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Sachsen-Kälte verbreitet sich gen Westen

Zur Eröffnung hat Sachsenkälte im Neubau im Dresdner Norden die Stationen seiner Unternehmensgeschichte gezeigt. Foto: Heiko Weckbrodt
Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner Chipfabrik-Zulieferer plant Niederlassung nahe den Intel-Fabs in Irland

Dresden/Leixlip, 23. März 2026. Der Dresdner Halbleiter-Zulieferer „Sachsen-Kälte“ setzt auf Internationalisierung: Das Unternehmen will eine Dependance in Irland aufbauen, um auch die Intel-Chipfabriken in Leixlip mit Kälte- und Klimatechnik zu versorgen. Das hat Prokurist und Mitgesellschafter René Neumann angekündigt. Geplant sei unter anderem eine Technik-Werkstatt vor Ort.

Sachsen-Kälte begleitet den Menschen von der Wiege bis zur Bahre

Die Sachsen-Kälte-Mitarbeiter verstehen sich selbst als Technologie-Handwerker, die Chipfabriken mit präzise dosierter Prozesskälte versorgen, genauso aber Restaurants, Krankenhäuser, Muttermilch-Banken wie auch Leichenhallen kühlen: „Wenn man so will, begleitet Sachsen-Kälte den Menschen von der Geburt bis zum Tode“, meint Neumann.

Wurzeln im DDR-Kältekombinat

Der besondere Bezug der Kältehandwerker zu Technologie-Industrien war der Firma selbst auch in die Wiege gelegt. Entstanden war das Unternehmen kurz nach dem Fall der Mauer aus einem großen DDR-Kombinat heraus. Drei Mitarbeiter des ehemaligen VEB Kühlanlagenbau – Wilfried Neumann, Jörg Hoheit und Claus Schieschke – gründeten „Sachsen-Kälte“ im Mai 1990. Der erste größere Umsatzbringer war ein Kältetechnik-Auftrag für das Spreewaldhotel. Es folgten Aufträge für Ikea, Krankenhäuser, Gastro-Unternehmen – und zunehmend eben auch für die Mikroelektronik. Seither ist das Unternehmen auf 41 Mitarbeiter und rund acht Millionen Euro Jahresumsatz gewachsen.

„Haben hoch gepokert“

Bereits 2009/10 entstand ein neuer Hauptsitz an der Marie-Curie-Straße. 2025 nahm das Unternehmen einen weiteren Standort im Dresdner Norden in Betrieb, in Sichtweite zu den großen Chipfabriken des „Silicon Saxony“. Als das Gründerteam diese Investition plante, war noch ein Stück weit ungewiss, wie stark sich die Dresdner Halbleiterbranche weiter entwickeln und ob sich die Zehn-Millionen-Euro-Investition für das Unternehmen lohnen würde. „Wir haben beim Neubau hoch gepokert“, gesteht Neumann. „Doch dann kam TSMC – und es war klar, dass wir richtig entschieden haben.“ So hat Sachsen-Kälte einen ganzen Abschnitt im 4500 Quadratmeter großen Standort Nord extra auf die Wünsche der Taiwanesen ausgerichtet.

Bereits mehrere Dresdner Halbleiter-Zulieferer setzen auf Internationalisierung

Mit dem Leixlip-Projekt geht Sachsen-Kälte inzwischen einen ähnlichen Weg wie D.A.S., Fabmatics und manch andere Mikroelektronik-Zulieferer im Großraum Dresden, die zunächst Projekte speziell für die Halbleiterfabriken in der Landeshauptstadt maßschneiderten – und dann ihre Innovationen zunehmend auch weltweit angeboten haben. International aktiv ist der Dresdner Handwerksbetrieb schon eine Weile. Die Gründung europäischer Außenstellen ist da der nächste Schritt auf dem Internationalisierungskurs.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Vor-Ort-Besuch und Auskünfte Sachsen-Kälte, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger