Hybrid-Transport auf Straße und Schiene gefragt

Im Alberthafen Dresden entsteht weiterer Schnell-Umladeplatz zwischen Lkw und Güterzug
Dresden, 8. November 2023. Weil die Nachfrage nach hybriden Transporten auf Straße, Schiene und Wasser steigt, baut die „Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH“ (SBO) einen weiteren „Trailerport“ im Alberthafen Dresden. Diese Schnell-Umladestelle für Container kostet voraussichtlich fünf Millionen Euro und soll im Juni 2024 auf der Südseite des Hafens betriebsbereit sein. Das hat SBO-Chef Heiko Loroff angekündigt und das Bauprojekt nun gestartet.

Hafenkapitän sieht „steigende Nachfrage nach Bahntransporten im kombinierten Verkehr“
Die SBO hatte ihren ersten „Trailerport“, mit dem sich rasch Container vom Laster auf den Güterzug – und umgekehrt – verladen lassen, im Jahr 2021 gebaut. „Hier werden jährlich etwa 25.000 Trailer, also Sattelauflieger, mit einem Volumen von rund 600.000 Tonnen von der Straße auf die Schiene verladen, um Waren aus Sachsen, Böhmen und Südosteuropa umweltschonend und klimafreundlich Richtung Skandinavien zu transportieren“, informierten die SBO. „Um die steigende Nachfrage nach Bahntransporten im kombinierten Verkehr und nach Verkehrsverlagerungen bewältigen zu können, wird nun der neue Trailerport errichtet, in dem zukünftig bis zu 50.000 Trailer und Container pro Jahr verladen werden können.“
Wirtschaftsminister begrüßt „multimodale und zugleich klimaschonende Lösungen“
Auch der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sieht einen wachsenden Bedarf für solche hybriden Transportlösungen: „Der prognostizierte deutliche Anstieg des Schwerverkehrsanteils bis 2030 stellt uns dabei vor große Herausforderungen und erfordert multimodale, wirtschaftliche und zugleich klimaschonende Lösungen“, schätzte er ein. „Deshalb investiert der Freistaat Sachsen gemeinsam mit dem Bund und der Europäischen Union in den Ausbau der sächsischen Häfen zu modernen trimodalen Logistikzentren.“ Daher schießen Sachsen beziehungsweise der Bund auch zum neuen Trailerport zwei Millionen Euro dazu. Solch ein moderner Umschlagplatz entlaste „nicht nur die Autobahnen, sondern ist im Vergleich auch klimafreundlicher und damit ein wesentlicher Baustein zur Erreichung unserer Klimaziele“, betonte Dulig.
Trailerport 2 kann bis zu 20 Güterzüge pro Woche beladen
Der neue Trailerport umfasst 18.000 Quadratmeter. Darauf befinden sich dann eine Be- und Entladezone mit mobilen Kränen sowie eine Abstellzone für etwa 100 Sattelauflieger. Die Kapazität ist im Drei-Schicht-System auf bis zu 20 Güterzüge pro Woche ausgelegt.
Frühere Hybrid-Transportwege wie Rola und Güter-Tram hielten sich nicht
Der Freistaat hatte bereits in der Vergangenheit hybride Transportlösungen gefördert. Dazu gehörten beispielsweise die „Rollende Landstraße“ (Rola), die Lkws per Zug zwischen Sachsen und Böhmen hin und her kutschierte, oder auch die Güterstraßenbahn von VW in Dresden. Beide Konzepte hielten sich allerdings nicht dauerhaft. Die Trailerports hingegen kommen anscheinend auch ohne stetige Subventionen für den laufenden Betrieb – wie sie seinerzeit die Rola erhielt – in der Speditionsbranche an.
Autor: hw
Quellen: SBO, Oiger-Archiv

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