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Lastertreibstoff aus Müll: Sunfire Dresden liefert Mega-Elektrolyseur

So etwa soll die Anlage aussehen, mit der Ren-Gas in Tampere das E-Methan für Laster und Schiffe herstellen will. Den Wasserstoff liefert der Sunfire-Elektrolysator, das CO2 ziehen die Finnen aus dem Rauchgas einer Müllverbrennungsanlage. Visualisierung: Ren-Gas
So etwa soll die Anlage aussehen, mit der Ren-Gas in Tampere das E-Methan für Laster und Schiffe herstellen will. Den Wasserstoff liefert der Sunfire-Elektrolysator, das CO2 ziehen die Finnen aus dem Rauchgas einer Müllverbrennungsanlage. Visualisierung: Ren-Gas

Finnen wollen E-Methan für Lkws und Schiffe möglichst umweltfreundlich herstellen

Dresden/Tampere, 19. November 2024. Weil die Finnen aus ihrem Müll synthetischen Treibstoff für Laster und Schiffe machen wollen, installiert Sunfire Dresden demnächst einen Groß-Elektrolysator in Tampere: Die 50 Megawatt (MW) starke Anlage soll aus Ökostrom und Wasser möglichst umweltfreundlich Wasserstoff bereitstellen. Den will das finnische Unternehmen „Ren-Gas“ dann mit Kohlenstoffdioxid aus dem Rauchgas der Müllverbrennungsanlage Tarastenjärvi kombinieren und daraus Elektro-Methan für den Schwerlastverkehr und die Schifffahrt machen. Das geht aus einer Mitteilung von Sunfire hervor.

Sunfire-Chef verspricht „zuverlässige Wasserstoffproduktion im industriellen Maßstab“

„Wir sind stolz, unsere Druck-Alkali-Technologie für das E-Methan-Werk von Ren-Gas in Tampere bereitzustellen“, kommentierte Sunfire-Chef Nils Aldag den Zuschlag aus Skandinavien. „Unsere ausgereifte Technologie ermöglicht eine effiziente und zuverlässige Wasserstoffproduktion im industriellen Maßstab und unterstützt Ren-Gas dabei, seine ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.“

Fünf solcher 10-Megawatt-Elektrolyse-Module will Sunfire in Finnland für die Wasserstoff-Produktion bündeln. Visualisierung: Sunfire
Fünf solcher 10-Megawatt-Elektrolyse-Module will Sunfire in Finnland für die Wasserstoff-Produktion bündeln. Visualisierung: Sunfire

50-MW-Elektrolyseur liefert Wasserstoff, die Müllverbrennung das CO2 fürs E-Methan

Laut der Vereinbarung wird Sunfire insgesamt fünf Elektrolyseur-Module zu je zehn Megawatt in Druck-Alkali-Bauweise nach Tampere liefern und sie dort zu einem 50-MW-Block kombinieren. Der spaltet dann unter Stromeinsatz Wasser in Sauer- und Wasserstoff. Zusammen mit rund etwa 40.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid aus der Müllverbrennung wollen die Finnen so auf eine Jahresproduktion von gasförmigem Synthese-Kraftstoff mit einem Energiegehalt von 200 Gigawattstunden (GWh) kommen. Da bei diesen Prozessen zudem Wärme frei wird, soll die Anlage darüber hinaus 180 GWh Fernwärme für die Heiznetze von Tampere liefern. Perspektivisch will Ren-Gas in Tampere auf eine Jahresproduktion 18.000 Tonnen Wasserstoff, 35.000 Tonnen E-Methan und 600 GWh Fernwärme kommen.

Sunfire ist auf Elektrolyseure in Alkali– und Hochtemperatur-Bauweise spezialisiert. Das Dresdner Technologie-Unternehmen beschäftigt 650 Menschen in Deutschland und der Schweiz. Die Alkali-Sparte hatten die Sachsen von den Eidgenossen zugekauft. Nordic Ren-Gas Oy wiederum ist ein finnischer Projektentwickler für die Wasserstoffwirtschaft und baut nach eigenem Bekunden derzeit ein dezentrales Netz für die Produktion von erneuerbarem E-Methan in Finnland auf.

Autor: hw

Quellen: Sunfire, Ren-Gas, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger