BUND gegen Wassertunnel von Elbe gen Lausitz
Umweltverband: Fluss führt oft genug schon jetzt zu wenig Wasser
Dresden, 25. Februar 2026. Gegen einen Wassertunnel von der Elbe in die Lausitz hat sich der Umweltverband „BUND“ in Sachsen ausgesprochen: Der Elbpegel sei ohnehin meist zu niedrig, um die Wasserprobleme im Umfeld der alten Braunkohle-Tagebaue zu entschärfen, argumentiert der Verband. Besser sei es, in der Lausitz wieder Moore anzulegen, die Regen speichern können.
„Überleitung würde die Wasserknappheit nicht lösen“
„Die Elbe hat seit Ende Februar 2025, also fast ein Jahr lang, nahezu durchgängig Niedrigwasser geführt“, warnt BUND-Landesgeschäftsführerin Helen Garber. „Es drängt sich die Frage auf, wann der Fluss genug Wasser hat, um noch etwas abzugeben. Die Überleitung würde die Wasserknappheit nicht lösen, sondern eine kleine Entspannung mit einer weiteren Verschärfung der Lage an der Elbe erkaufen.“
Braunkohle-Abbau änderte Wasserhaushalt in Lausitz für Jahrzehnte
Der Wassermangel in Ostdeutschland sei eine direkte Folge des Braunkohle-Tagebaus, schätzt die BUND ein. Jahrzehntelang habe die Braunkohlewirtschaft das Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet. Jetzt müsse das Grundwasser wieder aufgefüllt werden, und gleichzeitig entwickeln sich die Niederschläge durch den Klimawandel ungünstig. Zudem solle Wasser in die Tagebaulöcher gepumpt werden, um sie in Seen zu verwandeln.
Umweltfreund wollen Moore zurück
„Statt Wasser mit einem Elbe-Überleiter umzuleiten, müssen wir außerdem den natürlichen Wasserrückhalt in der Landschaft stärken“, fordert der BUND Sachsen. Die sächsische Regierung solle daher einst trocken gelegte Moore und Auen renaturieren und den Wasserverbrauch der Industrie und der Tagebaue dämpfen, um den regionalen Wasserhaushalt zu stabilisieren.
Zuvor hatte sich bereits der sächsische Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch skeptisch zum Projekt „Elbe-Überleiter“ geäußert – vor allem mit Blick auf den Elbpegel, die Dürren und niedrigen Grundwasserstände in Sachsen.
Autor: hw
Quellen: BUND Sachsen, Sächsischer Landtag

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