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„Das Geheimnis des großen Juwels“: Sporch Richard entthront den Pfau-Paten

DVD-Hülle von "Überflieger - Das Geheimnis des großen Juwels". Abb.: Eurovideo
DVD-Hülle von „Überflieger – Das Geheimnis des großen Juwels“. Abb.: Eurovideo

Neue Animationsabenteuer mit den „Überfliegern“ im Heimkino

Nachdem sich Spatz Richard in „Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper“ von Deutschland nach Afrika geflogen, sich dort erfolgreich in seine Adoptiv-Storchenfamilie integriert und so zum „Sporch“ geworden war, hat der ehrgeizige Kleinvogel nun neue Abenteuer zu bestehen: Im Animationsfilm „Das Geheimnis des großen Juwels“ lernt er neue Freunde und den Wert kollektiver Taktik kennen.

Werbevideo (Wild Bunch):

Die Story: Tierischer Tyrann dominiert die Wüstenstadt

Nach einem missglückten Wettbewerb um den Posten des nächsten Storchenschwarm-Anführerlehrlings rast Richard empört in die Wüste und entdeckt dort eine Stadt, in der ein herrischer Pfau mit seinen Marabu-Lakaien die ganze Vogelwelt unterdrückt. Jeden Tag müssen dort Spätzin Samira und ihr Schwarm nach einem verschollenen Juwel suchen, das dem schillernden Vogelkönig angeblich die Fähigkeit zu fliegen verleihen soll. Doch dann funkt Richard dazwischen und bringt die Pfauische Diktatur zu Fall. Freilich gelingt das nur im Team, gemeinsam mit Samira, seinem Storchenbruder Max, der Zwergeule Olga und dem Unterhaltungs-Wellensittich Kiki. Und natürlich helfen auch die durchgeknallten Elektronetz-Junkies von der Stromstrippe wieder…

Quintessenz: Gemeinsam sind wir stärker – und Diktatoren stürzt man per Tanz-Battle

Die Moral von der Geschicht’ lautet etwa: Gemeinsam sind wir stark, dabei muss man nicht unbedingt immer der Anführer sein – und es gibt kein Problem, das sich nicht durch ein Tanz-Battle auf Denglisch lösen lässt. Die hat die Berliner Animationsfilm-Firma „Knudsen Pictures“ in einen kinderkompatiblen Tiertrickfilm gepackt, wobei Anleihen bei Mafia-Filmen à la „Der Pate“ und beim Einwanderer-Hiphop-Gangsta-Stil unüberseh- und -hörbar sind. Visuell-technologisch können die „Überflieger“ zwar nicht so ganz mit den führenden Animations-Studios mithalten und haben auch eher eine TV- als Kinooptik, sind bei unserem Testkind aber gut angekommen.

Visuell ist noch Luft nach oben

In puncto visuelle Qualität erreicht diese Produktion noch nicht das Niveau der Vorbilder aus Amerika und Asien, die meist viel mehr Details, Licht- und Schatteneffekte und Atmosphäre hinbekommen oder – im Falle der Japaner – auch gerne mal ganz neue optische Wege gehen. Dennoch beweisen die „Überflieger“ einmal mehr, dass auch Europa abendfüllende Animationsfilme beherrscht. Wie überzeugend oder eher bemüht der eingesetzte deutsch-populärkulturelle Tenor dabei ist, muss wohl jeder für sich entscheiden.

Urteil vom Testkind:

„Hat mir gefallen. Die haben so schöne Sachen gemacht und die Eule war sehr komisch.“

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Kurzüberblick

  • Titel: „Überflieger – Das Geheimnis des großen Juwels“
  • Genre: Kinder-Animationsfilm
  • Altersfreigabe: FSK 0
  • Laufzeit: 81 Minuten
  • Ton und Untertitel: Deutsch
  • Bonusmaterial: Werbevideo
  • Regie: Benjamin Quabeck und Mette Tange
  • Produktion: Knudsen Pictures Filmproduktion Berlin
  • Verleih: Eurovideo
  • Veröffentlichung: ab 29. September 2023 im Videostrom, ab 5. Oktober 2023 auf DVD und Bluray
  • Preise: 12 Euro (Videostrom), 19 Euro (BD), 28 Euro (DVD)

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger