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EFW rüstet Airbus 330 zum 62-Tonnen-Frachter um

Die Elbe-Flugzeugwerft (EFW) baut derzeit für DHL A330-Passagiermaschinen in Frachter um. Foto: EFW
Die Elbe-Flugzeugwerft (EFW) baut derzeit für DHL A330-Passagiermaschinen in Frachter um. Foto: EFW

Neuer Ladungsrekord

Dresden, 29. Mai 2020. Weil der Bedarf an Frachtflugzeugen steigt, haben die Elbe-Flugzeugwerke (EFW) nun für den Paketdienstleister DHL einen ehemaligen Passagier-Airbus A330 zu einem Frachtflugzeug mit besonders viel Ladung umgebaut: Der A330-300P2F kann über 62 Tonnen Fracht aufnehmen, teilten die EFW mit, die die Cargo-Maschine nun an DHL übergeben haben.

Andreas Sperl. Foto: IHK Dresden
Andreas Sperl. Foto: IHK Dresden

Nachfrage für fliegende Container-Frachter steigt

„Die Nachfrage nach modernen Fly-By-Wire-Frachtern mit hoher Nutzlast, großem Ladevolumen und vollwertigen Containerpositionen zeichnet sich seit einiger Zeit ab“, betonte Andreas Sperl. Gerade auch während der Corona-Beschränkungen, als die meisten Passagierflugzeuge ausfielen, die sonst Fracht mitbefördert haben, haben dieses Interesse noch zusätzlich beflügelt.

Werbevideo der
EFW für einen
A330-Umbau:

Weitere Maschinen folgen

Die EFW rüsten schon seit Jahren Passagierflugzeuge im Kundenauftrag zu Frachtern um. Die neue Maschine stellt einen Rekord auf, weil sie drei Tonnen mehr als bisherige Versionen laden kann. Das Dresdner Unternehmen baut in die A330 auch ein intelligentes Frachtladesystem ein, „mit dem mehrere Container gleichzeitig positioniert werden können und so wertvolle Be- und Entladezeit gespart wird“, hieß es von den EFW. „An DHL werden zwei weitere 330-300P2F im Laufe dieses Jahres an DHL ausgeliefert. Bis zu zwölf weitere A330 folgen für den Express-Dienstleister.“

Die Ähnlichkeit mit einem Bomber ist nicht zufällig: Die Konstrukteure der 152 entwickelten vorher bei Junkers und nach dem Krieg in der SU Militärflugzeuge - daher auch der ungewöhnliche Schulterdecker-Ansatz. Foto: Lorenz
Die 152 sollte eine Verkehrsflugzeug-Industrie in der DDR begründen. Foto: Lorenz

Umrüstspezialist entstand aus DDR-Luftfahrtprogramm

Die Wurzeln von EFW reichen bis in die Nachkriegszeit zurück, als die DDR-Führung einen eigenen Flugzeugbau in Dresden zu installieren versuchte. Heute ist die Werft vor allem auf Umbauten spezialisiert. Dabei rüstet sie aber nicht nur Passagiermaschinen in Frachter um, sondern baut zum Beispiel den Riesen-Airbus 380 auch für neue Passagier-Bedürfnisse um. Das Unternehmen hat 1600 Mitarbeiter und kam 2018 auf knapp 300 Millionen Euro Umsatz.

Autor: Oiger

Quellen: EFW, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger