Oxford PV liefert erste Perowskit-Tandem-Solarmodule aus

Briten stellen die Module in Brandenburg her
Brandenburg/Oxford, 5. September 2024. Seit Jahren ist davon die Rede, dass Perowskit die Energieausbeute von Solarmodulen deutlich erhöhen kann – bei sinkendem Energieverbrauch und Kosten während der Produktion. Nun kommen nach und nach die ersten Muster auf den Markt: Das britische Photovoltaik-Unternehmen „Oxford PV“ liefert jetzt seine ersten kommerzielle Perowskit-Tandemsolarmodule an einen US-Kunden aus, wie das Unternehmen heute mitgeteilt hat. Produziert wurden die neuen Module in einer Fabrik in Brandenburg an der Havel.
Chef sieht „großen Durchbruch für die Energiewirtschaft“
„Es ist ein großer Durchbruch für die Energiewirtschaft, dass Perowskit-Module nun wirtschaftlich rentabel sind“, meint „Oxford PV“-Chef David Ward. „Mit Hilfe der Perowskit-Technologie kann die Energiewende beschleunigt werden, da sie mehr Energie bei gleichem Flächenverbrauch zu geringeren Kosten bereitstellt.“
Kommerzielle Zellen kommen auf 24,5 % Wirkungsgrad, Briten avisieren 30 %
Die neuen Module kommen nach Auskunft der Briten auf eine Wirkungsgrad von 24,5 Prozent – den allerdings gute Silizium-Module auch heute schon erreichen. Die Ingenieure von Oxford PV sind aber überzeugt, dass sie ihre Perowskit-Module auf 30 Prozent hochtreiben können. Zudem wollen sie auch die Kapazitäten in ihrem deutschen Werk ausbauen. Geplant sei, „die Pilotproduktion in Brandenburg an der Havel auf weitere Anwendungen auszuweiten“, hieß es Oxford. „Das Unternehmen will wirtschaftliche Lösungen für Privathaushalte, Spezialsparten und die Energiewirtschaft entwickeln und die aktuelle Produktion auf Gigawattniveau zu skalieren.“ Zudem arbeitet „Oxford PV“ mit Partnern wie „Sunmaxx“ aus Ottendorf-Okrilla bei Dresden zusammen, um ihre Petowskit-basierten Stromerzeuger mit wärmeliefernden Solarthermie-Modulen aus Sachsen zu kombinieren.
Laut Fraunhofer weltweit effizientes Perowskit-Tandem-Solarmodul
„Oxford PV“ entstand 2010 als Ausgründung aus der Uni Oxford. Das Unternehmen hat sich auf Solarzellen spezialisiert, die Perowskite mit klassischer Silizium-Technologie in einem Tandem-Stapel kombiniert. Die neuen Tandem-Module hatte Oxford PV gemeinsam mit dem „Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme“ (ISE) aus Freiburg entwickelt. Die dortigen Forscher gehen nach eigenen Messungen davon aus, dass es sich dabei um „das effizienteste Silizium-Perowskit-Tandem-Solarmodul der Welt im industriellen Format“ handelt.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Oxford PV, Wikipedia, Oiger-Archiv, Fraunhofer ISE

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