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Wasserstofftech-Zentrum HIC bekommt ab 2026 Forschungskomplex in Chemnitz

So sollen das HIC und der Wasserstoff-Campus in Chemnitz letztlich aussehen. Visualisierung: Hzwo
So sollen das HIC und der Wasserstoff-Campus in Chemnitz letztlich aussehen. Visualisierung: Hzwo

Bund und Freistaat übergeben Förderbescheid über 84,4 Millionen Euro

Chemnitz/Berlin, 7. März 2025. Die Chemnitzer Wasserstofftech-Ingenieure wollen im Jahr 2026 erste Teile ihres neuen Forschungszentrums „Hydrogen Innovation Center“ (HIC) in Betrieb nehmen. Für das Projekt hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) nun in Berlin einen Förderbescheid über 84,4 Millionen Euro übergeben. Das hat der Trägerverein „Hzwo“ mitgeteilt.

Mission Mittelstand

„Die Mission ist klar: Die Wasserstoffzentren sollen gerade kleine und mittelständische Unternehmen sowie die Zulieferindustrie bei der Transformation hin zu klimafreundlichen Technologien unterstützen“, betonte Noch-Minister Wissing. „Als Inkubatoren schaffen sie die Voraussetzungen, um neue Anwendungen zur Marktreife zu bringen – mit modernster Entwicklungs-, Prüf- und Testinfrastruktur.“

Wasserstoffantriebe als Fokusthema

Schwerpunkt der Chemnitzer ist der Einsatz von Wasserstoff-Antrieben wie etwa Brennstoffzellen für Fahrzeuge und andere mobile Einsatzfelder. Dafür entsteht schrittweise ab 2026 bis 2029 auf dem Technologiecampus Chemnitz ein neuer Forschungskomplex. Der soll im Endausbau Teststände, Entwicklungsbüros, ein Technikum für Funktionsmuster sowie mehrere Labore umfassen, in die sich auch junge Unternehmen beziehungsweise Gründer einmieten können. Das Hauptgebäude soll Platz für rund 120 Beschäftigte bieten. Neben der Entwicklung und Erprobung neuer Wasserstofftechnik soll sich das Zentrum auch auf den Wissenstransfer in die Wirtschaft fokussieren.

Formale Eröffnung im Frühjahr, Baustart ist aber erst 2026

Noch im Frühjahr 2025 will HIC-Chef Karl Lötsch das Zentrum – wenn auch zunächst noch ohne eigenes Gebäude – eröffnen. „Unternehmen werden dort maßgebliche Unterstützung bei der Entwicklung von Komponenten und Systemen für die Kerntechnologien der Wasserstoffwirtschaft erhalten“, verspricht Lötsch. „Der Wasserstoffmarkt beginnt weltweit zu wachsen. Wir haben das Ziel, dass insbesondere Unternehmen aus Deutschland davon profitieren werden.“

Ingenieure hatten ursprünglich mehr Geld beantragt

In die Kosten für das HIC teilen sich Bund und Freistaat hinein: Der Bund schießt 72,5 Millionen Euro zu, Sachsen hat für die Aufbauphase des HIC bis 2028 rund 15 Millionen Euro zugesagt und inzwischen auf 14 Millionen herunter korrigiert. Ursprünglich hatten die Chemnitzer 125 Millionen Euro beantragt. Um den Aufbau und den Betrieb des HIC soll sich das im Juni 2024 gegründete Hzwo-Tochterunternehmen „HIC gGmbH“ kümmern.

Mobile Brennstoffzellen, H2-Bildung und Transfer

Technologisch wird der Fokus vor allem auf mobilen Brennstoffzellen für Fahrzeuge vom Gabelstapler übers Auto bis hin zum Schwerlaster liegen. Dazu gehören unter anderem bessere Designs und Fertigungsmethoden für die Reaktorstapel („Stacks“), in denen Wasserstoff und Sauerstoff reagieren und dabei Wasser und Energie produzieren, neue Systemkomponenten und ein effizienteres Wärmemanagement für Brennstoffzellen. Außerdem wollen die HIC-Ingenieure Bildungsangebote rund ums Thema sowie Wasserstoff-Mietlabore anbieten.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: HIC, Oiger-Archiv

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger