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Wie sich Organe ihren Schutzpanzer zusammenkleben

Die drei Mikroskopaufnahmen zeigen, wie sich die Zellen im Epithelgewebe um ein Organ herum zu einer kaum noch durchdringbaren Schutzbarriere gegen Krankheitserreger zusammenfügen. Mikroskopaufnahmen: Oliver Beutel, MPI-CBG
Die drei Mikroskopaufnahmen zeigen, wie sich die Zellen im Epithelgewebe um ein Organ herum zu einer kaum noch durchdringbaren Schutzbarriere gegen Krankheitserreger zusammenfügen. Mikroskopaufnahmen: Oliver Beutel u. a., MPI-CBG

Dresdner Biologen finden Klebe-Prozess, der für den Abwehrmanzel von Herz, Niere & Co. Vor keimen zuständig ist

Dresden, 6. November 2019. Um sich vor Keimen und Giften zu schützen, ummanteln sich das Herz, die Nieren und andere Organe im menschlichen Körper mit einem festverklebten Panzer aus sogenanntem „Epithelgewebe“. Das ist so dicht, das im besten Falle nicht einmal Moleküle mehr diese Barriere passieren können. Umgekehrt kann „der Verlust dieser Barriere durch das Eindringen von Krankheitserregern in unser internes System zu schweren Krankheiten führen“, betonen Forscher vom Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden. Sie haben nun den selbstorganisierenden Klebe-Mechanismus entziffert, durch den dieser Organpanzer entsteht.

Spezialisierte Proteine kondensieren an Zellwänden

Demnach kondensieren sogenannte ZO-Proteine als Tröpfchen auf der Zellmembran, wenn sich benachbarte Zellen berühren. Sie bilden ein Tröpfchen-Netz, dass erst die nötigen Klebstoffe sammelt und sann die Fugen zwischen den Zellen damit abdichtet. „Dieser Prozess ähnelt dem Phänomen, wenn Wasser auf einem kalten Glasfenster kondensiert und dabei spontan Flüssigkeitströpfchen bildet“, nennt Forscher Oliver Beutel einen Vergleich aus dem Alltagsleben. „Unsere Arbeit an diesem Proteinkomplex veranschaulicht die Prinzipien, wie Zellen einfache physikalische Phänomene wie Kondensation dazu nutzen, um komplexe Molekularstrukturen aufzubauen“, ergänzte Studienleiter Alf Honigmann vom MPI-CBG. „Unsere Ergebnisse eröffnen spannende Möglichkeiten, wie sich diese Zellverbindungen während Gewebewachstum und -reparatur schnell umstrukturieren lassen.“

Autor: hw

Quelle: MPI-CBG

Die wissenschaftliche Publikation dazu:

Oliver Beutel, Riccardo Maraspini, Karina Pombo-García, Cécilie Martin-Lemaitre, Alf
Honigmann: “Phase Separation of Zonula Occludens Proteins Drives Formation of Tight
Junctions” Cell, 31. Oktober, 2019, doi: https://doi.org/10.1016/j.cell.2019.10.011

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger