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Chipboom: SMC siedelt sich in Dresden an

So etwa soll das „Industrial Application Center“ von SMC in Dresden aussehen. Abb.: SMC
So etwa soll das „Industrial Application Center“ von SMC in Dresden aussehen. Abb.: SMC

Automatisierungs-Ausrüster aus Japan eröffnet demnächst „Industrial Application Center“

Dresden, 15. Januar 2026. Angesichts des Chip-Booms in Sachsen siedelt sich nun auch „SMC“ am Mikroelektronik-Standort „Silicon Saxony“ an: Der japanische Automatisierungs-Ausrüster eröffnet Ende Januar 2026 ein „Industrial Application Center“ (IAC) in Dresden. Das hat SMC Deutschland angekündigt.

Auf rund 180 Quadratmetern will SMC in dem Komplex an der Weintraubenstraße in der Dresdner Neustadt künftig sächsischen Unternehmen seine Automatisierungstechnologien von Pneumatik und Vakuumtechnik bis hin zu Industrie-4.0-Lösungen vorstellen. Für Aufbau und Ausstattung hat SMC rund eine Viertelmillion Euro investiert.

Fokus liegt auf Halbleiterindustrie

„Im IAC können Industrieunternehmen ihre Prozesse simulieren, wobei wir in Dresden natürlich vor allem die Halbleiterindustrie ansprechen“, erklärt Sprecherin Jessica Giordano von der deutschen SMC-Tochter. „Natürlich möchten wir mit dem IAC die Industrie vor Ort und unsere Präsenz stärken, vor allem aber ist es ein Bekenntnis zum Standort und zur Region.“ Das heißt: Unternehmen können dort Automatisierungs-Abläufe in der Praxis anschauen. Und: „Wir öffnen unser Innovationszentrum ausdrücklich auch für Veranstaltungen des Netzwerkes ,Silicon Saxony'“. Dort sollen Unternehmen aus der Halbleiter-Wirtschaft, aber auch aus dem Maschinenbau und anderen Branchen Konzepte diskutieren und bis zu einem gewissen Punkt erproben, um eigene Prozesse zu automatisieren, Energiespar-Optionen in der Produktion zu finden und generell über Wege zu reden, die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Industrie zu haben.

Ursprünge als Filter-Hersteller in Tokyo

SMC entstand 1959 in Tokyo als „Sintered Metal Corporation“ und stellte anfangs vor allem Sintermetall-Filter her. In den folgenden Dekaden entwickelte das Unternehmen auch Druckluft-Systeme, Automatik-Steuerungsanlagen und komplexe Automatisierungs-Lösungen für Industriekunden. Inzwischen beschäftigt die Firma über 23.000 Menschen in 30 Ländern und kommt auf 792 Milliarden Yen (4,3 Milliarden Euro) Jahresumsatz.

Großinvestitionen in Chipfabriken sorgen in Sachsen für Folgeprojekte im Umfeld

Die in den vergangenen sechs Dekaden gewachsene Mikroelektronik-Industrie in Dresden hat bereits zahlreiche Folgeeffekte ausgelöst. Die jüngsten Großinvestitionen von TSMC, Infineon, Globalfoundries und Jenoptik haben die Strahlkraft von Europas wichtigstem Halbleiter-Standort noch einmal deutlich verstärkt. In jüngster Zeit kündigten in diesem Zusammenhang unter anderem Air Liquide, Sachsenkälte, das Dresdner Chipmaskenzentrum AMTC, Adsenso in Boxdorf und andere Zulieferunternehmen Ansiedlungen beziehungsweise Erweiterungen in Sachsen an.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SMC Deutschland, SMC, Wikipedia, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger