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Prognose: KI-Boom beschert Chip-Foundries ein Viertel mehr Umsatz

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC
Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

Trendforce: Hyperscaler wie auch KI-Firmen und Chipdesign-Schmieden lasten Auftragsfertiger stark aus

Taipeh, 22. März 2026. Getrieben vor allem durch den anhaltenden Aufschwung „Künstlicher Intelligenzen“ (KI) werden die Umsätze von Chip-Auftragsfertigern („Foundries“) in diesem Jahr um ein Viertel steigen. Das hat das Marktforschungsunternehmen „Trendforce“ aus Taipeh prognostiziert. Besonders profitieren werden davon die Platzhirsche TSMC (32%) und Samsung, die die modernsten Fertigungsverfahren für KI-Beschleuniger-Chips haben.

Die Nachfrage komme von KI-Chip-Designschmieden wie Nvidia und AMD, die keine eigenen Fabriken haben. Auch KI-Spezialunternehmen wie OpenAI und Elon Musks „Grok“ sorgen für Aufträge, vor allem aber der Bedarf der großen „Hyperscaler“. Gemeint sind damit Cloud- und KI-Dienste-Anbieter wie Amazon/AWS, Google und Meta (alias Facebook), die eigene KI-Chips entwerfen und immer neue Rechenzentren hochziehen.

Die Foundry-Umsätze der größten Chip-Foundries weltweit. Grafik: Trendforce
Die Foundry-Umsätze der größten Chip-Foundries weltweit. Grafik: Trendforce

TSMC-Kapazitäten für 5-nm-Generation bereits bis Jahresende ausgebucht

Sie alle sind mittlerweile auf Foundry-Dienste angewiesen, weil sie keine eigenen Chipfabriken (mehr) haben. Und gerade für KI-Chips sind besonders hochintegrierte Prozesse mit feinsten Strukturen notwendig, wie sie nur weniger Marktführer beherrschen. Laut Trendforce-Einschätzung sind daher die Kapazitäten von TSMC für Chips der Strukturgeneration fünf Nanometer (Millionstel Millimeter) und darunter bis Ende 2026 voll ausgelastet. Ähnliches gelte für Samsung., „TSMC hat daher die Foundry-Preise für alle Fertigungsknoten bei 5/4 nm und darunter für 2026 angehoben“, berichten die Analysten. „Da die Auftragslage bis 2027 reicht, sind weitere Preiserhöhungen in den Folgejahren nicht auszuschließen.“

Chinesen holen auch im Halbleiter-Sektor auf

Abzuwarten bleibt, in welchem Maße die chinesischen Halbleiterwerke inzwischen imstande sind, den Binnenbedarf im Reich der Mitte zu decken. Unternehmen wie SMIC haben als Reaktion auf die Boykottpolitik und Handelskriege von Donald Trump und Joe Biden gegen China reagiert: Die Chinesen haben ihre eigenen Kapazitäten deutlich ausgebaut, außerdem auch die Produktion eigener Chipfabrikausrüstungen deutlich verbessert und modernisiert. Allem Anschein nach wird der große Aufsteigerstaat im Osten ohnehin nicht mehr auf Zulieferungen aus dem Westen angewiesen sein.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Trendforce, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger