3D-Drucker aus Sachsen als Universal-Müllverwerter

Regionalminister lobt „Meisterstück des sächsischen Maschinenbaus“
Freiberg, 16. Dezember 2024. Sind müllfressende 3D-Drucker aus Sachsen womöglich der Beginn einer ganz neuen Kreislaufwirtschaft? So nach dem Motto: Müll rein und hinten kommen dann neue Auto-Bauteile, Theaterkulissen oder Möbel wieder raus? Ob und wie das geht, können Freiberger Forscher nun in einem fast schon industriellen Maßstab erproben: Nach zweijährigen Tests mit leicht veränderten Serienmodellen haben Wissenschaftler der Bergakademie Freiberg und der Anlagenbauer „C-marx“ aus Chemnitz nun einen Universal-3D-Drucker gebaut und heute eingeweiht.
Bei dieser – vornehm als additive Fertigungsanlage titulierten – Maschine handelt es sich nach Einschätzung des scheidenden Regionalministers Thomas Schmidt (CDU) um „einen Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft gesetzt und ein Meisterstück des sächsischen Maschinenbaus“.
Additive Technologien sollen Kreislaufwirtschaft beflügeln
„Die Technologie des neuen Druckers ermöglicht es, die Recyclingpotenziale von Reststoffen aus Industrie und Landwirtschaft optimal auszuschöpfen“, ist Schmidt überzeugt. „Ich freue mich, dass Sachsen bei der additiven Fertigung nun ganz vorn mit dabei ist.“
Drucker schluckt Stroh ebenso wie Aprikosenkerne oder Bergbau-Abfälle
Der Drucker ist laut ministeriellen Angaben ein Unikat. Er kann pulverförmige organische und nicht-organische Abfälle aus der Landwirtschaft oder der Industrie wie Holz, Spreustroh, Bergbaurückstände oder Aprikosenkerne aufschmelzen und daraus anhand von Computermodellen neuwertige Produkte schichtweise herstellen. In kleinerem Maßstab hatten die Freiberger Forscher dies zuvor bereits ausprobiert und beispielsweise aus Obstkernen neue Theaterrequisiten und Verpackungseinleger geformt. In die Konstruktion des neuen Druckers waren 50 Reststoffanalysen und zahlreiche Probedrucke eingeflossen.
Der innovative Müllfresser gehört zum Reallabor „Sustainable Additive Manufacturing in Saxony“ („Samsax“). Das Regionalministerium bezuschusst diese Forschungseinrichtung mit knapp 1,7 Millionen Euro. Beteiligt sind die Bergakademie Freiberg sowie die Technischen Universität Dresden und Chemnitz sowie eine Innovationsgemeinschaft von über 200 Partnern aus Forschung, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen. Sie suchen dort nach neuen Verfahren, um Abfälle möglichst hochwertig wiederzuverwerten und wieder in Kreislaufprozesse einzuschleusen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: SMR, Oiger-Archiv

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