische und militärische Führung im Krisenfall auch auf regionaler Ebene zu sichern, wurden die sogenannten „Bezirkseinsatzleitungen“ eingerichtet, die die jeweiligen Chefs von Partei, Polizei und MfS des Bezirkes vereinten (91). Das MfS, dem Ulbricht Versagen vorwarf, wurde Zaisser entwunden (wohl auf sowjetische Intervention (92)) und dem Innenministerium unterstellt.

Ulbricht holte auch bald zum Schlag gegen seine innerparteilichen Gegner aus. Schon während des Aufstandes war Zaisser von Marschall Sokolowski angegriffen worden, weil das MfS ein von Sokolowski hinter dem Aufstand vermutetes feindliches Agentennetz nicht erkannt habe (93). Zwischen dem 25. Juni und dem 2. Juli etwa – also dem Zeitraum, in dem vermutlich Berija verhaftet wurde – bekam Ulbricht offenbar Hinweise aus Moskau, dass von dort her bald ein anderer Wind wehen würde (94), anscheinend an die Weisung geknüpft, noch abzuwarten und zu beobachten. Am 8. Juli, einen Tag, nachdem er in einer Kommissionssitzung beinahe abgesetzt worden war, reiste er mit Grotewohl nach Moskau (95).

Dort erhielten die beiden offenbar, neben der Mitteilung über die Verhaftung Berijas, nähere Instruktionen (96). Nach Berlin zurückgekehrt drehte Ulbricht im Politbüro den Spieß um und beschuldigte Herrnstadt sowie Zaisser der Fraktionsbildung und der Gefährdung der Parteieinheit in der Krise. Offensichtlich saß den Sowjets der Schreck über den Aufstand so tief in den Knochen, dass sie einen Führungswechsel in dieser Situation für schädlich hielten und Herrnstadt wie auch Zaisser, sofern sie die beiden überhaupt favorisiert hatten, fallen ließen.

Herrnstadt und Zaisser wurden aus Politbüro und ZK ausgeschlossen, später auch ihre Sympathisanten Ackermann, Jendretzky und Elli Schmidt. Justizminister Fechner, der in einem Interview das Streikrecht bestätigt hatte, war schon vorher (auf sowjetische. Weisung (97)) inhaftiert worden. Eine Welle von Verhaftungen (zwischen 5000 und 10 000 Menschen) überzog das Land (98). Ein Großteil der „einfachen Streikteilnehmer“ wurde bald wieder entlassen, einige wurden jedoch Opfer öffentlichkeitswirksamer Schauprozesse.

Der Neue Kurs wurde jedoch zunächst beibehalten: die Versorgung der Bevölkerung verbesserte sich (99), in der öffentlichen Diskussion herrschte zeitweilig eine offenere Atmosphäre und die Leichtindustrie wurde durch stärkere Investitionszuweisungen (100) gefördert. Der IV. Parteitag (!954) leitet dann das Ende des Neuen Kurses ein. 1955 schließlich erklärte Ulbricht den Neuen Kurs vor dem ZK für falsch (101) und die Entwicklung der Schwerindustrie rückte erneut in den Mittelpunkt der staatlichen Bemühungen (102).

Schon während und unmittelbar nach dem Aufstand charakterisierte Ulbricht die Unruhen als faschistisch und vom Westen gesteuert, was dann dauerhaft in die DDR-Geschichtsschreibung einging. Allerdings erfuhr die Betrachtung des Aufstandes bis zum Ende der DDR gewisse Modifikationen. In der offiziellen Ulbricht-Biographie 1968 war lediglich die Rede von einem von Westberlin aus inszenierten Putsch (103). Im Abriss der Geschichte der SED 1978 erfolgte noch ein Rundumschlag gegen die verantwortlichen „Kräfte der Konterrevolution“, wie die Bundesregierung, das Innerdeutsche Ministerium in Westdeutschland, die CDU, die CSU, die FDP, die SPD und ihre Ostbüros, Monopole, Großbanken, internationale Geheimdienste etc. (104). Dagegen wurden in Honeckers Autobiographie 1981 auch „fehlerhafte Maßnahmen“ der Partei und ein beeinträchtigtes „Vertrauensverhältnis der Arbeiter zu ihrer Partei und ihrer Regierung“ als Gründe für die Unruhen eingeräumt (105). Auch Wilhelm Zaisser fand nach langen Schweigen wieder Erwähnung als „verdienter Funktionär“ (106).

3.3. Der Volksaufstand in der DDR aus westlicher Sicht

Im Angesicht eines im Falle einer westlichen Intervention zu erwartenden Krieges und um die von der SU vorher signalisierte Entspannungsbereitschaft nicht zu gefährden, vermieden die Westalliierten jede Provokation der Russen während des Juniaufstandes. Sie sorgten deshalb bald für die Abriegelung der Berliner Sektorengrenzen, der Berliner Bürgermeister Reuter wurde von einer Einreise nach Berlin gehindert, die Amerikaner verboten dem RIAS, zum Generalstreik aufzurufen (107) – die Liste ließe sich fortsetzen. Zudem wurden auch die Westalliierten von den Unruhen im Ostsektor völlig überrascht. Lange wurde vermutet, es handele sich um eine Inszenierung der Russen oder der SED, so bsw. die Meinung des westdeutschen Verfassungsschutzchefs, Otto John (108), ähnlich argumentierten eine Österreicher Delegation in Berlin und der französische Hohe Kommissar Francois-Poncet (109).

Aber auch die bundesdeutsche Seite sah in den Demonstrationen in Ostberlin keinen Anlass für ein Eingreifen. So war die Lage in der DDR nur ein kurzer Tagesordnungspunkt im Bonner Kabinett, das am 17. Juni tagte. Vereinbart wurde lediglich eine Erklärung vor dem Bundestag und die Aufrechterhaltung der Verbindung mit den Alliierten durch Staatssekretär Hallstein (110). Über bloße Solidaritätsbekundungen und Aufrufe zur Besonnenheit gingen die Verlautbarungen der Bundesregierung dann auch nicht hinaus (111). Selbst zur Beisetzung der beim Juniaufstand Getöteten zögerte Adenauer nach Berlin zu fliegen – er fürchtete außenpolitische Komplikationen (112). In der Folge erlitten die Kommunisten zwar einen erheblichen Imageverlust in Westdeutschland (sie sackten bei den Bundestagswahlen im September auf 2,2 % ab (113)), auf beispielsweise den wirtschaftlichen Austausch mit der DDR hatte die gewaltsame Niederschlagung des Aufstandes jedoch keine negative Auswirkungen. Der Innerdeutsche Handelsumsatz stieg sogar von 270 Mrd. DM 1952 auf 560 Mrd DM 1953 bzw. 880 Mrd DM 1954 (114).

Fazit

Durch die seit der Wende veröffentlichten Unterlagen und Arbeiten über den „Neuen Kurs“ und den 17. Juni 1953 in der DDR wurde m. E. deutlich gezeigt, wie stark die sowjetische Partei- und Staatsführung von einer Richtlinienkompetenz gegenüber der Bruderpartei SED Gebrauch machen konnte, wenn es um die Festlegung der wesentlichen Ausrichtung in der ostdeutschen Innenpolitik ging. Zwar zeigen die erwähnte Unwilligkeit Ulbrichts bei der Umsetzung des Neuen Kurses (s.o.), als auch Herrnstadts Opposition gegen die sowjetische Forderung nach einer Auflösung der LPGs (115), dass die SED-Führung nicht unbedingt hundertprozentisch mit den Vorgaben aus Moskau übereinstimmte, ja sogar über kleine Entscheidungsspielräume verfügte, die wesentlichen Kursvorgaben durften jedoch nicht angetastet werden (116). Auf militärischen Gebiet machte die SU ohnehin in aller Deutlichkeit von ihren Vorrechten als Besatzungsmacht Gebrauch: Sie entschied, ob Schusswaffen eingesetzt wurden (s.o.), sie behielt sich in allen KVP-Einheiten durch Verbindungsoffiziere den Einsatz oder Nichteinsatz selbiger vor (117), in ihrem Hauptquartier in Karlshorst hatte sich das SED-Politbüro einzufinden (118) und dort liefen auch die Fäden zusammen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der 17. Juni nach innen (für die Entwicklung in der DDR) wie nach außen (für die Sowjetunion und ihre Politik gegenüber den „Bruderländern“ sowie dem Westen) weitreichende Konsequenzen nach sich zog.

Nach innen, weil der Juniaufstand wesentlich dazu beitrug, dass Ulbricht in letzter Minute vor einer Absetzung bewahrt wurde, während seine Konkurrenten Herrnstadt und Zaisser – wohl ähnlich wie Berija in der SU – Bauernopfer einer verfehlten Politik und missglückter Reformansätze wurden. Auch wurde der DDR-Bevölkerung vor Augen geführt, dass auf Interventionen des Westens nicht zu hoffen war und ein Arrangement mit dem System geraten sei. Es bleibt allerdings einschränkend festzuhalten, dass der Neue Kurs mit seinen Erleichterungen nach dem 17. Juni in den Augen der DDR-Bürger als ihr Verdienst, als das Ergebnis ihres Aufbegehrens verstanden wurde (119).

Nach außen, da der Schock des Aufstandes der sowjetischen Führung das Bedürfnis nach Fehlerdiskussionen für wenigstens zwei Jahre vermieste und es ihr nahelegte, jegliche Veränderungen nur in kleinen Schritten vorzunehmen. Trotz der verhaltenen Reaktionen des Westens dürfte der Aufstand in der DDR nicht unschuldig am Scheitern der auch von Churchill unterstützten russischen Entspannungsbemühungen sein. Eine Politik der Sicherung des Besitzstandes, der Aufwertung und Entlastung der DDR wurde damit für die Russen über Jahre vordringlich (120). Heiko Weckbrodt

Anmerkungen
(Zitierkürzel in Klammern)

