Amplitude richtet Laser-Forschungslabor in Dresden ein

Franzosen bauen Superlaser-Partnerschaft mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf aus
Dresden, 11. Dezember 2024. Angesichts der großen Fortschritte, die Dresdner Helmholtz-Forschern mit Superlasern wie dem „Draco“ bisher gelungen sind, will das Technologie-Unternehmen „Amplitude Laser“ in Sachsen ein neues Forschungslabor einrichten. Dafür verlagern die Franzosen nun schrittweise Personal und Technik-Knowhow aus Lisses nahe Paris nach Dresden. Das haben das Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und Amplitude mitgeteilt.
Stärkere Laser, Strahlungsquellen und Messtechnik im Fokus
In dem gemeinsamen Laserlabor möchten französische und sächsische Wissenschaftler und Ingenieure an Hochenergie-Lichtverstärkern der nächsten Generation mit hoher Wiederholrate sowie verbesserter Stabilität arbeiten, an neuen Strahlungsquellen und Messtechnik. Die Superlaser sollen künftig preiswertere und kleinere Teilchenbeschleuniger für den Kampf gegen Krebs ermöglichen. Außerdem könnten sie neuartige Kraftwerke ermöglichen, die per Trägheitsfusion Wasserstoff-Atome verschmelzen und damit Europa eine nahezu unerschöpfliche und strahlungsarme Energiequelle erschließen könnten.
Amplitude baut lokales Team in Sachsen auf
„Das gemeinsame Labor wird Innovationen voranbringen, die Hochleistungs-Lasertechnologie auf ein neues Level heben und eine bessere Zukunft gestalten“, ist „Amplitude Laser“-Chef Damien Buet überzeugt. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem HZDR habe „den Grundstein für dieses spannende neue Kapitel“ gelegt. Denn die Franzosen hatten im Jahr 2007 bereits den Draco-Superlaser in Dresden installiert, den die Helmholtz-Forscher seither stetig verbessert haben. In diesem Zuge pendeln bereits seit Jahren Experten beider Seiten zwischen Lisses und Dresden hin und her. Nun will Amplitude einen Teil seiner Forschungs- und Entwicklungsressourcen ganz nach Sachsen verlagern. „Zur weiteren Unterstützung dieser Bemühungen wird Amplitude Doktorandenstellen am HZDR finanzieren und ein lokales Team in Dresden aufbauen, um eine starke und nachhaltige Präsenz in der Region zu gewährleisten“, kündigten die Partner an.
Ein Lenkungsausschuss unter der Leitung von Prof. Ulrich Schramm vom HZDR und Dr. Pierre-Mary Paul von „Amplitude“ wird die strategische Richtung des neuen Labors in Dresden vorgeben. Das Tagesgeschäft übernehmen die Projektleiter Stefan Bock (HZDR) und Émilien Gontier (Amplitude). Sie wollen sukzessive bis 2029 ein Team aufbauen.
Partner wollen Superlaser für Kampf gegen Krebs und Fusionskraftwerke einspanne
Neue Einsatzmöglichkeiten für Superlaser wie „Draco“ und „Penelope“ gehören bereits seit Jahren zu den Schwerpunktthemen von Helmholtz Dresden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Idee, die riesigen medizinischen Ringbeschleuniger für Protonen, die sich nur wenige Großkrankenhäuser wie das Uniklinikum Dresden leisten können, durch viel kleinere, billigere Beschleuniger zu ergänzen, die Teilchen durch Lichtstöße auf hohe Geschwindigkeiten bringen und dann Tumore vergleichsweise genau und schonend für den Patienten zerstören können. Die wären dann auch für kleinere Krankenhäuser erschwinglich. Zudem ist nach erfolgreichen Experimenten mit der Trägheitsfusion in den USA inzwischen eine vielversprechende Einsatzmöglichkeit für Superlaser in den öffentlichen Fokus gerückt – als Alternative zu den Stellarator– und Tokamak-Reaktoren, an denen die Europäer schon lange arbeiten.
Autor: hw
Quellen: HZDR, Amplitude Oiger-Archiv, Wikipedia

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