Sachsen will atomdünne Schichten aus der Mikroelektronik in neue Industriezweige übertragen

Dünnschicht-Gesellschaft gründete neues ALD-Netzwerk
Dresden, 9. Dezember 2025. In der Mikroelektronik spielt die Atomlagenabscheidung (ALD) seit Jahren eine wichtige Rolle, um hauchdünne Schichten und Strukturen in Computerchips zu erzeugen. Aber ALD kann noch viel mehr – und wird bald auch in der Energietechnik, Medizintechnik und Optik eine wachsende Rolle spielen. Davon sind zumindest die Experten der „Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten“ (EFDS) aus Dresden überzeugt.
Bilaterale Projekte und Bildungsangebote geplant
Sie gründen daher nun ein Kooperationsnetzwerk „ALD4EMO“ aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen, um eben solch neue Praxiseinsätze für die ALD-Technologie vorzubereiten. Das sächsische Wirtschaftsministerium verspricht sich davon neue Job- und Wertschöpfungschancen für den Freistaat und schießt für das Netzwerk 182.000 Euro zu. „Das Projekt soll insbesondere sächsische Firmen und Forschungspartner zu bilateralen Projekten motivieren, die zur Entwicklung neuer Verfahren, Dienstleistungen und konkreter Produkte führen“, heißt es zur Begründung. „Ebenso sollen Nachwuchsfachkräfte für die neuen Anwendungen ausgebildet werden.“
Wurzeln in der Sowjetunion und Finnland
Entwickelt wurde die ALD-Technik übrigens – wohl unabhängig voneinander – bereits in den 1960er und 70er Jahren erst in der Sowjetunion, dann in Finnland. Die EFDS geht davon aus, das diese und weitere Methoden, mit denen sich sehr dünne Schichten erzeugen lassen, eine Schlüsselrolle für die industrielle Entwicklung in Deutschland in den nächsten Jahren spielen könnte. Die Idee dahinter: Dünne Schichten verschaffen Bauteilen und Produkten ganz neue Eigenschaften, mit denen sich „Made in Germany“ erneut von der billigeren Konkurrenz absetzen könnte. Das können zum Beispiel reibungsmindernde, keimtötende Schichten sein oder Anti-Vereisungs-Beschichtungen und dergleichen mehr.
Autor: hw
Quellen: SMWA, Oiger-Archiv

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