Alle Artikel mit dem Schlagwort: Pyrolyse

Karbonfasern können mit anderen Materialien zu Verbundstoffen mit faszinierenden Eigenschaften kombiniert werden. Foto: filmaton, C3

Zweites Leben für Karbonfasermüll als Fahrradsattel

Textilforschungsinstitut STFI Chemnitz hat Recycling-Verfahren für Kohlenstoff-Leichtbaustoffe entwickelt Chemnitz, 17. Februar 2021. Autofabriken verbauen immer häufiger Karbon und ähnliche faserbasierte Leichtbaumaterialien, um in Elektrofahrzeugen das enorme Batteriegewicht auszugleichen und so auf mehr Reichweite zu kommen. Ähnlich sieht es in der Luftfahrt aus, nur dass dort der Einsatz leichter Kohlefaser-Verbundmaterialien eher darauf zielt, Kerosin und damit Betriebskosten für die Fluggesellschaften zu sparen. Auch viele andere Branchen setzen mehr und mehr auf Karbon. Allerdings erwächst aus diesem Leichtbau-Trend ein neues Problem: wohin mit all den Faser-Bauteilen, wenn sie an ihrem „Lebensende“ ausgemustert werden? Industrieforscher und -forscherinnen vom „Sächsischen Textilforschungsinstitut“ (STFI) in Chemnitz haben dafür eine Teillösung gefunden: Sie können nun mit textilen Produktionsabfällen aus Karbonfasern neue Vliesstoffe herstellen.

"Wastx Oil"-Aufbereiter. Foto: Biofabrik

Plastemüll-Pyrolyseure der Biofabrik Dresden gehen in Serie

Weltverbesserer aus Sachsen wollen Abfallberge abtragen und daraus Öl für die Kreislaufwirtschaft machen Dresden/Straßgräbchen, 5. Februar 2021. Die Ingenieure der Biofabrik Dresden haben sich ein hehres Ziel gesteckt: Sie wollen die Plastemüllberge rund um den Erdball abtragen. Rund zehn Jahre lang haben sie an einer Lösung getüftelt – und sie schließlich gefunden: containergroße Pyrolyse-Anlagen, die hochautomatisiert alten Verpackungsabfall schlucken, den Kunststoff bei rund 400 Grad in kleine Moleküle zerlegen und damit synthetisches Rohöl („Synthetic crude“) sowie andere verwertbare Stoffe erzeugen. Die Serienproduktion dieser „Wastx Plastic“-Maschinen beginnt nun in Sachsen – bald sollen sie weltweit im Einsatz sein. Das hat Biofabrik-Sprecher Hendrik Oeser angekündigt.

Biofabrik-Projektleiter und Ingenieur Paul Foth zeigt ein Messglas mit einem Kraftstoff-Gemisch, das der Pyrolyse-Container im Hintergrund aus Plastemüll erzeugt hat. Foto: Heiko Weckbrodt

Biofabrik frisst Müllinseln

Pyrolyse-Reaktoren aus Dresden verflüssigen Meeresabfall zu Diesel Dresden, 13. Juni 2019. Wer in Vietnam, Malaysia oder Indonesien Badeurlaub gemacht hat, wird sie gesehen haben: Schier unendliche Strände, weißer Sand, tiefblaue Wogen und all dies drapiert mit – Plastemüll. Lange Bandwürmer aus abgeschwemmten Büchsendeckeln, Folienbeuteln, PET-Flaschen und anderen Zivilisationsresten, die die Natur kaum abzubauen vermag. Unterbrochen sind diese Mülldünen meist nur in Höhe von Hotels, die eigene Abfallsammler anheuern, um die werten Badegäste nicht zu beunruhigen. Schuld am Plastedesaster an Ufern und auf Halden im Hinterland sind aber nicht allein achtlose Einheimische, sondern auch Industrieländer wie Deutschland, die ihre Abfallberge exportieren – vorzugsweise schön weit weg, nach Asien oder Afrika.