Uni Dresden will Europas extraterrestrischen Eispanzer durchbohren

Laser tunnelt durch Mond-Eis
Dresden/Jupiter, 17. November 2025. Um an die Ozeane unter den Eispanzern von Europa und Enceladus heranzukommen, haben Raumfahrt-Forscher der TU Dresden einen neuartigen Laserbohrer entwickelt: Der bei künftigen Missionen auf die Trabanten der Gasriesen Jupiter und Saturn deren kilometerdicke Eisschichten durchdringen und Kanäle zu den Meeren darunter eröffnen. „Auf diese Weise ließen sich unterirdische Ozeane und mögliche Spuren früheren Lebens gezielt untersuchen“, heißt es von der Dresdner Exzellenz-Uni.
Kosmisches Vakuum reißt Gas aus dem Bohrloch
Das Konzept der Dresdner: Sie haben besonders leichte und transportable Laserbohrer konstruiert, die genug Leistung haben, um das erhitzte Eis direkt in Gas zu verwandeln – ohne flüssigen Umweg. „Die Eismonde haben keine nennenswerten Atmosphären, so dass, getrieben von der Saugwirkung des starken Vakuums des Weltalls, die Gas- und Staubproben durch das Bohrloch an die Oberfläche aufsteigen“, erklärt Projektleiter Tino Schmiel die Idee dahinter, die aufwändige Transportsysteme überflüssig machen soll. Denn in der Raumfahrt zählt jedes Kilogramm, manchmal sogar jedes Gramm. „Auch wenn Deutschland derzeit keine eigene Landungsmission auf einem Eismond plant, könnte der Laser-Eisbohrer künftig eine Schlüsseltechnologie für internationale Forschungsmissionen werden.“

Tests auf Gletschern in Österreich
Die Forscher haben ihre Raumfahrt-Laserbohrer nun auf österreichischen Gletschern und in der Arktis erprobt. Diese Feldtests verliefen vielversprechend. Nun wollen die Wissenschaftler ihre Laserbohrer weiter verkleinern, die Staubtrennung verbessern und die Systeme auch für irdische Bohrmissionen nutzbar machen.
Autor: hw
Quellen: TUD, Wikipedia
Wissenschaftliche Publikation:
„First tests of a laser ice drill for the exploration of interplanetary ice and icy soils” von Martin Koßagk, Leo Peiffer, Lukas Mohr, Martin Tajmar und Tino Schmiel, in: „Acta Astronautica“, Volume 237, Dezember 2025, DOI und Fundstelle im Netz: https://doi.org/10.1016/j.actaastro.2025.08.049

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