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Sachsen führt „Kompetenzstelle Wasserstoff“ fort

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt
Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger für eine künftige abgasarme Industrie – zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Freistaat will industriellen Einsatz von H2-Technologien forcieren

Dresden/Chemnitz, 28. Dezember 2025. Damit Sachsen schneller eine regionale Wasserstoffinfrastruktur aufbauen und den Einsatz von Wasserstofftechnologien in der Industrie forcieren kann, will der Freistaat die sächsische „Kompetenzstelle Wasserstoff“ (KH2) fortführen und weiter fördern. Das hat Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) angekündigt. Die dahinter stehenden Vereine „Energy Saxony“ aus Dresden und „Hzwo“ aus Chemnitz sollen in den kommenden Jahren auch den Wasserstoff-Einsatz in energieintensiven Unternehmen sowie im Verkehrs- und Energiesektor durch Informationsangebote unterstützen.

Panter sieht in Wasserstoff ein Zukunftsthema in der Energiepolitik

„Der Energieträger Wasserstoff ist ein entscheidendes Zukunftsthema in der Energiepolitik – nicht nur in Deutschland, sondern weit darüber hinaus“, ist Panter überzeugt. „Zentrale Herausforderungen sind die Leitungsinfrastruktur, die Technologien für die Wasserstofferzeugung und -speicherung sowie perspektivisch der Betrieb von Gaskraftwerken mit Wasserstoff.“

Zu Ampelzeiten gegründet

Sachsen hatte die Beratungsstelle KH2 zu Ampelzeiten im Jahr 2022 als „zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Unternehmen sowie Akteure aus Forschung und Wissenschaft für alle Fragen rund um das Thema Wasserstoff“ eröffnet. Sie gilt als Teil der sächsischen Wasserstoffstrategie, die darauf zielt, bis 2030 eine leistungsfähige Wasserstoffwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu etablieren. Weitere Bausteine sind das Wasserstoff-Forschungszentrum HIC sowie die H2-Forschungen an den Unis Chemnitz und Dresden, das „Hydrogen Lab Görlitz“ von Fraunhofer, die regionalen Rohrsysteme für das nationale Wasserstoffnetz, die H2-Partnerschaften mit Tschechien und Polen, aber auch Elektrolyseur- und Brennstoffzellen-Unternehmen wie Sunfire oder FCP Fuel Cell Powertrain und dergleichen mehr.

Über Jahrzehnte hinweg hat das Fraunhofer-Keramikinstitut in Sachsen und Thüringen Materialien, den Aufbau und die automatisierte Produktion von Hochtemperatur-Elektrolyseuren und -Brennstoffzellen erforscht. Nun wollen die Ingenieure die Wasserstoff-Anlagen gemeinsam mit Thyssen erst in die Kleinserie und dann in die Massenproduktion überführen. Foto: Fraunhofer-IKTS
Über Jahrzehnte hinweg hat das Fraunhofer-Keramikinstitut in Sachsen und Thüringen Materialien, den Aufbau und die automatisierte Produktion von Hochtemperatur-Elektrolyseuren und -Brennstoffzellen erforscht. Nun wollen die Ingenieure die Wasserstoff-Anlagen gemeinsam mit Thyssen erst in die Kleinserie und dann in die Massenproduktion überführen. Foto: Fraunhofer-IKTS

Hype ist vielerorts der Ernüchterung gewichen

Inzwischen hat sich rund ums Thema Wasserstoff allerdings auch Ernüchterung breit gemacht: Vor allem ist es bisher nicht gelungen, die Preise für Öko-Wasserstoff so zu senken, dass er halbwegs wettbewerbsfähig zu anderen Energieträgern wäre. Auch behandelt die Merz-Regierung diesen Technologiesektor weniger ambitioniert als die Ampel. Und mobile Wasserstoffantriebe wollen sich weder in Deutschland noch international so recht durchsetzen. Nicht zuletzt bleibt die Wasserstoff-Produktion durch Elektrolyseure bisher bescheiden in ihren Mengen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SMWA, KH2, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger