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Wasserstoff für die Chemie, Akku-Recycling und Puffer für die Stromnetze

Blick auf BASF Schwarzheide von der Eindampfanlage (EDA). Im Hintergrund befindet sich das Blockfeld für die geplante Anlage für Kathodenmaterialien, die bis 2022 in der Lausitz entstehen soll. Foto. Kai Abresch für BASF
Das Archivfoto zeigt BASF Schwarzheide. Foto. Kai Abresch für BASF

Kongress in Dresden lotet Transformationswege der Chemieindustrie aus

Dresden, 26. Mai 2023. Wie funktioniert eine Chemie-Industrie ohne fossile Kohlenwasserstoffe? In welchem Maße kann elektrisch gewonnener Wasserstoff bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Chemie helfen? Wie lassen sich Solarzellen umweltfreundlicher herstellen und letztlich auch wiederverwerten? Was fangen wir mit den ausgelaugten Elektroden-Materialien in Alt-Akkus an? Diese und weitere Fragen wollen Wissenschaftler, Ingenieure und Industrievertreter aus ganz Deutschland am 31. Mai 2023 bei einem „Innovationskongress Chemie“ an der TU Dresden diskutieren. Im Zentrum steht dabei der anstehende Transformationsprozess der deutschen Chemie, der künftig auch das zentrale Forschungsthema für das geplante Chemie-Großforschungszentrum im Raum Leipzig sein wird.

Prof. Stefan Kaskel. Foto: Fraunhofer IWS
Prof. Stefan Kaskel. Foto: Fraunhofer IWS

Forscher rechnen mit enormen Herausforderungen

„Die grundlegende Umstellung der Energie- und Rohstoffbasis, der Produktionsprozesse und der Wertstoffkreisläufe hin zu einer effizienten und resilienten Kreislaufwirtschaft auf Basis erneuerbarer Energieträger stellt uns vor enorme Herausforderungen“, heißt es dazu von der Kongress-Organisatoren. „Ein Schlüssel zum Erfolg sind Innovationen, kreative Ideen, neue Lösungsansätze und moderne Technologien.“ Zu den Kongress-Moderatoren gehören der Dresdner Chemie-Dekan Prof. Stefan Kaskel und Dr. Cornelia Dümichen, die Vorsitzende des Arbeitskreises „Forschung und Innovation“ im Landesverband Nordost der Chemischen Industrie.

"Wir arbeiten hier an der Batterie der Zukunft", sagt Dr. Holger Althues vom Fraunhofer-Strahltechnikinstitut IWS in Dresden und zeigt eine der neuen Schwefel-Zellen. Foto: Heiko Weckbrodt
„Wir arbeiten hier an der Batterie der Zukunft“, sagt Dr. Holger Althues vom Fraunhofer-Strahltechnikinstitut IWS in Dresden und zeigt eine der neuen Schwefel-Zellen. Foto: Heiko Weckbrodt

Wacker Nünchritz setzt auf Wasserstoff

Beispielsweise referiert Muhamed Slomic von „Wacker Chemie“ über „Rolle von grünem Wasserstoff bei der Transformationsstrategie der Wacker Chemie AG in Nünchritz“. Dr. Jörg Nitzsche vom Gastechnologischen Institut Freiberg stellt das „Reallabor Energiepark Bad Lauchstädt als Modell für den Strukturwandel in Mitteldeutschland“ vor. Dr. Stefan Eichler von der „Freiberger Compound Materials“ (FCM) berichtet über die Kreislaufwirtschaft bei der Herstellung von Galliumarsenid-Wafern, die wiederum für Funk- und Optoelektronik gebraucht werden. Dr. Holger Althues vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden skizziert „Innovative Prozesstechnologien für Batterien der nächsten Generation“. Dr. Stefan Schwarz von der IBU-tec advanced materials AG“ aus Weimar stellt den einzigen Hersteller von Lithium-Eisenphosphat-Kathodenmaterialien für Akkumulatoren in Europa vor.

Redox-Flussbatterie-Technikum im Fraunhofer ICT. In den Tanks sind die Elektrolyte gebunkert. Foto: Fraunhofer ICT
Redox-Flussbatterie-Technikum im Fraunhofer ICT. In den Tanks sind die Elektrolyte gebunkert. Foto: Fraunhofer ICT

Metallfreie Redox-Flow-Batterien im Fokus

Dr. Tobias Janoschka von der „Jenabatteries GmbH“ spricht über „Metallfreie Redox-Flow-Batterien – Nachhaltige Großspeichersysteme Made in Europe“, die vor allem als große Energiepuffer für die Stromnetze vorgesehen sind. Natasa Milojević von BASF Schwarzheide referiert im Anschluss über eine „Nachhaltige Kreislaufwirtschaft von Altbatterien zu Kathodenmaterialien für neue Batterien“. Dr. Franziska Lissel vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden präsentiert danach ihre dehnbaren polymeren Halbleiter für tragbare Elektronik.

Weitere Informationen zum Kongress sind hier im Netz zu finden.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: TUD, Nordostchemie

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger