Allianz für Sachsen fordert schlankeren Staat und schnelle Reformen

Stellenabbau, weniger Soziallasten für Kommunen und technologieoffenes Stromsystem auf der Agenda
Dresden, 15. Januar 2026. Einen Personalabbau bis auf 80.000 Stellen bis 2035, weniger Bürokratie, eine digitale Verwaltung, ein technologieoffenes Stromsystem, mehr Einsatz für Ausbildung und Fachkräftesicherung, weniger Sozialausgaben für die Kommunen und andere Reformen hat die „Allianz für Sachsen“ von der sächsischen Staatsregierung gefordert. Dahinter steht ein Bündnis aus Wirtschafts- und Kommunalvertretern, die sich auf eine Reformagenda für mehr Wettbewerbsfähigkeit und handlungsfähige Städte sowie Landkreise geeinigt haben.
Staat muss wieder auf Eigenverantwortung der Menschen vertrauen
Städtetag-Präsident Wendsche: Staat müsse sich auf „seine Kernaufgaben in den Bereichen innere Sicherheit, Bildung und Infrastruktur“ konzentrieren, fordert Präsident Bert Wendsche vom Sächsischen Städte- und Gemeindetag. Zugleich sollen Regierung und Behörden „wieder stärker auf den Fleiß, die Eigenverantwortung und die Innovationskraft der Menschen“ vertrauen.
Bürokratischer Apparat ist zu stark gewachsen
„Mit dem zweitgrößten Personalbestand aller Bundesländer – bezogen auf die Einwohnerzahl – lebt Sachsen über seine Verhältnisse“, kritisiert Präsident Jörg Brückner von der „Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft“ (VSW). „Angesichts einer deutlich schrumpfenden Erwerbsbevölkerung führt kein Weg daran vorbei, die Stellenzahl im Landeshaushalt bis 2035 konsequent auf 80.000 zu senken.“
Handwerker wollen weniger Unterrichtsausfall und mehr Berufsberatung an Schulen
„Die Bekämpfung des dramatischen Unterrichtsausfalls in Sachsen muss weiterhin die höchste Priorität genießen“, formuliert Präsident Uwe Nostitz vom „Sächsischen Handwerkstag“ eine weitere Forderung der Allianz. Zudem seien raschere Reformen zugunsten der Berufsschulen und mehr Berufsorientierung in allen Schularten nötig.
Viele Kommunen haben unter Last der Sozialausgaben kaum noch Spielraum
„Stabile Kommunalfinanzen sind eine Grundvoraussetzung für dringend notwendige Investitionen der Gemeinden, Städte und Landkreise in die wirtschaftsnahe Infrastruktur und damit eine wesentliche Grundlage für gute Rahmenbedingungen für die sächsische Wirtschaft“, nennt Präsident Henry Graichen vom „Sächsischen Landkreistag“ eine weitere Konsensformel zwischen Wirtschaft und Kommunen. „Angesichts eines Haushaltsdefizits der sächsischen Kommunen von annähernd einer Milliarde Euro“ sei eine Reform des Sozialstaates dringend notwendig, um die Städte und Kreise zu entlasten.

Stromspeicher, Netzausbau und Braunkohle sollen Energiepreise bändigen und für mehr Stabilität sorgen
Ein „technologieoffenes Stromsystem“, das auch ohne Dauersubventionen sicher und preiswerter funktioniere, fordert derweil der Chemnitzer IHK-Präsident Max Jankowsky namens aller sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) ein. Dafür müssten – mit Blick auf die unsteten Lieferungen von Wind- und Solarparks – die Stromnetze ausgebaut und mehr Energiespeicher installiert werden. Braunkohle sieht er „als Brücke Teil des Wandels“.
Autor: hw
Quelle: Allianz für Sachsen

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