1 Herrnstadt, Rudolf: Das Herrnstadtdokument, Hsg.: Nadja Stulz-Herrnstadt, Reinbeck 1990
(Herrnstadt)
2 Dokumente zur Auseinandersetzung in der SED 1953, Hsg.: Wilfriede Otto,
BzG 5/90, S. 655-72 (Otto)
3 Ein Dokument von großer historischer Bedeutung vom Mai 1953, Hsg.: Rolf
Stöckigt, BzG 5/90, S. 648-54 (Stöckigt: Dokument)
4 Mitter, Arnim/ Wolle, Stefan: Untergang auf Raten . Unbekannte Kapitel der
DDR-Geschichte, München 1993 (Mitter)
5 Hagen, Manfred: DDR – Juni `53 . Die erste Volkserhebung im Stalinismus, Stuttgart 1992 (Hagen)
6 Dietrich, Torsten: Der 17. Juni 1953 in der DDR . Bewaffnete Gewalt gegen
das Volk, Berlin 1991 (Dietrich)
7 Deutscher, Isaac: Stalin . Eine politische Biographie, Berlin 1990,
(Deutscher), S. 721
8 ebenda, S. 724
9 ebenda, S. 724
10 ebenda, S. 757
11 ebenda, S. 744, 755; Heller, Michael/ Nekrich, Alexander: Geschichte der
Sowjetunion II / 1949-80, Königstein/ Ts. 1982, (Heller), S. 186
12 Heller, S. 184
13 Deutscher, S. 775
14 Heller, S. 184
15 Gordiewsky, Oleg/ Andrew, Christopher: KGB, München 1990, (Gordiewsky), S. 545
16 Deutscher, S. 776
17 Gordiewsky, S. 541
18 Heller, S. 192
19 Gordiewsky, S. 546
20 Fischer, Alexander u.a.: Die Sowjetunion 1953-1991, Informationen zur
politischen Bildung Nr. 236, 3/92, (Fischer), S. 1
21 vgl. bsw. Fischer, S. 1
22 Baring, Arnulf: Der 17. Juni 1953, Stuttgart 1983, (Baring), S. 12; Wettig, Gerhard: Die sowjetische
Deutschlandpolitik am Vorabend des 17. Juni (Wettig), in: 17. Juni 1953 . Arbeiteraufstand in der
DDR, Hsg.: Spittmann,
Ilse/ Fricke, Karl W., DA, Köln 1988, (Spittmann/Fricke), S. 65
23 Fischer, S. 2
24 Heller, S. 200f; Fischer, S. 2
25 Hacker, Jens: Der Ostblock, Baaden-Baaden 1983, (Hacker), S. 480; Heller, S. 209; Baring, S. 42
26 Stöckigt: Dokument, S. 652
27 Buchheim, Christoph: Wirtschaftliche Hintergründe des Arbeiteraufstandes
vom 17. Juni 1953 in der DDR, VfZ, H 3/90, (Buchheim), S. 424
28 Müller-Enbergs, Helmut: Der Fall Rudolf Herrnstadt . Tauwetter vor dem 17. Juni, Berlin 1991,
(Müller-Enbergs), S. 168, Schenk, Fritz: Der Neue Kurs in der Wirtschaft, (Schenk: Kurs), in: DDR
-Lesebuch 2 . Stalinisierung 1949
-55, Hsg.: Spittmann, Ilse/ Helwig, Gisela, (DDR 2), S. 208
29 Wettig, S. 57
30 Dietrich, S. 19; Stöckigt, Rolf: Der Kurs, der in die Krise führte, (Stöckigt:
Kurs), in: DDR 2, S. 153; Hagen, S. 24
31 Das „Selbmann-Memorandum“ vom Mai 1947, Hsg.: Karlsch, Rainer, BzG 2/93, (Selbmann), S. 109
32 Buchheim, S. 418
33 Spittmann, Ilse: Tag der deutschen Einheit, in: Handwörterbuch zur deutschen Einheit, Hsg.:
Weidenfeld, Werner/ Korte, Karl-Rudolf, Bonn 1991, (Spittmann: Tag), S. 663
34 vgl. Ewers, Klaus/ Quest, Thorsten: Die Kämpfe der Arbeiterschaft in den volkseigenen Betrieben
während und nach dem 17. Juni, (Ewers), in: Spittmann/ Fricke, S. 28
35 vgl. Otto, S. 667ff, Herrnstadt, S. 15f
36 Müller-Enbergs, S. 88f
37 Weber, Hermann: DDR, Hannover 1991, (Weber), S. 55
38 Herrnstadt, S. 58
39 Stöckigt: Dokument, S. 652
40 vgl. Wettig, S. 57f, Herrnstadt, S. 82
41 Stöckigt: Dokument, S. 653
42 Herrnstadt, S. 58
43 Mitter, S. 67, Brandt: SED-Funktionär in Opposition, (Brandt), in: Spittmann/ Fricke, S. 147
44 Otto, S. 655
45 ebenda, S. 658
46 Mitter, S. 69, 81, 119
47 Brandt, S. 145f
48 ebenda, S. 148
49 Hagen, S. 29, 139f
50 Weber, S. 48
51 Baring, S. 73; Hagen, S. 41
52 vgl. bsw. Hagen, S. 37; Ewing, Gordon: Der 17. Juni und der RIAS, in: Spittmann/ Fricke, S. 234f
53 Buschfort, Wolfgang: Das Ostbüro der SPD, München 1991, S. 97f
54 Hagen, S. 88
55 Dietrich, S. 146
56 ebenda, S. 300
57 Hagen, S. 160ff
58 ebenda, S. 163; Mitter, S. 112ff
59 Mitter, S. 96, 102; Dietrich, S. 109, 121, 163
60 Schenk, Fritz: Im Haus der Ministerien, (Schenk: Haus), in: Spittmann/ Fricke, S. 162; Hagen, S. 121f
61 Mitter, S. 94f
62 Gordiewsky, S. 550
63 Gehler, Michael: Der 17. Juni 1953 aus der Sicht des Foreign Office, Aus
Politik und Zeitgeschichte, B 25/93, (Gehler), S. 24, Anmerkung 21
64 Herrnstadt, S. 83
65 Fricke, Karl W.: Juni-Aufstand und Justiz, in: Spittmann/ Fricke, S. 76; Dietrich, S. 128; Baring, S. 95
66 Baring, S. 75, 94; Hagen, S. 114
67 Hagen, S. 192; Ewers, S. 30ff
68 Gordiewsky, S. 550 nach einem Gromyko-Interview
69 Zitiert bei Wettig, S. 62f
70 Stöckigt: Dokument, S. 649; Hagen, s. 32
71 Herrnstadt, S. 74
72 Stöckigt: Dokument, S. 653
73 Heller, S. 204
74 Gordiewsky, S. 551f
75 Herrnstadt, S. 161, aber auch Honecker in: Andert/ Herzberg: Der Sturz,
Berlin – Weimar 1990, S. 231f
76 Gordiewsky, S. 306, 454; Müller-Enbergs, S. 27ff
77 Fischer, S. 3
78 Spittmann: Tag, S. 664
79 Wettig, S. 57; Spittmann: Tag, S. 663
80 Loest, Erich: Erleichterungen nach dem 17. Juni, (Loest), in: DDR 2, S. 257
81 Buchheim, S. 431
82 ebenda, S. 424
83 Baar, Lothar/ Karlsch, Rainer/ Matschke, Werner: Kriegsfolgen und Kriegslasten Deutschlands .
Zerstörungen, Demontagen und Reparationen, Berlin 1993, S.69
84 DDR-Handbuch, Bd. 2, Hsg.: Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen, Köln 1985, S. 121f
85 Selbmann, S. 109
86 Hacker, S. 496f
87 Karlsch, Rainer: Die Reparationsleistungen der SBZ/ DDR 1945-53, Berlin 1993, S. 132
88 Dietrich, S. 12f
89 ebenda, S. 161
90 ebenda, S. 184
91 Mitter, S. 137f
92 vgl. Wollweber, ernst: Aus Erinnerungen, Ein Porträt Walter Ulbrichts, Hsg.:
Otto, Wilfriede, BzG 3/90, S. 358
93 Herrnstadt, S. 84
94 ebenda, S. 113
95 ebenda, S. 130f
96 Hagen, S. 188f; Herrnstadt, S. 31, 154
97 Herrnstadt, S. 147
98 Hagen, S. 176f
99 Loest, S. 257
100 Schenk: Kurs, S. 209
101 Spittmann/ Fricke, S. 258
102 Buchheim, S. 433
103 Thomas, Liselotte u.a.: Walter Ulbricht . Arbeiter, Revolutionär, Staatsmann, Berlin (O) 1968, S. 154
104 Geschichte der SED – Abriss, Berlin (O) 1978, S. 289
105 Honecker, Erich: Aus meinem Leben, Berlin (O) 1981, S. 185
106 ebenda, S. 177
107 Spittmann/ Fricke, S. 236; Baring, S. 65, 103
108 Gehler, S. 24
109 ebenda, S. 25
110 Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, Bd.6 – 1953, Hsg.: Booms,
H., Boppard 1989, Sondersitzung vom 17. Juni 1953, 12.30 – 13.00 Uhr
111 Mitter, S. 95; Baring, S. 102
112 Schwarz, Hans-Peter: Adenauer . Der Staatsmann: 1952-67, Stuttgart 1991, S. 84
113 Hagen, S. 205
114 Bruns, Wilhelm: Von der Deutschlandpolitik zur DDR-Politik ?, Opladen 1989, S. 102
115 Herrnstadt, S. 67ff
116 vgl. Ausführungen von Grotewohl bei: Herrnstadt, S. 67
117 Dietrich, S. 162, 164
118 Herrnstadt, S. 82f
119 so auch Hagen, S. 194
120 Fischer, S. 5

Literatur

Andert, Reinhold/ Herzberg, Wolfgang: Der Sturz . Honecker im Kreuzverhör, Berlin – Weimar 1990
Baar, Lothar/ Karlsch, Rainer/ Matschke, Werner: Kriegsfolgen und Kriegslasten Deutschlands . Zerstörungen, Demontagen und Reparationen, Berlin 1993
Baring, Arnulf: Der 17. Juni 1953, Stuttgart 1983
Bruns, Wilhelm: Von der Deutschlandpolitik zur DDR-Politik ?, Opladen 1989
Buchheim, Christoph: Wirtschaftliche Hintergründe des Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR, In: VfZ, H 3/90, S. 415-33
Buschfort, Wolfgang: Das Ostbüro der SPD, München 1991
DDR-Handbuch, Bd. 2, Hsg.: Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen, Köln 1985
DDR-Lesebuch . Stalinisierung 1949-55, Hsg.: Ilse Spittmann/ Gisela Helwig, DA, Köln 1991
Deutscher, Isaac: Stalin . Eine Politische Biographie, Berlin 1990
Dietrich, Torsten: Der 17. Juni 1953 in der DDR . Bewaffnete Gewalt gegen das Volk, Berlin 1991
Fischer, Alexander, u.a.: Die Sowjetunion 1953-91, Informationen zur politischen Bildung, H 236, 3/ 1992
Gehler, Michael: Der 17. Juni 1953 aus der Sicht des Foreign Office, Aus Politik und Zeitgeschichte, B 25/93, S. 22-31
Gordiewsky, Oleg/ Andrew, Christopher: KGB, München 1990
Hacker, Jens: Der Ostblock, Baaden/ Baaden 1983
Hagen, Manfred: DDR – Juni `53, Die erste Volkserhebung im Stalinismus, Stuttgart 1992
Heller, Michael/ Nekrich, Alexander: Geschichte der Sowjetunion II/ 1940-90, Königstein/Ts. 1982
Judt, Matthias: Die Demontagen und SAG-Bildung als Potentialverluste, in: Provisorium für längstens ein Jahr, Hsg: Elke Scherstjanoi, Berlin 1993, S. 218ff
Karlsch, Rainer: Die Reparationsleistungen der SBZ/ DDR 1945-53, Berlin 1993
Mitter, Arnim/ Wolle, Stefan: Untergang auf Raten . Unbekannte Kapitel der DDR-Geschichte, München 1993
Müller-Enbergs, Helmut: Der Fall Rudolf Herrnstadt . Tauwetter vor dem 17. Juni, Berlin 1991
Schwarz, Hans-Peter: Adenauer . Der Staatsmann: 1952-67, Stuttgart 1991
Der 17. Juni 1953, Hsg.: Friedrich Ebertstiftung, Bonn 1993
17. Juni 1953 . Arbeiteraufstand in der DDR, Hsg. Ilse Spittmann/ Karl W. Fricke, DA, Köln 1988
Spittmann, Ilse: Der Tag der deutschen Einheit, in: Handwörterbuch zur deutschen Einheit, Hsg.: Weidenfeld, Werner/ Korte, Karl-Rudolf, Bonn 1991, S. 660-66
Weber, Hermann: DDR . Grundriß der Geschichte 1945-90, Hannover 1991
Quellen
Ein Dokument von großer historischer Bedeutung vom Mai 1953, Hsg. Rolf Stöckigt, BzG 5/90, S. 648-54
Dokumente zur Auseinandersetzung in der SED 1953, Hsg. Wilfriede Otto, BzG 5/90, S.655-72
Geschichte der SED – Abriss, Berlin (O) 1978
Herrnstadt, Rudolf: Das Herrnstadt-Dokoment, Hsg.: Nadja Stulz-Herrnstadt, Reinbeck 1990
Honecker, Erich: Aus meinem Leben, Berlin (O) 1981
Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Bd.6 – 1953, Hsg.: Booms, H., Boppard 1989
Das „Selbmann-Memorandum“ vom Mai 1947, Hsg. Rainer Karlsch, BzG 2/93, S. 88-125
Thomas, Liselotte u.a.: Walter Ulbricht. Arbeiter. Revolutionär. Staatsmann, Berlin 1968
Wollweber, Ernst: Aus Erinnerungen. Ein Porträt Walter Ulbrichts, Hsg.:Wilfriede Otto, BzG 3/90, S. 350-78

Abkürzungen

BzG – Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung
DA – Deutschlandarchiv
KVP – Kasernierte Volkspolizei
SU – Sowjetunion
SAG – Sowjetische Aktiengesellschaft
VfZ – Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte
ZK – Zentralkomitee

Zum Weiterlesen:

Einst Geheimdienstzentrale, heute Ausstellung: Das Stasimuseum Berlin

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