Dresdner Leihbücherei-Netz ist deutsche „Bibliothek des Jahres“

Jury würdigt dezentrales Konzept und Treffpunkt-Konzepte der kommunalen Bibliotheken
Dresden/Berlin, 23. Oktober 2025. Der „Deutsche Bibliotheksverband“ (DBV) aus Berlin hat die Städtischen Bibliotheken Dresden heute zur „Bibliothek des Jahres“ in der Bundesrepublik gekürt. Das geht aus Mitteilungen des DBV und der Dresdner Leihbüchereien hervor. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. „Es könnte kein schöneres Geschenk zum 150. Jubiläum der Städtischen Bibliotheken Dresden geben“, betonte die Dresdner Bibliotheken-Direktorin Marit Kunis.
Jury: Bibliotheken schaffen ein Stück Heimat
„Die Städtischen Bibliotheken Dresden erfüllen mit ihren 20 Standorten in herausragender Weise ihre wichtigen Aufgaben in der Kommune bei der Bereitstellung von Wissen, Informationen und Angeboten zur kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe“, begründete die Jury die Wahl. „Mit ihrem konsequent dezentralen Ansatz, bereits in der Konzeption der verschiedenen Bibliotheksstandorte, entwickeln sie maßgeschneiderte Angebote für die Stadtteile und schaffen so für die Bürgerinnen Lebensräume und soziale Treffpunkte – und damit ein Stück Heimat.“
Teams sind mit großer Leidenschaft dabei
„Gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe wird bei den Städtischen Bibliotheken Dresden großgeschrieben – mit ihrer aufsuchenden Bibliotheksarbeit genauso wie mit großen Events in der Stadt, die mit viel Leidenschaft umgesetzt werden“, ergänzte Frauke Untiedt vom DBV-Vorstand.
Stadtteilnetz wuchs über Dekaden – mit kleinen Rückschlägen
Das kommunale Bibliothekennetz war bereits zu DDR-Zeiten weitverzweigt, umfangreich und vergleichsweise modern ausgestattet. Schon damals gab es neben der Hauptbibliothek auch zahlreiche Zweigstellen in den Stadtteilen, eine spezialisierte Kinder- und Jugendbibliothek und dergleichen mehr. Zwar gab es nach der Wende auch Schließungen und finanzielle Durststrecken und Rückschläge. Doch auch in Zeiten begrenzter Mittel gelang es dem langjährigen Führungsduo Arend Flemming und Roman Rabe, aber auch der heutigen Direktorin Marit Kunis, die Leihbüchereien durch zahlreiche Innovationen von E-Bibo über dezentrale Entscheidungen bis hin zu automatisierten Abendöffnungszeiten und sozialen Bücherdiensten immer attraktiver zu machen. Dabei trieben sie den Wandel von klassischen Buchausleih-Orten hin zu Begegnungsorten voran – der Erfolg in der Bürgerschaft hat ihnen immer wieder recht gegeben.
Autor: hw
Quellen: DBV, Städt. Bibliotheken Dresden, Oiger-Archiv

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