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Können sich deutsche Touristen bald auch in Asien per Smartphone ausweisen?

Die Dresden-Delegation in Taiwan. Foto: LHD
Die Dresden-Delegation in Taiwan. Foto: LHD

Nach TSMC-Ansiedlung: Halbleiter-Städte Dresden und Taipeh rücken zusammen

Dresden/Taipeh, 24. März 2026. Die Mikroelektronik-Standorte Taipeh und Dresden wollen künftig enger kooperieren. Das haben die Bürgermeister beider Städte während einer Delegationsreise der Sachsen in Taiwan vereinbart. Das „Memorandum of Understanding“ (MoU) zwischen der taiwanesischen Hauptstadt und der sächsischen Landeshauptstadt umfasst unter anderem die Halbleiterindustrie, intelligente Stadtstrukturen und den Bildungssektor, teilte die Stadtverwaltung Dresden mit.

Auch Biotech gilt als Anknüpfungspunkt

Letzter Auslöser der engeren Kooperation war die Ansiedlung des taiwanesischen Chip-Riesen „TSMC“ in Dresden. Zudem spielt Taiwan bereits seit einigen Jahren als Handelspartner für Sachsen eine wachsende Rolle. Zuletzt hatten bereits Dresden und die inselchinesische Stadt Kaohsiung eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Beide Seiten sehen neben Mikroelektronik und Digitalisierung auch Biotech und Lebenswissenschaften als Fundament für gemeinsame Projekte.

Sachsen und Taiwan wollen Eudi- und Taiwan-Wallet kompatibel machen

Darüber hinaus wollen die Digitalisierungsexperten beider Städte die elektronischen Ausweise von Taiwan und Deutschland soweit kompatibel machen, dass Touristen und Geschäftsreisende die jeweiligen „Wallets“ in beiden Ländern nutzen können: „Die Dresdner Smart-City-Projekte und Vorhaben zur Nutzung künstlicher Intelligenz stießen in Taiwan auf enorme Resonanz“, berichtet Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). „Entsprechend groß war das Interesse aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Taiwan, diese Themen gemeinsam weiterzuentwickeln, wie etwa die Verknüpfung der EUDI- und der Taiwan-Wallet.“

Hintergrund: Ab 2027 müssen alle EU-Staaten digitale Ausweis-Brieftaschen (Eudi-Wallets) für sämtliche Unionsbürger nutzbar machen. In Deutschland übernimmt Dresden die Rolle als Pilotkommune.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: LHD, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger