ForschungNewszAufi

Amplitude richtet Laser-Forschungslabor in Dresden ein

Sehr stark, für das Antimaterie-Experiment aber nicht so gut geeignet: "Draco" ist einer der stärksten Laser im helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Foto: André Wirsig für das HZDR
„Draco“ ist einer der stärksten Laser im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Foto: André Wirsig für das HZDR

Franzosen bauen Superlaser-Partnerschaft mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf aus

Dresden, 11. Dezember 2024. Angesichts der großen Fortschritte, die Dresdner Helmholtz-Forschern mit Superlasern wie dem „Draco“ bisher gelungen sind, will das Technologie-Unternehmen „Amplitude Laser“ in Sachsen ein neues Forschungslabor einrichten. Dafür verlagern die Franzosen nun schrittweise Personal und Technik-Knowhow aus Lisses nahe Paris nach Dresden. Das haben das Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR)  und Amplitude mitgeteilt.

Stärkere Laser, Strahlungsquellen und Messtechnik im Fokus

In dem gemeinsamen Laserlabor möchten französische und sächsische Wissenschaftler und Ingenieure an Hochenergie-Lichtverstärkern der nächsten Generation mit hoher Wiederholrate sowie verbesserter Stabilität arbeiten, an neuen Strahlungsquellen und Messtechnik. Die Superlaser sollen künftig preiswertere und kleinere Teilchenbeschleuniger für den Kampf gegen Krebs ermöglichen. Außerdem könnten sie neuartige Kraftwerke ermöglichen, die per Trägheitsfusion Wasserstoff-Atome verschmelzen und damit Europa eine nahezu unerschöpfliche und strahlungsarme Energiequelle erschließen könnten.

Amplitude baut lokales Team in Sachsen auf

„Das gemeinsame Labor wird Innovationen voranbringen, die Hochleistungs-Lasertechnologie auf ein neues Level heben und eine bessere Zukunft gestalten“, ist „Amplitude Laser“-Chef Damien Buet überzeugt. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem HZDR habe „den Grundstein für dieses spannende neue Kapitel“ gelegt. Denn die Franzosen hatten im Jahr 2007 bereits den Draco-Superlaser in Dresden installiert, den die Helmholtz-Forscher seither stetig verbessert haben. In diesem Zuge pendeln bereits seit Jahren Experten beider Seiten zwischen Lisses und Dresden hin und her. Nun will Amplitude einen Teil seiner Forschungs- und Entwicklungsressourcen ganz nach Sachsen verlagern. „Zur weiteren Unterstützung dieser Bemühungen wird Amplitude Doktorandenstellen am HZDR finanzieren und ein lokales Team in Dresden aufbauen, um eine starke und nachhaltige Präsenz in der Region zu gewährleisten“, kündigten die Partner an.

Ein Lenkungsausschuss unter der Leitung von Prof. Ulrich Schramm vom HZDR und Dr. Pierre-Mary Paul von „Amplitude“ wird die strategische Richtung des neuen Labors in Dresden vorgeben. Das Tagesgeschäft übernehmen die Projektleiter Stefan Bock (HZDR) und Émilien Gontier (Amplitude). Sie wollen sukzessive bis 2029 ein Team aufbauen.

Partner wollen Superlaser für Kampf gegen Krebs und Fusionskraftwerke einspanne

Neue Einsatzmöglichkeiten für Superlaser wie „Draco“ und „Penelope“ gehören bereits seit Jahren zu den Schwerpunktthemen von Helmholtz Dresden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Idee, die riesigen medizinischen Ringbeschleuniger für Protonen, die sich nur wenige Großkrankenhäuser wie das Uniklinikum Dresden leisten können, durch viel kleinere, billigere Beschleuniger zu ergänzen, die Teilchen durch Lichtstöße auf hohe Geschwindigkeiten bringen und dann Tumore vergleichsweise genau und schonend für den Patienten zerstören können. Die wären dann auch für kleinere Krankenhäuser erschwinglich. Zudem ist nach erfolgreichen Experimenten mit der Trägheitsfusion in den USA inzwischen eine vielversprechende Einsatzmöglichkeit für Superlaser in den öffentlichen Fokus gerückt – als Alternative zu den Stellarator– und Tokamak-Reaktoren, an denen die Europäer schon lange arbeiten.

Autor: hw

Quellen: HZDR, Amplitude Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger