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Infineon rechnet mit 6000 neuen Jobs im Umfeld seiner neuen Chipfabrik in Dresden

Der Rohbau für die Infineon-Chipfabrik IV in Dresden ist nahezu fertig - hier eine Aufnahme vom April 2025. Foto: Infineon
Der Rohbau für die Infineon-Chipfabrik IV in Dresden ist nahezu fertig – hier eine Aufnahme vom April 2025. Foto: Infineon

Nach EU gibt nun auch Bund grünes Licht für Milliarden-Zuschuss in Sachsen

Dresden, 8. Mai 2025. Infineon bekommt von Bund und Land mindestens 920 Millionen Euro Zuschuss für seine neue, milliardenteure Chipfabrik Nummer 4 in Dresden. Entsprechende Förderzusagen hat das Bundeswirtschaftsministerium nun erteilt, informierte der bayrische Halbleiterkonzern. Zuvor hatte bereits die EU grünes Licht für die Beihilfen gegeben.

Mit Vorab-Bescheiden losgebaut – Rohbau ist fast fertig

Das Unternehmen will in seinem neuen Werk rund 1000 neue Arbeitsplätze schaffen und geht davon aus, dass dadurch im Umfeld rund 6000 weitere Jobs bei Zulieferern, Dienstleistern und Versorgern entstehen. Dabei stützt sich Infineon auf die Studie „Von Chips zu Chancen – Die Bedeutung und Wirtschaftlichkeit der Mikroelektronikförderung“ des Zentralverbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI). Der Rohbau sei inzwischen nahezu abgeschlossen, der Bau liege im Plan, betonen die Manager. Das Unternehmen hatte bereits vor zwei Jahren mit dem Bau begonnen, weil EU, Bund und Freistaat Sachsen noch vor den finalen Förderbescheiden signalisiert hatte, dass die Subventionen auch tatsächliche fließen werden.

Jochen_Hanebeck ist operativer Geschäftsführer und Vorstandsmitglied von Infineon. Foto: Infineon
Jochen Hanebeck. Foto: Infineon

„Starkes Signal für das europäische Halbleiterökosystem“

„Die abschließende Bestätigung zur Förderung unserer Smart Power Fab ist ein wichtiger Meilenstein für uns als Unternehmen und ein starkes Signal für das europäische Halbleiterökosystem“, betonte Infineon-Konzernchef Jochen Hanebeck. „Mit den in Dresden gefertigten Halbleitern tragen wir dazu bei, die Wertschöpfungsketten europäischer Schlüssel­industrien künftig noch robuster zu gestalten.“

Neben der Fab 4 investiert Infineon auch in seine Dresdner Bestands-Fabriken und das TSMC-Werk

Rechnet man alles zusammen, steckt Infineon rund fünf Milliarden in den Ausbau des Mikroelektronik-Standortes Dresden. Das meiste davon fließt in den Bau der neuen „Smart Power Fab“, die Analog-, Hybrid- und Leistungs-Mikroelektronik für Wärmepumpen, Solaranlagen, Rechenzentren, Elektroautos und andere Technologieprodukte herstellen soll. Den größten Teil dieser Großinvestition finanziert Infineon selbst, ein Fünftel sind Subventionen. Die wiederum kommen von Bund und Land über die Förderprogramme des EU-Chipgesetzes sowie für „Wichtige Projekte von gemeinsamem europäischen Interesse in der Mikroelektronik“ (Ipcei-ME). Zudem investiert das Unternehmen rund 300 Millionen Euro in die Modernisierung seiner drei Bestandsfabriken in Dresden.

„Darüber hinaus investiert Infineon in Dresden auch über seine Beteiligung am Joint Venture ,European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) GmbH’“, heißt es aus der Konzernzentrale. Gemeint ist dabei die zehn Milliarden Euro teure Chip-Megabfabrik, die TSMC, Bosch, NXP und eben Infineon über ihr neues Gemeinschaftsunternehmen ESMC in Dresden bauen und betreiben wollen. Mehrheitseigner ist hier der taiwanesische Halbleiterries, daher wird diese Fab oft vor allem TSMC zugeschrieben.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Infineon, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger