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DVD „Parasite“: Arme Familie kapert das Haus der Reichen

Yeon-kyo Park (Cho Yeo Jeong) hat sich mit ihrer Rolle als hübsche und leichtgläubige Gattin eines reichen Unternehmenschefs abgefunden. Szenenfoto: Koch-Film
Yeon-kyo Park (Cho Yeo Jeong) hat sich mit ihrer Rolle als hübsche und leichtgläubige Gattin eines reichen Unternehmenschefs abgefunden. Szenenfoto: Koch-Film

Oskar-prämierter Thriller aus Südkorea nun fürs deutsche Heimkino publiziert

Die preisgekrönte südkoreanische Sozialkomödie „Parasite“ ist nun in Deutschland fürs Heimkino erschienen. Im Fokus steht eine arme Familie, die sich nach und nach in ein Haus der Reichen einschleust. Dafür gab es inzwischen einen „Oscar“.

Werbevideo (Koch Film):

Die Story: Einstieg mit einem Aushilfsjob

Alles beginnt recht harmlos: Ein Schulfreund bittet Ki-woo Kim (Choi Woo Shik), vorübergehend als Englisch-Privatlehrer bei der reichen Familie Park einzuspringen. Der Junge ist froh: Endlich kann er dem schimmlig-dunklen Keller entgehen, in dem seine – meist arbeitslose – Familie Pizzaschachteln faltet. Seine Schwester fälscht ihm mit Photoshop-Hilfe ein paar Top-Zeugnisse und schon hat der Junge die lukrative Stelle. Und als er merkt, wie leichtgläubig Frau Park (Cho Yeo Jeong) ist, jubelt er der Konzernchef-Gattin als nächstes seine hübsche Schwester (Park So Dam) als angeblich hochbeliebte Kunsttherapeutin für den Sohnemann unter. Und die wiederum bootet durch einen fiesen Sex-Trick den Chauffeur der Parks aus und ersetzt ihn durch ihren Vater. Der wiederum schleust dann die Mutter als Haushälterin ein – bis das Haus und Portemonnaie der Parks nahezu fest in der Hand der Familie Kim ist.

Doch die Kims bekommen den Geruch der Armut– auch in einem ganz wörtlichen Sinne – nicht los und das löst eine Lawine aus…

Mit Pizzaschachtel-Falten wird man nicht reich - besonders, wenn man das auch noch schlampig macht. Also heckt die arbeitslose Familie Kim einen neuen Plan aus, um ihrem Keller zu entfliehen. Szenenfoto: Koch-Film
Mit Pizzaschachtel-Falten wird man nicht reich – besonders, wenn man das auch noch schlampig macht. Also heckt die arbeitslose Familie Kim einen neuen Plan aus, um ihrem Keller zu entfliehen. Szenenfoto: Koch-Film

Fazit: Köstlich – und sozialkritisch

Regisseur Bong Joon-ho hat all dies mit viel erzählerischem Verve, augenzwinkerndem Humor, aber auch sehr sozialkritischen Grundtönen und dramatischen Wendungen in Szene gesetzt. Es ist einfach köstlich zuzusehen, wieviel Raffinesse die einst so schlampigen Kis aufbringen, um sich die lukrativen Posten im Haus zu ergattern. Wie sie sich zum Schein in ganz andere Menschen verwandeln, dabei auch wachsende kriminelle Energie aufbringen, um ihre ergatterten Pfründe zu verteidigen. Aber auch, wie sehr sie insgeheim immer zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Selbst eine große Flut kann sie nur vorübergehend aus dem Haus spülen. Zurecht hat diese Groteske mit ihrem tragischen Finale viele Preise daheim in Südkorea und auf der internationalen Bühne eingeheimst. Sollte man sich anschauen.

DVD-Hülle von "Parasite". Abb.: Koch-Film
DVD-Hülle von „Parasite“. Abb.: Koch-Film

Kurzüberblick

  • Titel: Parasite
  • Genre: Tragikkomödie/Thriller
  • Produktionsland und -jahr: Südkorea 2019
  • Regie: Bong Joon Ho
  • Darsteller: Choi Woo Shik, Cho Yeo Jeong, Ki-jung Kim, Song Kang Ho, Chang Hyae Jin
  • Dauer: 132 Minuten
  • Sprachen: Deutsch, Koreanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Altersfreigabe: FSK 16
  • Preis: DVD zehn Euro, Bluray 14 Euro, Leihe per Internet (Stream): fünf Euro
  • Vertrieb: Koch Film

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger