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IfW: Elektroautos verschlechtern Umweltbilanz

Ladepunkt für Elektroautos an der Volkswagen-Manufaktur Dresden. Foto: Rolf Jaegers für VW Sachsen
Ladepunkt für Elektroautos an der Volkswagen-Manufaktur Dresden. Foto: Rolf Jaegers für VW Sachsen

Elektroautos fahren heutzutage mit 100 Prozent Kohlestrom, argumentieren die Forscher

Kiel, 19. Juni 2020. Die Elektroauto-Offensive in Deutschland und Europa wird zunächst zu umweltschädlichen Effekten führen. Das hat das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel prognostiziert.

73 Prozent mehr Treibhausgasemissionen als moderne Diesel

Weil für die wachsende E-Auto-Flotte mehr Öl, Gas oder Kohle verstromt werden müssen, führen „Elektroautos zu 73 Prozent höheren Treibhausgasemissionen als moderne Diesel-Pkw“, schätzten die Forscher ein. Denn der steigende Energieverbrauch durch die Stromer könne in den nächsten Jahren nicht durch Wind- und Solarenergie-Anlagen in Deutschland gedeckt werden. Deren Ausbeute werde zudem kaum in den Akkus der Elektroautos landen. „Es ist klimaschonender, mit erneuerbaren Energien den Anteil fossiler Energieträger – insbesondere von Kohle – im Strommix zu reduzieren, als damit Elektroautos zu betanken“, argumentiert das IfW.

Erst bei fast 100 % Ökostrom-Anteil werden E-Autos umweltfreundlicher als Diesel

„Elektroautos fahren heutzutage de facto mit 100 Prozent Kohlestrom“, erklärte IfW-Forscher Ulrich Schmidt. „Denn der Anteil erneuerbarer Energie an ihrem Stromverbrauch steht nicht zur Verfügung, um fossile Energieträger an anderer Stelle zu verdrängen, und der erhöhte Strombedarf erfordert die zusätzliche Nutzung fossiler Energieträger. Erst wenn die Energiewende weit fortgeschritten ist und der Strom nahezu ausschließlich aus erneuerbaren Energien besteht, ist das Elektroauto klimafreundlicher als moderne Diesel-Fahrzeuge.“

Autor: Oiger

Quelle: IfW Kiel

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger