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Jeder Zweite erwartet einen Himmel voller Flugtaxis

So etwa soll das X1-Lufttaxi mit entfalteten Flügeln aussehen. Visualisierung: Flügel aeronautics
So etwa soll das X1-Lufttaxi aus Dresden mit entfalteten Flügeln aussehen. Visualisierung: Flügel aeronautics

Fast ebenso viele halten Konzept aber für nicht machbar

Berlin, 8. Juli 2019. Flugtaxis spalten bisher das Land: Die Hälfte der Deutschen rechnet damit, dass solche – teils autonom navigierenden – Minifluggeräte für ein bis sechs Insassen in Zukunft den Himmel bevölkern werden – ähnlich wie in Science-Fiction-Filmen wie „Das 5. Element“ oder „Blade Runner“. Fast ebensoviele allerdings denken, dass Flugtaxis niemals funktionieren werden. Das hat „Bitkom Research“ aus Berlin in einer Umfrage unter 1003 Bundesbürgern ermittelt.

Die Meinung der Deutschen über Flugtaxis ist gespalten (Stand 2019). Grafik: BitkomDie Meinung der Deutschen über Flugtaxis ist gespalten (Stand 2019). Grafik: Bitkom
Die Meinung der Deutschen über Flugtaxis ist gespalten (Stand 2019). Grafik: Bitkom

Bitkom: Probleme sind weniger technischer als vielmehr rechtlicher Natur

„Technisch sind wir bereits in der Lage, autonome Fluggeräte zu bauen, die auch Menschen transportieren können“, betonte Präsident Achim Berg vom deutschen Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“, der die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. „Ob daraus wirklich Flugtaxis werden, hängt weniger von technischen als vielmehr von rechtlichen Fragen ab – etwa der Benutzung des Luftraums in dicht besiedelten Gebieten.

Im Konzept "Pop.Up Next" können sich Leichtbau-Autos sowohl mit austauschbaren Fahrgestellen auf der Straße fortbewegen wie auch fliegen, wenn sie von einer Flugdrohne aufgegabelt werden. Visualisierung: Audi, Italdesign
Im Konzept „Pop.Up Next“ können sich Leichtbau-Autos sowohl mit austauschbaren Fahrgestellen auf der Straße fortbewegen wie auch fliegen, wenn sie von einer Flugdrohne aufgegabelt werden. Visualisierung: Audi, Italdesign

Große wie Kleine arbeiten an Flugtaxis

An solchen Fluggondeln, die oft kleinen Senkrecht-Startern ähneln, arbeiten sowohl große Konzerne wie Airbus und BMW, wie auch kleine Unternehmen wie „Flügel Aeronautics“ aus Dresden. Zu lösen sind aber noch viele wirtschaftliche, rechtliche und technologische Probleme. Dazu gehören die Reichweite und Umweltbelastung durch solche Flugtaxis wie auch die Preise, zu denen solche Flugdienste angeboten werden können – sei es nun mit einem professionellen Piloten an Bord oder als autonomer Flugroboter.

Nur was für Reiche?

Viele Deutsche rechnen jedenfalls damit, dass dies ein teurer Spaß werden könnte: Rund jeder Zweite (49 Prozent) geht davon aus, dass Flugtaxis nur etwas für Reiche sein werden, hat die Bitkom-Umfrage auch ergeben. Etwa ebensoviele halten solche Fortbewegungsmittel aber auch für eine gute Ergänzung zum öffentlichen Personen-Nahverkehr. Eine Mehrheit von 57 Prozent ist allerdings überzeugt, dass sich Flugtaxis – wenn überhaupt – nur auf speziellen Routen durchsetzen werden, beispielsweise auf staureichen Strecken vom Bahnhof zum Flughafen.

Autor: hw

Quellen: Bitkom, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger