Forscher sehen durch Super-Radioteleskope „neue Ära der Astrophysik“ nahen

Deutsches Zentrum für Astrophysik lädt internationale Forscher nach Görlitz ein
Görlitz, 8. Juni 2025. Wie können die bis zum Jahr 2029 entstehenden riesigen Radioteleskope in Südafrika und Australien die Vergangenheit und Vergangenheit unseres Universums durchleuchten? Welche Supercomputer und Analysemethoden werden nötig sein, um diese „Square Kilometre Array Observatories“ (SKAO) richtig auszunutzen? Und wie lassen sie sich mit Schwerkraft-Teleskopen kombinieren, um in die Kinderstube des Kosmos zu schauen? Diese und ähnliche Fragen wollen 550 internationale Astrophysiker und Kosmologen während der Konferenz „Eine neue Ära der Astrophysik: Vorbereitung auf die erste Phase der wissenschaftlichen Nutzung des SKAO“ vom 16. bis 20. Juni 2025 in Görlitz erörtern. Gastgeber ist das „Deutsche Zentrum für Astrophysik“ (DZA), das derzeit in Dresden und der Lausitz wächst – und mit der Konferenz zeigt, in welche Richtung die wissenschaftliche Arbeit des neuen Großforschungszentrums zielen wird.
„Größter Teleskopenverbund, den Menschen jemals gebaut haben
„Das ist die wichtigste Veranstaltung für Radioastronomen weltweit“, betonen DZA-Gründungsdirektor Prof. Günther Hasinger und Mitinitiator Prof. Stefan Wagner. „Hier im Herzen Europas wird die Zukunft des größten Teleskopenverbundes entschieden, den Menschen jemals gebaut haben.“
Sachsen hoffen auf wirtschaftliche Impulse durch Astrophysiker
Neben der wissenschaftlichen hat das neue DZA auch eine wirtschaftliche Dimension für Sachen: Es soll der Lausitz neue Perspektiven für die Zeit nach dem Kohleausstieg eröffnen. Zudem hofft die Hochtechnologie-Branche im „Silicon Saxony“ auf zahlreiche Aufträge für neuartige Technologieprodukte für die Astrophysiker. Zudem will das sächsische Kabinett die DZA-Bewerbung um den Bau eines riesigen unterirdischen Einstein-Gravitationsteleskops unterstützen. Sollte der Zuschlag dafür wirklich an den Freistaat gehen, dürfte dies der Lausitz einen ordentlichen Auftragsschub bringen – einmal ganz abgesehen vom Reputations-Gewinn.
Wissenschaftsminister verweist auf kommende technologische und digitale Herausforderungen
„Das DZA setzt als enger Partner des SKAO ein deutlich sichtbares Zeichen für die Lausitz und Sachsen – und zwar in der ganzen Welt“, meint Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) mit Blick auf die Konferenz und das Einsteinprojekt. „Mit dem DZA sind wir Teil des weltweit größten Radioteleskops, das technologische und digitale Herausforderungen mit sich bringt. Die wollen wir hier lösen.“
Neben den wissenschaftlichen Vorträgen bietet die Konferenz übrigens auch Programmpunkte für Laien: Zum Auftakt am Montag, 16. Juni, hält Direktor Michael Kramer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) aus Bonn ab 19.30 Uhr einen öffentlichen Vortrag über das „Geheimnisvolle Universum: Explosionen, Schwarze Löcher und ferne Planeten. Am Mittwochvormittag bauen Schülerinnen und Schüler im DZA eigene Radioteleskope. Diese werden am Mittwochnachmittag auf den Himmel gerichtet und erfassen Daten der Milchstraße.
Autor: hw
Quellen: SMWK, DZA, Oiger-Archiv, Wikipedia, SKAO

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