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Bitkom fordert Cyber-Nato

Blick in ein Spiegelkabinett im binären Matrix-Stil im Futurium Berlin. Foto: Heiko Weckbrodt digital Binärcode
Foto: Heiko Weckbrodt

Verbandspräsident: „Kriege der Zukunft werden hybrid geführt“

Berlin, 19. April 2022. Kriege werden künftig nicht mehr allein durch Panzer, Düsenjäger, Raketen und Infanterie-Divisionen entschieden, sondern in wachsendem Maße parallel auch in der virtuellen Welt ausgefochten. Das geht aus einer Einschätzung des deutschen Digitalwirtschafts-Verbandes „Bitkom“ hervor.

Bitkom-Präsident Achim Berg. Foto: Bitkom
Bitkom-Präsident Achim Berg. Foto: Bitkom

Internet wird zur vierten „Waffengattung“

„Die Kriege der Zukunft werden hybrid geführt: im digitalen Raum gleichermaßen wie in der Luft, zu Wasser oder an Land“, warnte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Auf diese neue Form der Kriegsführung müssen sich Wirtschaft, Staat und Gesellschaft einstellen.“ Dies gelte ganz besonders für das westliche Verteidigungsbündnis: „Wir brauchen eine Cyber-NATO“, forderte Berg.

Krieg der Hacker tobt parallel zur Invasion in der Ukraine

Dass Wahlen, Kriege und Meinungsbildungs-Debatten zunehmend von digitalen Attacken begleitet werden, beunruhigt auch viele Deutsche. „Bereits vor dem Einmarsch in die Ukraine griffen russische Hacker militärische Ziele, Behörden und Institutionen in der Ukraine an“, erklärte der Bitkom. „Seit Kriegsbeginn haben nicht-staatliche Hackergruppen wie Anonymous russische Staatsmedien, Webseiten sowie digitale Infrastruktur in Russland lahmgelegt.“ Eine Bitkom-Umfrage unter reichlich 1000 Menschen in der Bundesrepublik habe nun ergeben, dass 61 Prozent der Deutschen inzwischen befürchteen, dass solche Hackergruppen den Krieg „unkontrollierbar eskalieren“ lassen könnten. Gleichzeitig befürworten 56 Prozent die Aktivitäten der Hacker im Krieg in der der Ukraine. 51 Prozent glauben, solche Angriffe könnten einen wichtigen Beitrag liefern, um den Krieg schneller zu beenden.

Jeder Zweite misstraut Hackern

Weil sich die Hacker selbst meist maskieren und ihre Motive oft kaum klar durchschaubar sind, ist allerdings auch das Misstrauen der Bürger gegenüber diesen Zeitgenossen groß. Selbst wenn sie anonym in die Öffentlichkeit gehen, fordern von ihrem virtuellen Publikum nach dem Hammer-Motto „Vertrauen Sie mir, ich weiß was ich tue“ ein vorauseilendes Vertrauen ein, das ihnen gar nicht zugebilligt wird: Laut der Bitkom-Umfrage misstrauen 52 Prozent der Deutschen den diversen Hackergruppen. Etwa jeder Zweite hat auch Angst vor ihnen. Auf der anderen Seite bewundern 42 Prozent die Hacker und ihre Aktionen. 38 Prozent sind sogar der Meinung, ohne den Eingriff von Hackern sei der Krieg für die Ukraine nicht zu gewinnen.

Autor: hw

Quelle: Bitkom

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger